EUR/JPY: Kursanalyse und Prognose. Der Euro stabilisiert sich gegenüber dem Yen vor dem Hintergrund nachlassender Inflation in Deutschland

Das Währungspaar EUR/JPY verzeichnet am Dienstag einen leichten Anstieg und hat sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung leicht auf die 50-Tage-SMA zurückgezogen. Der Wechselkurs liegt bei etwa 185,18 und ist damit im Tagesverlauf um 0,07 % gestiegen. Die Stabilität des Euro stützt das Paar, obwohl die Inflationsdaten aus Deutschland unter den Prognosen geblieben sind. Gleichzeitig steht der japanische Yen weiterhin unter Druck, trotz wiederholter Warnungen aus Tokio vor übermäßigen Schwankungen des Wechselkurses.

Veröffentlichte Daten aus Deutschland zeigten, dass die Inflation im Juni deutlich stärker nachgelassen hat als erwartet. Der Verbraucherpreisindex (VPI) stieg im Jahresvergleich um 2,3 %, nach 2,6 % im Mai und unter der Markterwartung von 2,5 %. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) – ein wichtiger Inflationsindikator für die Europäische Zentralbank – blieb ebenfalls hinter den Erwartungen zurück, mit einem Anstieg von 2,4 % gegenüber dem Vorjahr (zuvor 2,7 %) und einem Rückgang von 0,2 % im Monatsvergleich.

Diese Zahlen liefern weitere Hinweise auf nachlassenden Inflationsdruck in der größten Volkswirtschaft der Eurozone. Bereits am selben Tag merkte der Präsident der niederländischen Zentralbank, Klaas Knot, an, dass sinkende Energiepreise infolge der Entspannung der Lage im Nahen Osten zu einer weiteren Abschwächung der Inflation beitragen dürften. Allerdings warnten die EZB-Vertreter Pierre Wunsch und Joachim Nagel, dass die Inflation aufgrund der weiterhin äußerst unsicheren geopolitischen Lage noch mehrere Quartale über dem Zielwert von 2 % verharren könnte.

Die Anleger richteten ihre Aufmerksamkeit zudem auf die Einzelhandelsumsätze in Deutschland, die die Prognosen übertrafen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts Destatis erhöhten sich die Einzelhandelsumsätze im Mai um 1,1 % gegenüber dem Vormonat und um 1,8 % im Jahresvergleich. Damit lagen sie über den Markterwartungen und deuten auf eine robuste Konsumnachfrage hin, trotz des erhöhten Inflationsniveaus.

Nun warten die Marktteilnehmer auf die Vorabveröffentlichung der HVPI-Daten für die Eurozone, die für Mittwoch angesetzt ist und zusätzliche Hinweise auf die künftige Entwicklung der EZB-Leitzinsen liefern könnte. Der japanische Yen wird weiterhin durch die Möglichkeit von Währungsinterventionen gestützt. Kabinettssekretär Minoru Kihara bekräftigte die Bereitschaft der Behörden, bei Bedarf am Devisenmarkt einzugreifen, während Finanzministerin Satsuki Katayama betonte, dass die Regierung bereit sei, bei Wechselkursschwankungen entsprechend zu reagieren. Zugleich nähren laufende Diskussionen innerhalb der Bank of Japan die Erwartungen einer schrittweisen Normalisierung der Geldpolitik, auch wenn die anhaltend niedrigen Zinsen in Japan die Attraktivität des Yen weiterhin begrenzen.

Aus technischer Sicht bewegt sich das Paar derzeit in einer Seitwärtsphase innerhalb der aktuellen Handelsspanne, und die Oszillatoren zeigen ein neutrales Bild, was die seitliche Bewegung bestätigt. Es ist jedoch anzumerken, dass die Bullen alle gleitenden Durchschnitte überwunden haben, was die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Aufwärtsbewegung des Paares erhöht. Zusätzlich ist die 200-Tage-SMA nach oben gerichtet, was bestätigt, dass das Paar aus langfristiger Perspektive steigen dürfte.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung des Euro-Wechselkurses gegenüber den wichtigsten Währungen am Dienstag. Der stärkste Anstieg des Euro ist gegenüber dem japanischen Yen zu beobachten.