GBP/USD – 3. Juli: Das Pfund setzt seine Erholung unter günstigen Rahmenbedingungen fort

Im Stundenchart prallte das Währungspaar GBP/USD am Donnerstag vom 50,0%-Retracement-Niveau bei 1,3298 nach oben ab und stieg bis zum 76,4%-Fibonacci-Niveau bei 1,3382. Anschließend kam es zu einem Rücksetzer von 1,3382 und einer weiteren Reaktion von 1,3335. Am Freitagmorgen setzt sich die Aufwärtsbewegung in Richtung 1,3382 fort. Ein erneuter Rückprall von diesem Niveau würde erneut den US-Dollar begünstigen und für einen Rückgang in Richtung 1,3335 und 1,3298 sprechen. Eine Stabilisierung des britischen Pfunds oberhalb von 1,3382 würde die Wahrscheinlichkeit einer fortgesetzten Aufwärtsbewegung in Richtung des Widerstandsbereichs bei 1,3454–1,3457 erhöhen.

Die Wellenstruktur hat sich innerhalb weniger Stunden auf einen bullischen Ausblick gedreht. Die zuletzt abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief unterschritten, während die neue Aufwärtswelle das vorherige Hoch überschritten hat und sich weiter entwickelt. Damit haben die Bullen nun endgültig die Kontrolle übernommen, auch wenn ich damit bereits vor etwa 2–3 Wochen gerechnet hatte. Jetzt ist es wichtig, das Momentum nicht zu verlieren. Das Britische Pfund steigt in einem soliden Tempo.

Das fundamentale Umfeld hat am Donnerstag die bullische Stimmung am Markt unterstützt, obwohl der US-Arbeitslosenbericht eigentlich Abwärtsdruck hätte auslösen können. Trotz der Tatsache, dass in den vergangenen drei Monaten deutlich weniger Stellen geschaffen wurden als erwartet, ist es die Arbeitslosenquote, die den Gesamtzustand des Arbeitsmarktes widerspiegelt. Die Trader maßen dem Nonfarm Payrolls-Bericht jedoch mehr Bedeutung bei, was den Rückgang der US-Währung erklärt. Heute ist in den Vereinigten Staaten ein Feiertag, da morgen der 4. Juli, der Independence Day, begangen wird. Das Handelsvolumen könnte zurückgehen, doch das Britische Pfund hat in dieser Woche bereits deutliche Fortschritte erzielt. Meiner Ansicht nach ist der bärische Vorstoß gestoppt. Im Tageschart steigt das Pfund nun schon seit sieben Tagen in Folge, was eine solide Grundlage für einen neuen Aufwärtstrend bildet. Nach den gestrigen Daten vom US-Arbeitsmarkt ist die Wahrscheinlichkeit weiterer geldpolitischer Straffungen durch das FOMC gesunken, sodass der Dollar kurzfristig mit Gegenwind zu kämpfen haben dürfte.

Im 4-Stunden-Chart prallte GBP/USD vom 100,0%-Retracement-Niveau bei 1,3159 nach oben ab, drehte zugunsten des britischen Pfunds und stieg bis zum 61,8%-Fibonacci-Niveau bei 1,3348. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,3348 würde es Tradern ermöglichen, mit einer weiteren Aufwärtsbewegung in Richtung des nächsten Retracement-Levels bei 50,0 % (1,3409) zu rechnen. Eine Abweisung von 1,3409 würde wiederum den US-Dollar begünstigen und einen Rückgang in Richtung 1,3277 unterstützen. Aktuell sind auf keinem Indikator neue Divergenzen zu erkennen.

Commitments of Traders (COT)-Report

Die Stimmung unter nicht-kommerziellen Händlern ist in der letzten Berichts­woche deutlich bärischer geworden. Die Long-Positionen der Spekulanten gingen um 1.271 Kontrakte zurück, während die Short-Positionen um 32.863 zulegten. Die aktuelle Differenz zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun bei rund 41.000 gegenüber zuvor 147.000. In den vergangenen Monaten hatten die Bären den Markt klar im Griff; anders als zuvor wirft diese Dominanz nun jedoch Fragen auf, da sich der fundamentale Hintergrund deutlich verändert hat. Derzeit verfügen die Bären über mehr als einen dreifachen Vorteil.

Ich rechne weiterhin nicht mit einem übergeordneten Abwärtstrend für das britische Pfund, doch kurzfristig wird alles weniger von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken abhängen, sondern vielmehr von Dauer, Ausmaß und Folgen des Krieges im Nahen Osten. In den vergangenen Wochen hat sich der Markt eher auf ein Szenario des Friedens zubewegt, doch die Verhandlungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten könnten langwierig und kompliziert werden, und es gibt keine Garantie dafür, dass sie in einem Nuklearabkommen münden.

Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte KönigreichVereinigtes Königreich – Rede des Bank of England-Gouverneurs Andrew Bailey (15:00 UTC).

Der Kalender für den 3. Juli enthält nur ein Ereignis. Da Andrew Bailey jedoch bereits in dieser Woche gesprochen hat, wird diese Veröffentlichung nicht als besonders wichtig eingeschätzt. Der Einfluss des makroökonomischen Umfelds auf die Marktstimmung dürfte am Freitag äußerst gering oder gar nicht spürbar sein.

GBP/USD-Prognose und Handelsempfehlungen

Kurzpositionen sind heute bei einem Abprall von 1,3382 im Stundenchart möglich, mit Kurszielen bei 1,3335 und 1,3298. Long-Positionen kommen bei einem Ausbruch und einer Bestätigung oberhalb von 1,3382 in Betracht, mit einem Zielbereich von 1,3454–1,3457.

Die Fibonacci-Raster werden im Stundenchart auf Basis von 1,3457–1,3139 und im 4‑Stunden-Chart auf Basis von 1,3158–1,3655 eingezeichnet.