XAU/USD Kursanalyse und Prognose: Goldhändler bleiben vorsichtig

Gold (XAU/USD) bleibt widerstandsfähig unterhalb der Marke von 4.150 USD, und die aktuelle Kursentwicklung deutet darauf hin, dass die Korrektur innerhalb des Tages nach Erreichen der 20‑Tage‑SMA ihrem Ende nahekommen könnte. Trotz der kurzfristig negativen Stimmung und dem Ende der vorangegangenen dreitägigen Rallye lastet die Nachfrage nach dem US‑Dollar als sicherem Hafen vor dem Hintergrund der geopolitischen Spannungen in der Straße von Hormus weiterhin auf dem Goldpreis.Gleichzeitig begrenzen nachlassende Erwartungen weiterer Zinserhöhungen durch die Federal Reserve das Aufwärtspotenzial des US‑Dollars, was einer aggressiveren Aufwertung der US‑Währung entgegenwirken könnte. Die geopolitischen Spannungen in der Straße von Hormus bleiben ebenfalls hoch, während Irans jüngste Ankündigung neuer Transitgebühren für Schiffe, die die Meerenge passieren, die geopolitische Risikoprämie weiter stützt.

Nichtsdestotrotz zeigt eine aktuelle Umfrage des World Gold Council, dass die Zentralbanken ihre Goldreserven weiter ausbauen und das Edelmetall als sicheren Hafen in Phasen finanziellen Stresses und geopolitischer Unsicherheit betrachten. So hat die People’s Bank of China (PBOC) im Mai ihre Goldbestände um weitere 320.000 Unzen erhöht und damit den neunzehnten Monat in Folge mit einem Reservenaufbau verzeichnet. Darüber hinaus geht aus dem jüngsten Reservebericht der European Central Bank (ECB) hervor, dass Gold US‑Staatsanleihen offiziell als zweitgrößten offiziellen Reservewert weltweit nach Marktwert überholt hat.

Für bessere Handelschancen sollten Trader auf die Veröffentlichung wichtiger US‑Konjunkturdaten warten, insbesondere des ISM Services PMI, der die Nachfrage nach dem US‑Dollar und damit die Dynamik des Goldpreises beeinflussen könnte.

Auch wenn sich die aktuelle Korrektur des Goldpreises als vorübergehend erweisen könnte, deuten die zugrunde liegenden Fundamentalfaktoren weiterhin auf das Potenzial eines erneuten Aufwärtstrends hin. Trader sollten kommende US‑Konjunkturveröffentlichungen sowie Äußerungen von FOMC‑Mitgliedern genau verfolgen, da diese die Marktstimmung in den nächsten Tagen maßgeblich beeinflussen könnten.

Aus technischer Sicht stützt das Halten über der 20‑Tage‑SMA weiterhin das bullische Szenario. Zwar verharren die Momentum‑Oszillatoren im negativen Bereich, was darauf hindeutet, dass die Bären kurzfristig noch im Vorteil sind, doch der Relative Strength Index (RSI) nähert sich der Marke von 50, während sich das MACD‑Histogramm zugunsten der Bullen zusammenzieht und damit auf ein nachlassendes Abwärtsmomentum schließen lässt.

Gold stößt derzeit im Bereich von 4.200 USD auf Widerstand. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Marke würde den Weg in Richtung der 200‑Tage‑EMA freimachen. Fällt der Preis hingegen unter die 20‑Tage‑SMA, liegt die nächste Unterstützung bei 4.122 USD, nahe der psychologisch wichtigen Marke von 4.100 USD. Solange Gold über diesen Unterstützungszonen notiert, dürften die Bullen genügend Stärke besitzen, um höhere Kursniveaus ins Visier zu nehmen.