Börse am 24. Juni: S&P 500 und NASDAQ setzen ihre Verluste fort

Gestern kam es zu kräftigen Verkäufen an den US?Aktienmärkten. Der S&P 500 fiel um 1,44 %, und der Nasdaq 100 gab um 2,21 % nach. Der Dow Jones Industrial Average verlor 0,09 %.

Heute haben sich die globalen Märkte nach dem Einbruch im Technologiesektor stabilisiert, und der Fokus liegt nun auf den Ergebnissen von Micron, die nach Börsenschluss in den USA erwartet werden. Der MSCI All‑Country World Index bewegt sich nach einem Rückgang von 1,7 % am Vortag kaum vom Fleck. Der KOSPI in Südkorea legte nach dem 10%‑Einbruch am Dienstag um rund 3 % zu, begünstigt durch Berichte über ein mögliches Aktienrückkaufprogramm von Samsung. Die Futures auf den S&P 500 liegen 0,2 % im Plus, die auf den Nasdaq 100 0,5 %.

Der Bericht von Micron erhält in einer Phase erhöhter Nervosität im Technologiesektor besondere Bedeutung. Die Aktie brach am Dienstag um 13 % ein, liegt seit Jahresbeginn jedoch weiterhin mehr als 250 % im Plus. Die Zahlen werden ein wichtiger Gradmesser dafür sein, ob die Nachfrage nach KI‑Infrastruktur stark genug ist, um die aktuellen Bewertungen zu rechtfertigen.

Die gestrige Abwärtsbewegung hat verdeutlicht, wie fragil das Gleichgewicht im Technologiesektor mittlerweile ist. Befürchtungen, dass die KI‑Rallye zu weit und zu schnell gelaufen ist, lösten eine weltweite Verkaufswelle aus. Der asiatische Index verlor 3,6 % und verzeichnete damit den stärksten Rückgang seit März. Der Nasdaq 100 fiel um rund 3,3 %. Der Philadelphia Semiconductor Index, der sich von seinen Tiefs in Kriegszeiten verdoppelt hatte, brach um etwa 8 % ein. Gleichwohl hat die Tech‑Branche eine solide Historie schneller Erholungen nach Korrekturen, und viele Marktteilnehmer sehen den Sektor trotz hoher Bewertungen weiterhin als eine der attraktivsten langfristigen Chancen.

Allerdings warnen einige Stimmen, dass KI derzeit möglicherweise die größte Blase der Markthistorie in Bezug auf Umfang, Verschuldung und Überschwang darstellt. Ein vollständiger Zusammenbruch steht jedoch nicht unmittelbar bevor, und von einer Kapitulation der Märkte kann noch keine Rede sein.

An den Rohstoff‑ und Rentenmärkten ist das Bild für die Fed von Bedeutung. Brent‑Rohöl fiel unter 77 US‑Dollar, nachdem der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus zugenommen hatte, während US‑Präsident Donald Trump das Justizministerium aufforderte zu untersuchen, warum die Benzinpreise nicht schneller fallen. US‑Staatsanleihen haben sich nach dem Renditeanstieg vom Vortag stabilisiert, da der Ausverkauf an den Aktienmärkten und der niedrigere Ölpreis den Druck auf die Fed, weiter zu straffen, etwas gemindert haben.

Technisch gesehen deutet die S&P 500-Analyse darauf hin, dass die unmittelbare Aufgabe der Käufer darin besteht, den Widerstandsbereich bei 7.381 Punkten zu überwinden. Gelingt dies, würde dies den Aufwärtsmomentum bestätigen und den Weg in Richtung 7.404 Punkte freimachen. Die Kontrolle oberhalb von 7.427 Punkten zu behaupten, würde die Position der Käufer zusätzlich stärken. Auf der Unterseite müssen die Käufer das Niveau von 7.355 Punkten verteidigen. Ein Bruch unter diese Marke dürfte den Index wahrscheinlich zurück auf 7.339 Punkte drücken und den Weg in Richtung 7.309 Punkte öffnen.