EUR/USD – 3. Juli: US-Arbeitsmarktdaten signalisieren Schwäche

Das Währungspaar EUR/USD hat am Donnerstag den Ausbruch über das 100,0%-Fibonacci-Retracement-Niveau bei 1,1409 bestätigt. Damit können Trader mit einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung in Richtung des nächsten Fibonacci-Niveaus bei 1,1514 (76,4%) rechnen. Eine erneute Konsolidierung unterhalb von 1,1409 würde den US-Dollar begünstigen, doch derzeit würde ich Handelsentscheidungen nicht auf dieser Marke aufbauen. In letzter Zeit sind hier zu viele Fehlsignale entstanden.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt bärisch. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief nach unten durchbrochen, während die letzte Aufwärtswelle das vorherige Hoch noch nicht überschritten hat. Die geopolitische Lage hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verbessert, da die Feindseligkeiten im Nahen Osten zumindest zum Stillstand gekommen sind und Iran und die Vereinigten Staaten eine Art Abkommen geschlossen haben. Ein bestätigtes Ende des Abwärtstrends kann erst nach einem Ausbruch über das Hoch bei 1,1620 oder nach der Ausbildung von zwei aufeinanderfolgenden Aufwärtswellen in Betracht gezogen werden.

Der Nachrichtenfluss am Donnerstag hat die Bullen deutlich begünstigt. Ich bin überrascht, dass der Anstieg des Euro so begrenzt ausgefallen ist, angesichts der Schwäche des Nonfarm-Payrolls-Berichts. Es ist zu beachten, dass nicht nur der Wert für Juni deutlich unter den Markterwartungen lag, sondern dass auch die Zahlen für Mai und April nach unten revidiert wurden. Insgesamt haben die Revisionen das Beschäftigungswachstum in den USA in diesen zwei Monaten um mehr als 70.000 Stellen verringert. Das ist ein beträchtlicher Umfang. Daher halte ich die Marktreaktion auf den Bericht für unzureichend und rechne weiterhin mit weiteren Kursgewinnen des Währungspaares. Vielleicht nicht heute, da der 4. Juli der Unabhängigkeitstag in den USA ist, aber sehr wahrscheinlich in der kommenden Woche.

Ich möchte außerdem darauf hinweisen, dass die Schwäche des US-Arbeitsmarktes die tendenziell restriktive Ausrichtung des FOMC bremsen könnte. Anfang dieser Woche erklärte Kevin Warsh, der Arbeitsmarkt sei stabil geblieben, doch diese Aussagen erfolgten vor der Veröffentlichung des Nonfarm-Payrolls-Berichts. Er betonte zudem die Notwendigkeit, die Inflation wieder auf das 2%-Ziel der Federal Reserve zurückzuführen, aber auch diese Bemerkungen wurden vor den Payroll-Daten gemacht. Infolgedessen könnte die Haltung der Fed in naher Zukunft deutlich weniger restriktiv werden, was den Bullen zusätzliche Unterstützung liefern würde.

Im 4-Stunden-Chart hat sich das Währungspaar oberhalb des 100,0 %-Fibonacci-Retracement-Levels bei 1,1411 gefestigt, was es Tradern ermöglicht, mit weiteren Kursgewinnen in Richtung des 76,4 %-Fibonacci-Levels bei 1,1514 zu rechnen. Eine erneute Konsolidierung unterhalb von 1,1411 würde die Wahrscheinlichkeit eines Rückgangs in Richtung des 127,2 %-Fibonacci-Levels bei 1,1291 erhöhen. Auf keinem der Indikatoren sind derzeit sich entwickelnde Divergenzen zu beobachten.

Commitments of Traders (COT)-Report

In der jüngsten Berichts­woche eröffneten institutionelle Händler 19.327 Long-Positionen und 23.522 Short-Positionen. In den sieben Wochen von Februar bis März verschwand der deutliche Vorteil der Bullen infolge des Konflikts mit Iran. In den vergangenen dreizehn Wochen hat sich die Lage jedoch stabilisiert, da die Kampfhandlungen im Nahen Osten nachgelassen haben und die Bullen wieder die Kontrolle übernehmen konnten. Spekulative Händler halten derzeit 247.000 Long-Positionen und 217.000 Short-Positionen.

Insgesamt bevorzugen die wichtigsten Marktteilnehmer aus langfristiger Sicht weiterhin den Euro. Selbstverständlich beeinflussen globale Ereignisse – an denen es in den letzten Jahren nicht gemangelt hat – nach wie vor die Stimmung der Investoren. Besonders im Fokus stehen die Entwicklungen im Nahen Osten, wo die Kampfhandlungen derzeit ruhen und ernsthafte Verhandlungen begonnen haben, die letztlich zu einem dauerhaften Frieden führen könnten. Dennoch ignoriert der Markt weitgehend die Verbesserung der geopolitischen Lage sowie viele andere Faktoren, die den Euro unterstützen.

Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und die Eurozone

Eurozone

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hält eine Rede (08:00 UTC).

Der Wirtschaftskalender für den 3. Juli enthält lediglich ein Ereignis, das ich nicht als besonders bedeutsam einstufe. Daher dürfte der Einfluss der heutigen Konjunkturdaten auf die Marktstimmung begrenzt bleiben, zumal viele Märkte anlässlich des US-amerikanischen Independence Day geschlossen sind.

EUR/USD Prognose und Trading-Tipps

Long-Positionen wurden gültig, nachdem sich das Währungspaar auf dem Stundenchart über 1,1409 stabilisiert hatte, mit einem Kursziel bei 1,1514. Diese Positionen können auch heute noch gehalten werden. Neue Short-Positionen können in Betracht gezogen werden, falls sich das Paar auf dem Stundenchart unter 1,1409 etabliert, mit einem Abwärtsziel bei 1,1290.

Die Fibonacci-Retracement-Grids basieren auf der Spanne 1,1409–1,1850 im Stundenchart und der Spanne 1,1411–1,1850 im 4-Stunden-Chart.