Die britische Währung startet deutlich zuversichtlicher in die neue Woche als die europäische. Auch wenn sich im Instrument GBP/USD kurzfristig eine Abwärtswelle zu bilden beginnen könnte, hat das Pfund insgesamt weniger nachgegeben als der Euro, der derzeit eine vollständige fünfwellige Abwärtsstruktur ausbildet. In den vergangenen Wochen hat das Pfund rund 200 Basispunkte zugelegt und damit den Rückgang nach der Sitzung der Federal Reserve vollständig ausgeglichen. Die Perspektiven für das britische Pfund sind damit günstiger als jene für den Euro.
In der kommenden Woche stehen im Vereinigten Königreich keine wichtigen Ereignisse auf dem Kalender. Ähnlich sieht es in den USA aus. Die geopolitischen Spannungen nehmen weiter ab; für den 11. Juni ist eine neue Verhandlungsrunde zwischen dem Iran und den USA angesetzt. Worauf sollen Marktteilnehmer in dieser Woche also reagieren? Wichtig ist: Ein Mangel an Ereignissen bedeutet nicht zwangsläufig einen Mangel an Bewegung. Der Markt kann sich auch auf Basis technischer oder wellentheoretischer Faktoren bewegen. Die Aktivität der Trader kann zwar gering sein, dennoch sind Kursbewegungen möglich.
Die treibenden Faktoren werden erneut die Fed und die Geopolitik sein. Die neue Verhandlungsrunde zwischen dem Iran und den USA kann scheitern, eine Feuerpause in der Nähe der Straße von Hormus könnte verletzt werden, Israel könnte die Angriffe auf die Hisbollah wieder aufnehmen, die Rahmenbedingungen für eine der Konfliktparteien können sich ändern, Donald Trump könnte den Druck auf die Fed erneut erhöhen oder einen neuen Handelskrieg bzw. militärischen Konflikt anstoßen – diese Liste ließe sich nahezu endlos fortsetzen.
Vor dem Hintergrund all dessen gehe ich davon aus, dass sich in Kürze eine Abwärtswelle zu formen beginnt, die jedoch voraussichtlich nicht stark ausfallen wird. Abhängig von der Nachrichtenlage, die im Vorfeld schwer einzuschätzen ist, kann diese Welle allerdings sowohl kräftig als auch schwach ausfallen.
Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem Aufwärtssegment des Trends befindet (unteres Bild), sich jedoch in einer kurzfristigeren Perspektive innerhalb eines Abwärtssegments des Trends bewegt. Meiner Einschätzung nach ist es ein guter Zeitpunkt, um zu versuchen, Long-Positionen aufzubauen, auch wenn das Instrument im Rahmen der Welle 5 in C noch bis in den Bereich der 1,13 fallen kann. Da die Wellenanalyse jedoch häufig Überraschungen bereithält, würde ich bereits jetzt beginnen, mich verstärkt auf Käufe auszurichten.
Wellenbild für GBP/USD:Das Wellenbild für das Instrument GBP/USD ist inzwischen recht komplex geworden. Derzeit hat das Instrument drei Wellen nach unten ausgebildet, während es bei EUR/USD fünf Wellen sein könnten. Damit dürfte das britische Pfund – ähnlich wie der Euro – noch eine weitere Abwärtswelle ausbilden, die jedoch als zweite Welle in einem neuen Aufwärtssegment des Trends einzuordnen wäre. Infolgedessen wird es zwar Divergenzen in der Wellenzählung von Euro und Pfund geben, diese dürften jedoch gering ausfallen. Vor diesem Hintergrund rechne ich kurzfristig mit einem Rücksetzer nach unten, auf den anschließend die Ausbildung eines neuen Aufwärtssegments des Trends folgen sollte, mit ersten Zielen im Bereich der 1,37–1,38.
Zentrale Grundsätze meiner Analyse:Wellenstrukturen sollten einfach und nachvollziehbar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln und führen häufig zu Anpassungen.Wenn keine ausreichende Sicherheit über das Marktgeschehen besteht, ist es besser, nicht in den Markt einzusteigen.Es gibt niemals 100%ige Sicherheit in Bezug auf die Bewegungsrichtung. Denken Sie stets daran, schützende Stop-Loss-Orders zu verwenden.Wellenanalyse kann mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombiniert werden.