Das Währungspaar USD/JPY setzt die Aufwärtsbewegung vom Dienstag fort und nähert sich einem Mehrjahreshoch. Händler agieren vorsichtig in Erwartung einer möglichen Währungsintervention durch die japanischen Behörden.
Am Dienstag bekräftigte Japans Kabinettschef Minoru Kihara erneut die Bereitschaft der Regierung, bei Bedarf Maßnahmen am Devisenmarkt zu ergreifen. Japans Finanzminister Shunichi Suzuki betonte ebenfalls die Bereitschaft zu intervenieren, sollte es zu übermäßigen Schwankungen des Yen-Wechselkurses kommen. Solche wiederholten Warnungen und verbalen Interventionen haben jedoch bislang keine spürbaren Ergebnisse gebracht, da der Zinsunterschied zwischen Japan und anderen großen Volkswirtschaften, darunter den USA, weiterhin deutlich ist.
Im Juni erhöhte die Bank of Japan ihren Leitzins auf 1 % – den höchsten Stand seit 1995 –, während die US-Notenbank Federal Reserve ihre Zielspanne bei 3,5–3,75 % beließ. Es wird erwartet, dass die BoJ ihre schrittweise Normalisierung der Geldpolitik fortsetzt. Die anhaltenden Erwartungen weiterer Zinserhöhungen durch die Federal Reserve stützen jedoch weiterhin die Attraktivität von Carry-Trade-Strategien mit dem Yen. Dieser Faktor, zusammen mit einer moderaten Aufwertung des US-Dollar, treibt das Währungspaar USD/JPY nach oben und unterstützt die Bullen.
Zuletzt haben sich die USA und Iran gegenseitig vorgeworfen, ein im Juni unterzeichnetes Übergangsabkommen verletzt zu haben, was den fragilen Friedensprozess gefährdet. Darüber hinaus bestätigten die JOLTS-Daten (Stellenangebote und Personalfluktuation in den USA) die Robustheit des Arbeitsmarkts und verstärkten die Erwartungen, dass die US-Notenbank die Kreditkosten anheben wird. Mithilfe des FedWatch-Tools von CME Group schätzen Händler die Wahrscheinlichkeit eines solchen Schritts in diesem Jahr derzeit auf rund 83 %. Dies untermauert kurzfristig eine weitere Stärkung des US-Dollar und des Währungspaars USD/JPY.
Die Aufmerksamkeit der Trader richtet sich nun auf die bevorstehende Rede von Kevin Warsh beim Forum der Europäischen Zentralbank (EZB) in Sintra. Darüber hinaus könnten die am Mittwoch anstehenden US-Konjunkturdaten – der ADP-Beschäftigungsbericht für den Privatsektor und der ISM Manufacturing PMI – den Dollar in der zweiten Hälfte der nordamerikanischen Handelssitzung zusätzlich stützen. Anschließend wird das Hauptaugenmerk auf der Veröffentlichung der monatlichen US-Arbeitsmarktdaten liegen – dem Nonfarm Payrolls (NFP) Report, der am Donnerstag erwartet wird.
Aus technischer Sicht notiert das Währungspaar über den wichtigen gleitenden Durchschnitten, wobei die Oszillatoren positiv sind und auf einen Vorteil für die Bullen am Markt hindeuten. Allerdings befindet sich der Relative-Stärke-Index im überkauften Bereich, was auf eine mögliche Abschwächung der Aufwärtsdynamik hinweist und eine Konsolidierung oder eine Korrekturbewegung bestätigt.
Die nachstehende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung des japanischen Yen gegenüber den wichtigsten Währungen in der laufenden Woche. Der japanische Yen verzeichnete die stärkste Aufwertung gegenüber dem kanadischen Dollar.