Aktienmarkt am 3. Juli: S&P 500 und Nasdaq schließen uneinheitlich

Die US-Aktienindizes schlossen den Tag uneinheitlich. Der S&P 500 fiel um 0,01 %, der Nasdaq 100 gab 0,80 % nach, und der Dow Jones Industrial Average stieg um 1,14 %.

Die globalen Märkte haben sich heute nach dem Ausverkauf im Technologiesektor erholt, angetrieben von einem Paradox: Ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht hat die Erwartungen an eine unmittelbar bevorstehende Zinserhöhung der Fed gedämpft und Risikoanlagen Rückenwind gegeben. Der MSCI Asia Pacific Index stieg um 1,8 %, die Nasdaq-100-Futures legten um 0,8 % zu, und Gold setzte seine Rally fort. Der südkoreanische KOSPI ragte heraus und sprang nach einem volatilen Start um rund 5 % nach oben.

Viele Analysten betonen, dass die Fundamentaldaten im Technologiesektor weiterhin solide sind und der Markt das Potenzial von Speicherchipherstellern und Anbietern von AI-Ausrüstung noch immer unterschätzt. Gleichzeitig warnen vorsichtigere Stimmen vor einem Regimewechsel in der zweiten Jahreshälfte. Invesco stellte gestern fest, dass die Entwicklung in der ersten Jahreshälfte von Marktdynamik getragen wurde, wobei die AI-Welle viele Unternehmen unterschiedslos nach oben gehoben hat. Künftig dürfte das Umfeld selektiver werden, und Anleger werden Unternehmen identifizieren müssen, die ihre Profitabilität halten können, während die Produktionskapazitäten ausgebaut werden und die Nachfrageschwankungen zunehmen.

Ein zentraler Treiber für alle Anlageklassen ist die Neubewertung der Fed-Politik nach dem schwachen Arbeitsmarktbericht. Die Zahl der Beschäftigten stieg nur um 57.000, die Vormonatswerte wurden nach unten revidiert, und die Arbeitslosenquote sank auf 4,2 %, vor allem aufgrund eines deutlichen Rückgangs der Erwerbsquote. Ein nachlassender Arbeitsmarkt nimmt den Druck von einer sofortigen Zinserhöhung und verschafft der Fed Spielraum für Geduld. Händler haben ihre Wetten auf weitere Straffungen zurückgefahren, preisen aber weiterhin mindestens eine Zinserhöhung in diesem Jahr ein.

Gold legte den dritten Tag in Folge zu, stieg um 1,8 % auf rund 4.195 US-Dollar je Unze und steht kurz davor, eine vierwöchige Verlustserie zu beenden. Silber zog um 2,4 % auf 62,40 US-Dollar an. Brent-Rohöl stabilisierte sich bei rund 72 US-Dollar pro Barrel vor dem Hintergrund geringer Tankeraktivität in der Straße von Hormus – ein Faktor, der das Angebot kurzfristig gestützt hat, während die Gespräche zwischen den USA und Iran andauern.

Nun richtet sich alle Aufmerksamkeit auf den US-Arbeitsmarktbericht, der später in dieser Woche veröffentlicht wird. Bestätigen die Arbeitsmarktdaten ihre Stärke, würden sich die Erwartungen an eine Zinserhöhung im September verfestigen, was voraussichtlich auf Gold lasten und den US-Dollar stützen dürfte. Fallen die Zahlen hingegen schwächer aus, gewinnen die Argumente für eine Zinspause an Gewicht.

Das technische Bild für den S&P 500 deutet darauf hin, dass die unmittelbare Aufgabe der Käufer heute darin besteht, den Widerstand bei 7.518 Punkten zu überwinden. Das würde auf weitere Stärke hindeuten und den Weg in Richtung 7.544 Punkte freimachen. Ein Halten der Marke von 7.574 Punkten würde die Position der Bullen zusätzlich festigen. Auf der Unterseite müssen die Käufer das Niveau von 7.494 Punkten verteidigen. Ein Bruch dieser Marke dürfte den Index rasch zurück auf 7.474 Punkte drücken und den Weg in Richtung 7.451 Punkte öffnen.