EUR/USD – 1. Juli: Verbraucherpreisindex dürfte Richtung des Euro bestimmen

Das Währungspaar EUR/USD schloss am Dienstag zum dritten Mal über dem Fibonacci-Retracement-Level von 100,0 % bei 1,1409 und am frühen Mittwoch zum dritten Mal wieder darunter. Dies deutet darauf hin, dass die Händler weiterhin unentschlossen über die künftige Richtung des Paares sind, sodass das Niveau von 1,1409 als Grundlage für Handelssignale unzuverlässig ist. Die Marktaktivität ist derzeit verhalten, da die Händler auf wichtige Konjunkturdaten aus der Eurozone und den Vereinigten Staaten warten. Die ersten Veröffentlichungen werden im Laufe des Tages erwartet.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt bärisch. Die zuletzt abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief nach unten durchbrochen, während die jüngste Aufwärtswelle nicht in der Lage war, das vorherige Hoch zu übertreffen. Das geopolitische Umfeld hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verbessert, da der Konflikt im Nahen Osten zumindest pausiert und Iran und die Vereinigten Staaten ein vorläufiges Abkommen unterzeichnet haben. Allerdings sorgten zunächst die geldpolitische Ausrichtung der Federal Reserve und anschließend die Entwicklungen rund um die Verhandlungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten für eine erneute Nachfrage nach dem US‑Dollar. Obwohl ein Dokument unterzeichnet wurde, gibt es in den Verhandlungen bislang keine nennenswerten Fortschritte.

Der Nachrichtenfluss am Dienstag blieb trotz einer Fülle an veröffentlichten Konjunkturdaten relativ schwach. Deutschland veröffentlichte Daten zu den Einzelhandelsumsätzen, zur Inflation und zur Arbeitslosigkeit, während die Vereinigten Staaten den JOLTS-Bericht zu offenen Stellen publizierten. Keines dieser Daten jedoch konnte die Aufmerksamkeit der Händler auf sich ziehen. Auch die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten blieben ohne Einfluss auf den Markt. Gespräche zwischen Teheran und Washington sollten eigentlich in Katar stattfinden, doch Teheran lehnte ein persönliches Treffen mit Vertretern der USA ab. In der Folge fanden die Verhandlungen nicht statt. Teheran verlangt, dass die Vereinigten Staaten die Bedingungen des Memorandums erfüllen, bevor die Gespräche in die nächste Phase gehen können. Insgesamt verharrt die Lage in einem Stillstand. Heute werden sich die Marktteilnehmer auf Reden von Notenbankvertretern und den Inflationsbericht der Eurozone konzentrieren. Die geldpolitische Entscheidung der EZB im Juli wird weitgehend davon abhängen, wie hoch sich die Inflation im Juni erweist. Vorerst gehe ich weiterhin davon aus, dass die Bären die Kontrolle behalten.

Im 4-Stunden-Chart hat sich das Währungspaar unter dem 100,0%-Fibonacci-Retracement bei 1,1411 gefestigt, was die Erwartung eines weiteren Rückgangs des Euro zulässt. Gleichzeitig hat der CCI-Indikator eine bullische Divergenz ausgebildet, während der RSI überkaufte Bedingungen signalisiert. Beides zusammen hat den Vormarsch der Bären vorübergehend gestoppt. Ein Schlusskurs oberhalb von 1,1411 würde das Szenario weiterer Kursgewinne des Euro und eine Rückkehr in den fallenden Trendkanal untermauern.

Commitments of Traders (COT)-Report:

In der letzten Berichts­woche eröffneten institutionelle Händler 19.327 Long-Positionen und 23.522 Short-Positionen. In den sieben Wochen im Februar und März verschwand der deutliche Vorteil der Bullen infolge des Konflikts mit Iran. In den vergangenen dreizehn Wochen hat sich die Lage nach und nach stabilisiert, da die Kampfhandlungen im Nahen Osten nachließen und die Bullen wieder die Oberhand gewinnen konnten. Spekulative Händler halten nun insgesamt 247.000 Long-Positionen gegenüber 217.000 Short-Positionen.

Insgesamt bevorzugen große institutionelle Händler den Euro weiterhin auf längere Sicht. Selbstverständlich beeinflussen die zahlreichen globalen Ereignisse der letzten Jahre die Stimmung der Anleger nach wie vor. Derzeit bleibt der Fokus des Marktes auf den Nahen Osten gerichtet, wo die militärischen Operationen pausieren und ernsthafte Verhandlungen begonnen haben, die letztlich zu einem dauerhaften Frieden führen könnten. Dennoch ignoriert der Markt weiterhin das verbesserte geopolitische Umfeld sowie mehrere andere Faktoren, die den Euro nach wie vor stützen.

Nachrichtenkalender für die Vereinigten Staaten und die Eurozone:

Eurozone – Verbraucherpreisindex (09:00 UTC).Vereinigte Staaten – ADP Beschäftigungsänderung (12:15 UTC).Eurozone – Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde (13:00 UTC).Vereinigte Staaten – Rede des FOMC-Mitglieds Kevin Warsh (13:00 UTC).Eurozone – Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde (14:00 UTC).Vereinigte Staaten – ISM Prices Paid Index (14:00 UTC).

Der Wirtschaftskalender für den 1. Juli umfasst sechs geplante Ereignisse, von denen mindestens vier als bedeutend eingestuft werden können. Folglich könnte der fundamentale Hintergrund die Marktstimmung den ganzen Tag über beeinflussen.

EUR/USD Prognose und Trading-Tipps:

Long-Positionen können heute in Betracht gezogen werden, wenn das Paar auf dem Stundenchart oberhalb der Marke von 1,1409 schließt, mit einem Ziel bei 1,1514. Neue Short-Positionen werden nach einem Schlusskurs unterhalb von 1,1409 auf dem Stundenchart interessant, mit einem Ziel bei 1,1290. Die letzten sechs Handelssignale, die um dieses Niveau herum generiert wurden, haben jedoch keine nennenswerten Kursbewegungen ausgelöst.

Die Fibonacci-Gitter werden auf dem Stundenchart mit 1,1409–1,1850 und auf dem 4-Stunden-Chart mit 1,1411–1,1850 konstruiert.