Insgesamt setzt das Währungspaar GBP/USD seinen Abwärtstrend fort, aber ich halte es für möglich, dass diese Abwärtsbewegung bereits kurz vor ihrem Abschluss steht. Warum? Erstens war die jüngste Rally des US-Dollars meiner Ansicht nach fundamental nicht vollständig gerechtfertigt. Der geopolitische Konflikt im Nahen Osten ist beendet, obwohl er über weite Teile des Jahres 2026 der Haupttreiber der Dollar-Stärke war. Zunächst stieg der Dollar wegen des Krieges, und dann setzte sich der Anstieg nach Ende des Konflikts fort – das ist zumindest ungewöhnlich. Zweitens konnten die FOMC-Sitzung und der falkenhafte Kurs der Fed den Dollar am vergangenen Mittwoch und möglicherweise noch am Donnerstag stützen, aber nicht eine ganze Woche lang. Wäre nicht die Nachricht vom Rücktritt Keir Starmers am vergangenen Montag gekommen, hätte GBP/USD wahrscheinlich noch stärker nachgegeben. Daher gehe ich nicht davon aus, dass allein die Nachrichtenlage den Rückgang des Pfunds erklärt.
Die technische Analyse deutet nun jedoch darauf hin, dass das Pfund zumindest Raum für eine Erholung in Richtung 1,3322 hat. Der Kurs reagierte auf die bearish imbalance 22, doch die Reaktion fiel schwach aus. Zuvor hatte der Markt zunächst die Liquidität unter dem Tief vom 6. April und anschließend unter dem Tief vom 31. März abgegriffen. Damit stehen einer schwachen Reaktion auf das bearishe Muster zwei bullishe Liquidity Grabs gegenüber. Mindestens eine technische Gegenbewegung nach oben sollte daher einsetzen. Angesichts der Tatsache, dass dem Dollar nach wie vor überzeugende Gründe für einen nachhaltigen Aufwärtstrend fehlen – und er 2026 bereits eine beeindruckende Rally verzeichnet hat – dürften es die Bären schwer haben, ihre Offensive deutlich auszudehnen. Dennoch sollten Trader sich stets auf die technische Analyse stützen, da sie das tatsächliche Marktverhalten widerspiegelt. Bleiben bullishe Muster oder Signale aus, gibt es keinen Grund, Long-Positionen zu eröffnen. In diesem Fall sollten Trader abwarten, wie der Markt auf die imbalance 21 reagiert.
Der Markt bleibt derzeit weiterhin vorsichtig in Bezug auf die Vereinbarung zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten. Dennoch lässt sich nun sagen, dass die aktive Phase des Konflikts offiziell beendet ist – zumindest vorerst. Die Fed löste eine starke Rally des US-Dollars aus, doch mir ist nach wie vor unklar, was die Bären dazu veranlasst, das Pfund weiter zu verkaufen. Meiner Meinung nach bleibt der übergeordnete Trend trotz des kräftigen Rückgangs in diesem Jahr, für den es keine überzeugende fundamentale Erklärung gibt, weiterhin bullish.
Das technische Bild stellt sich derzeit wie folgt dar: In der vergangenen Woche reagierte der Kurs auf die bearish imbalance 22, doch die Reaktion war schwach, was darauf hindeutet, dass sich der aktuelle Abwärtsimpuls seinem letzten Abschnitt nähern könnte. Zudem sind die Liquiditätssweeps unter den beiden jüngsten Tiefs (mit roten Linien markiert) hervorzuheben, die auf eine mögliche bullishe Umkehr hindeuten.
Am Montag gab es keine nennenswerten Konjunkturdaten, während die geopolitischen Schlagzeilen gemischt und häufig widersprüchlich ausfielen. Insgesamt sollte das geopolitische Umfeld inzwischen eher risikosensitive Währungen als den US-Dollar unterstützen. Möglicherweise brauchte der Markt einfach zwei Wochen, um dies zu erkennen.
Das breitere fundamentale Umfeld lässt mich weiterhin langfristige Schwäche beim US-Dollar erwarten. Weder der Konflikt zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten noch die Möglichkeit zusätzlicher Fed-Zinserhöhungen im Jahr 2026 ändern diese Einschätzung. Die geopolitischen Spannungen haben den Markt vorübergehend an den Status des Dollars als sicherer Hafen erinnert, doch der Konflikt ist beendet – oder befindet sich zumindest auf dem Weg zu einer Lösung. Die Absicht der Fed, 2026 die Zinsen anzuheben, stützt den Dollar zwar, aber eine straffere Geldpolitik wird auch die US-Wirtschaft bremsen. Zudem wurde Kevin Warsh von Donald Trump zum Leiter des FOMC ernannt – mit Zielsetzungen, die über die reine Aufrechterhaltung einer restriktiven Politik hinausgehen. Ich gehe nicht davon aus, dass sich die Straffung der Fed zu einem lang anhaltenden Zinserhöhungszyklus ausweitet. Daher werte ich jede Aufwertung des US-Dollars als temporär und nicht als Beginn eines nachhaltigen Trends.
Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und das Vereinigte KönigreichVereinigtes Königreich
BIP-Wachstumsrate Q1 (06:00 UTC)Vereinigte Staaten
JOLTS-Stellenangebote (14:00 UTC)Der Wirtschaftskalender für den 30. Juni enthält nur zwei Veröffentlichungen, von denen ich keine für besonders wichtig halte. Entsprechend ist es unwahrscheinlich, dass die Konjunkturnachrichten am Dienstag einen nennenswerten Einfluss auf die Marktstimmung haben werden.
GBP/USD Prognose und Trading-AusblickAus langfristiger Sicht bleibt der Ausblick für das Pfund bullish, während die Reaktion auf die bearish imbalance 22 nur zu einer begrenzten Abwärtsbewegung geführt hat. In dieser Woche wurde zwar ein neues Verkaufssignal generiert, doch wenn man berücksichtigt, dass sich GBP/USD auf dem Wochenchart seit fast einem Jahr seitwärts bewegt, lässt sich der aktuelle Rückgang ausschließlich technisch begründen. Innerhalb einer Trading-Range kann sich der Kurs ohne starken fundamentalen Auslöser in beide Richtungen bewegen. Da der jüngsten Dollar-Rally eine überzeugende Erklärung fehlt, wirkt die aktuelle Bewegung wie eine technische Schwankung innerhalb einer horizontalen Handelsspanne.
Das Pfund könnte zwar noch bis zum Niveau der Aufhebung des bullishen Trends bei 1,3007 fallen, doch dafür müssten sich neue bearishe Muster und Signale herausbilden. Derzeit sprechen die beiden jüngsten Liquidity Sweeps eher für die Bullen. Sollte sich ein bullishes Muster formen, hätten Käufer eine deutlich solidere Grundlage, um eine neue Aufwärtsbewegung zu starten.