Das Währungspaar EUR/USD eröffnete den Dienstag mit einem erneuten Rückgang. Dieser Rückgang fiel diesmal zwar kurz aus, doch dem Euro gelang es abermals nicht, nach oben zu drehen. Bemerkenswert ist, dass der Abwärtstrend nun bereits seit zwei Monaten anhält und Teil eines übergeordneten Aufwärtstrends ist, der seit vier Jahren besteht. Selbst wenn der globale Aufwärtstrend intakt bleibt, gibt der zweimonatige Rückgang des Paares Anlass zur Sorge. Der Grund dafür ist, dass der Markt eingehende Informationen derzeit sehr einseitig interpretiert. So sah er beispielsweise vor zwei Wochen keinen Anlass, auf das Abkommen zwischen Iran und den USA zu reagieren. Auch die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank blieben unbeachtet. Auf den Abbruch der Verhandlungen zwischen Iran und den USA in der vergangenen Nacht reagierte er hingegen sehr heftig. Zudem wird bereits eine mögliche künftige Zinserhöhung durch die Federal Reserve eingepreist. Experten, die die Aufwertung des US-Dollars beobachtet haben, kamen umgehend zu dem Schluss, dass der Trend nun dollargetrieben sei und die ganze Welt wieder danach trachte, von den „verstorbenen amerikanischen Präsidenten“ zu profitieren. Insgesamt wechseln die Stimmungen am Markt rasch, und nur wenige können erklären, warum sie sich ändern.
Doch zurück zur Geopolitik und „unseren Schafen“: Donald Trump erklärte am Montag, dass am Dienstag in Katar eine neue Verhandlungsrunde mit Iran stattfinden werde. Iran dementierte diese Information erneut, doch was Teheran genau meinte, bleibt unklar. Einerseits verweigert Iran den Kontakt mit Washington nicht, andererseits möchte es ausschließlich über Vermittler verhandeln. Zudem verweist es auf Verstöße der amerikanischen Seite gegen Waffenstillstandsbedingungen und Memorandum und strebt gleichzeitig an, eine Gebühr für die Nutzung der Straße von Hormus einzuführen. Informationen treffen weiterhin aus unterschiedlichen Quellen ein, die sich häufig widersprechen oder sich zumindest nicht decken. Daher ist es schlicht unmöglich, sich derzeit ein klares Bild davon zu machen, was in Iran geschieht.
Insgesamt gehören wir zu denen, die keinerlei Fortschritt in den Verhandlungen zwischen den USA und Iran erkennen und ein dauerhaftes Friedensabkommen für unerreichbar halten. Im besten Fall werden Iran und die USA den Konflikt einfrieren und die Straße von Hormus wieder öffnen; von dort aus könnten sie dann zehn Jahre weiterverhandeln. Übrigens, so lange dauerten auch die Verhandlungen über das Atomabkommen, aus dem Trump 2018 mit einem Federstrich ausgestiegen ist. Wir gratulieren dem amerikanischen Präsidenten zu einem weiteren „Sieg“. Jetzt sind es die Vereinigten Staaten, die alle nur möglichen Zugeständnisse machen müssen, nur um Iran an den Verhandlungstisch zu bringen und zumindest ein teilweises Atomabkommen zu erreichen. Die Kongresswahlen rücken näher, Trumps Zustimmungswerte fallen weiter, und der US-Präsident hat begonnen, Mineralölkonzerne mit Sanktionen und Krieg zu bedrohen, falls sie die Benzinpreise nicht senken. Nach Ansicht des Hausherrn im Weißen Haus sollte ein Gallone Treibstoff 2,50 US-Dollar kosten – weniger als vor dem Krieg in Iran. Uns scheint, dass jeder versteht, was sich hinter diesen Drohungen verbirgt. Trump muss dringend die Gunst der Wähler zurückgewinnen, was bei den derzeitigen Benzinpreisen, der aktuellen Inflation und ohne Einigung mit Iran unmöglich ist.
Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD der letzten 5 Handelstage betrug zum 1. Juli 60 Pips, was als „durchschnittlich“ gilt. Für Mittwoch erwarten wir eine Bewegung des Paares zwischen 1,1354 und 1,1474. Der obere Kanal der linearen Regression hat sich nach unten verschoben, was auf eine Fortsetzung des Abwärtstrends hindeutet. Der CCI-Indikator ist in den überverkauften Bereich eingetreten und hat zwei bullische Divergenzen ausgebildet, was auf ein mögliches Ende des Abwärtstrends hinweist.
Nächste Unterstützungszonen:S1 – 1,1414S2 – 1,1353S3 – 1,1292Nächste Widerstandszonen:R1 – 1,1475R2 – 1,1536R3 – 1,1597Handelsempfehlungen:Das EUR/USD-Paar zeigt weiterhin einen Abwärtstrend, vermutlich eine Korrektur innerhalb des übergeordneten globalen Aufwärtstrends, der im Tages‑ oder Wochenchart deutlich sichtbar ist. Das globale fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt negativ, doch im Jahr 2026 waren es zunächst geopolitische Faktoren und anschließend der hawkische Kurs der Fed, die der US‑Währung kräftige Unterstützung gaben. Solange der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt liegt, können Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1353 und 1,1292 in Betracht gezogen werden. Oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts bleiben Long-Positionen mit Kurszielen bei 1,1536 und 1,1597 relevant. Die Bären sind derzeit aus keinem ersichtlichen Grund sehr stark.
Erläuterungen zu den Abbildungen:Regressionkanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in dieselbe Richtung, deutet dies auf einen starken Trend hin.Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, smoothed) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte.Murray-Level sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen.Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilitätskennzahlen den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am nächsten Tag bewegen wird.Wenn der CCI-Indikator in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) eintritt, weist dies darauf hin, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.