AUD/USD: Preisanalyse und Prognose. Der stärkere US-Dollar bremst die Erholung des australischen Dollars

Das Währungspaar AUD/USD notierte am Dienstag bei rund 0,6890 und damit knapp unter der runden Marke von 0,6900. Es blieb weitgehend stabil, während die Anleger das Protokoll der jüngsten geldpolitischen Sitzung der Reserve Bank of Australia (RBA) auswerteten und sich im Vorfeld wichtiger US-Arbeitsmarktdaten zurückhielten.

Aus dem Protokoll der RBA ging hervor, dass die Führung der Notenbank die aktuellen Finanzierungsbedingungen als etwas restriktiv einstuft, aber bereit ist, die Zinsen bei Bedarf weiter anzuheben, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Die Zentralbank wies außerdem darauf hin, dass die Spannungen im Nahen Osten Aufwärtsrisiken für die Inflation bergen und sich negativ auf die wirtschaftlichen Aussichten auswirken.

Diese Aussagen stützen den australischen Dollar zwar etwas, der Effekt bleibt jedoch begrenzt. Anleger gehen überwiegend davon aus, dass die Zentralbank die Folgen der bereits erfolgten geldpolitischen Straffung zunächst weiter beobachten will, bevor sie neue Schritte einleitet; diese Sichtweise wird auch von Analysten bei TD Securities bestätigt.

Unterdessen haben Konjunkturdaten aus China ein positives Signal für den australischen Dollar geliefert. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in China stieg im Juni auf 50,3, nach 50,0 im Vormonat, und übertraf damit die Erwartungen (Prognose: 50,1). Der PMI für den Nicht‑Industriesektor verbesserte sich ebenfalls und sprang von 50,1 im Mai auf 50,2, womit er über der Konsensschätzung (49,9) lag und auf eine anhaltende Expansion im Dienstleistungssektor hindeutet.

Trotz der ermutigenden Daten aus dem wichtigsten Handelspartner Australiens bleibt der australische Dollar gegenüber dem US‑Dollar unter Druck. Die US‑Währung bleibt gefragt, da die Märkte auf die Veröffentlichung wichtiger Arbeitsmarktdaten in dieser Woche warten: Im Fokus der Anleger stehen der JOLTs‑Bericht (offene Stellen und Fluktuation), der später am Dienstag veröffentlicht wird, sowie der Nonfarm Payrolls‑Bericht, der im weiteren Wochenverlauf erwartet wird.

In der Folge behauptet der US Dollar Index (DXY) seine Stärke, da die Marktteilnehmer ihre Erwartungen an die künftige Geldpolitik der Federal Reserve weiter anpassen. Angesichts der vorsichtigen Stimmung an den Märkten wird die Erholung des AUD/USD gebremst – trotz des vergleichsweise „hawkishen“ Tons im Protokoll der RBA‑Sitzung und der Anzeichen für Stabilität in der chinesischen Wirtschaft.

Aus technischer Sicht notiert das Währungspaar zwischen der wichtigen 200-Tage-EMA und der 200-Tage-SMA, knapp unter der runden Marke von 0,6900. Die 200-Tage-SMA fungiert als Unterstützung, während die 200-Tage-EMA als Widerstand wirkt. Nach einem Überwinden des ersten Widerstands stößt das Paar auf weitere Hürden an der 9-Tage-EMA. Gelingt es nicht, die Unterstützung zu halten, könnte sich der Rückgang in Richtung des Märztiefs bei etwa 0,6830 beschleunigen, weiter auf dem Weg zur runden Marke von 0,6800. Die Oszillatoren sind negativ und bestätigen damit den Vorteil für die Bären. Der Relative-Stärke-Index ist in überverkauftes Terrain gefallen, was auf eine Abschwächung des bärischen Drucks zugunsten einer bärischen Konsolidierung hindeutet.

Die nachstehende Tabelle zeigt die prozentualen Veränderungen des Wechselkurses des Australischen Dollars gegenüber den wichtigsten Währungen für den heutigen Tag. Das größte Wachstum des Australischen Dollars wurde gegenüber dem Japanischen Yen verzeichnet.