Am Donnerstag begann das Währungspaar EUR/USD eine schwache Aufwärtskorrektur, die nur entfernt an eine echte Korrektur erinnert. Das technische Bild wirkt derzeit eher wie eine kurze Verschnaufpause vor einem neuen Rückgang. Der Euro kann sich unter keinen Umständen erholen, da sich der Markt weiterhin unlogisch verhält und die meisten makroökonomischen und fundamentalen Ereignisse schlicht ignoriert. Den Höhepunkt bildete der gestrige Bericht zum US-BIP für das erste Quartal, der die Prognosen übertraf, aber … einen Rückgang des US-Dollar auslöste. Damit wird einmal mehr deutlich, dass es aktuell keine Korrelation zwischen den Nachrichten und den Kursbewegungen des Paares gibt. Man sollte sich außerdem daran erinnern, dass die Europäische Zentralbank vor zwei Wochen eine geldpolitische Straffung vorgenommen hat, auf die der Markt überhaupt nicht reagierte. Anschließend sahen wir eine wöchentliche Aufwertung des Dollar, die ausschließlich auf den Erwartungen von Vertretern der Federal Reserve hinsichtlich einer Zinserhöhung bis zum Jahresende beruhte. Auch der Faktor der Beendigung des geopolitischen Konflikts im Nahen Osten wurde vom Markt nicht berücksichtigt.
5M-Chart des EUR/USD-PaaresAuf dem 5-Minuten-Chart entstanden am Donnerstag drei Handelssignale, von denen keines den Tradern einen Gewinn einbrachte. Der Kurs änderte im Verlauf des Tages mehrfach seine Richtung und schenkte den technischen Niveaus keinerlei Beachtung. Daher hätten sich unerfahrene Trader an den ersten beiden Signalen orientieren können; anschließend wäre es ratsam gewesen, den Handel einzustellen.
Wie am Freitag handeln:Im Stundenchart setzt sich der Abwärtstrend fort, obwohl die Trendlinie in der vergangenen Woche durchbrochen wurde. Mit der Unterzeichnung des Abkommens zwischen Iran und den USA hat der Markt einen weiteren Grund weniger, die amerikanische Währung zu kaufen. Der Markt ignoriert diesen Umstand jedoch und schenkt generell fast allen Faktoren zugunsten des Euro keine Beachtung. Somit fehlt der aktuellen Stärke der amerikanischen Währung eine konkrete Begründung.
Am Freitag können Einsteiger Short-Positionen mit Zielen bei 1,1275–1,1292 eröffnen, sofern sich der Kurs unterhalb der Zone 1,1354–1,1363 festsetzt. Long-Positionen können mit einem Ziel bei 1,1413 eröffnet werden, wenn sich der Kurs oberhalb der Zone 1,1354–1,1363 etabliert. Allerdings könnte die Volatilität erneut gering ausfallen, was unbedingt berücksichtigt werden sollte.
Auf dem 5-Minuten-Chart sind folgende Niveaus zu beachten: 1,1292, 1,1354–1,1363, 1,1413, 1,1455–1,1474, 1,1527–1,1531, 1,1584–1,1594, 1,1655–1,1666, 1,1745–1,1754 und 1,1830–1,1837. In der Eurozone stehen am Freitag keine wichtigen Ereignisse oder Veröffentlichungen an, während in den USA lediglich der University of Michigan Consumer Sentiment Index veröffentlicht wird, der voraussichtlich keine starke, logisch nachvollziehbare Marktreaktion auslösen wird.
Grundregeln des Handelssystems:Die Stärke eines Signals wird durch die Zeit bestimmt, die zu seiner Ausbildung benötigt wird (Abpraller oder Ausbruch). Je weniger Zeit dies in Anspruch nimmt, desto stärker ist das Signal.Wurden an einem bestimmten Niveau aufgrund von Fehlsignalen zwei oder mehr Trades eröffnet, sind alle folgenden Signale von diesem Niveau zu ignorieren.In einer Seitwärtsphase kann jedes Währungspaar zahlreiche Fehlsignale ausbilden – oder gar keins. Technische Niveaus können in solchen Phasen ignoriert werden.Im Stundenchart sollten Handelssignale des MACD-Indikators nur umgesetzt werden, wenn eine ausreichende Volatilität vorliegt und der Trend durch eine Trendlinie oder einen Trendkanal bestätigt ist.Befinden sich zwei Niveaus zu nah beieinander (5 bis 20 Pips), sind sie als Unterstützungs- bzw. Widerstandszone zu betrachten.Nachdem sich der Kurs 15 Pips in die richtige Richtung bewegt hat, sollte der Stop-Loss auf den Break-even nachgezogen werden.Erklärungen zu den Charts:Kursniveaus (Zonen) von Unterstützung und Widerstand dienen sowohl als Ziele beim Eröffnen von Long- oder Short-Positionen als auch als Quellen für Signale.
Rote Linien kennzeichnen Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend anzeigen und die bevorzugte Handelsrichtung vorgeben.
Der MACD-Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein ergänzender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle dienen kann.
Wichtige Reden und Veröffentlichungen (im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung eines Währungspaares erheblich beeinflussen. Während solcher Veröffentlichungen sollte daher mit höchster Vorsicht gehandelt oder der Markt ganz verlassen werden, um plötzliche Umkehrbewegungen gegen die vorangegangene Richtung zu vermeiden.
Einsteiger im Forex-Markt sollten bedenken, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Die Entwicklung einer klaren Handelsstrategie und konsequentes Money-Management sind entscheidend für langfristigen Erfolg im Trading.