EUR/USD – 6. Juli: Aufwärtsdynamik des Euro bleibt begrenzt

Am Freitag setzte das Währungspaar EUR/USD seinen Handel oberhalb des 100,0%-Fibonacci-Retracement-Levels bei 1,1409 fort und behielt damit eine kurzfristig bullische Tendenz bei. Daher könnte die Aufwärtsbewegung heute wieder aufgenommen werden, mit dem nächsten Ziel am 76,4%-Fibonacci-Retracement-Level bei 1,1514. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,1409 würde den US-Dollar begünstigen und die Wahrscheinlichkeit eines Rückgangs in Richtung des 127,2%-Fibonacci-Extension-Levels bei 1,1290 erhöhen.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt bärisch. Die zuletzt abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief nach unten durchbrochen, während die jüngste Aufwärtswelle das vorherige Hoch noch nicht überschritten hat und sich weiterhin in der Entwicklung befindet. Das geopolitische Umfeld hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verbessert, da die militärischen Aktivitäten im Nahen Osten zumindest pausiert haben und Iran und die United States ein vorläufiges Abkommen unterzeichnet haben. Ein bestätigter Ausbruch über 1,1620 oder die Ausbildung zweier aufeinanderfolgender bullischer Wellen würde auf das Ende des aktuellen Abwärtstrends hindeuten.

Am Freitag gab es weder in der Eurozone noch in den United States nennenswerte Nachrichten. Die Märkte in den United States waren aufgrund eines Feiertags geschlossen, wodurch sowohl wirtschaftliche Veröffentlichungen ausblieben als auch Aktienbörsen und Banken geschlossen waren. In der Folge blieb die Handelsaktivität verhalten.

Auch der Wirtschaftskalender ist in dieser Woche relativ dünn besetzt, sodass der Markt im Wesentlichen weiterhin auf bereits bekannte Informationen reagieren wird. Geopolitische Entwicklungen stehen derzeit bei den Tradern weniger im Fokus, da die Verhandlungen zwischen Iran und den United States über ein Nuklearabkommen, die Straße von Hormus und die Freigabe iranischer Vermögenswerte nur schleppend vorankommen und die meisten Berichte aus inoffiziellen Quellen stammen.

Infolgedessen hat sich der Fokus des Marktes nahezu vollständig auf das FOMC verlagert. Der Ausblick bleibt jedoch alles andere als klar. Vor drei Wochen signalisierte die Federal Reserve ihre Bereitschaft, an einem strafferen geldpolitischen Kurs festzuhalten. Seither haben die Zweifel jedoch zugenommen. Der US-Arbeitsmarkt hat sich erneut abgeschwächt, während die Inflationsrisiken nach dem Waffenstillstand zwischen Iran und den United States deutlich nachgelassen haben. Vor diesem Hintergrund rechne ich in dieser Woche mit einer moderaten Abschwächung des US-Dollars.

Im 4-Stunden-Chart hat sich das Währungspaar oberhalb des 100,0%-Fibonacci-Retracement-Levels bei 1,1411 gefestigt. Dadurch können Trader mit einem weiteren Anstieg in Richtung des 76,4%-Fibonacci-Retracement-Levels bei 1,1514 rechnen. Eine erneute Konsolidierung unterhalb von 1,1411 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung des 127,2%-Fibonacci-Extensions-Levels bei 1,1291 erhöhen. Auf den technischen Indikatoren sind derzeit keine neuen Divergenzen erkennbar.

Commitments of Traders (COT) Report

In der letzten Berichtswoche eröffneten institutionelle Händler 19.327 neue Long-Positionen und 23.522 neue Short-Positionen. In dem siebenwöchigen Zeitraum im Februar und März verschwand der deutliche Vorteil der Bullen im Zuge des Konflikts unter Beteiligung des Iran. In den anschließenden dreizehn Wochen hat sich die Marktpositionierung nach der Aussetzung der Kampfhandlungen im Nahen Osten nach und nach wieder ausgeglichen, und die Bullen haben erneut die Oberhand gewonnen. Spekulative Händler halten derzeit rund 247.000 Long-Positionen gegenüber 217.000 Short-Positionen.

Aus langfristiger Sicht bevorzugen große institutionelle Marktteilnehmer weiterhin den Euro. Obwohl zahlreiche globale Ereignisse die Anlegerstimmung beeinflussen, liegt der Hauptfokus des Marktes nach wie vor auf den Entwicklungen im Nahen Osten, wo die Militäroperationen pausieren und substanzielle Verhandlungen stattfinden, die potenziell zu einem dauerhaften Friedensabkommen führen könnten. Dennoch schenkt der Markt dem sich verbessernden geopolitischen Umfeld weiterhin wenig Beachtung – ebenso wie mehreren anderen Faktoren, die den Euro nach wie vor stützen.

Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und die Eurozone

Eurozone

Einzelhandelsumsätze (09:00 UTC)

Vereinigte Staaten

ISM Services PMI (14:00 UTC)

Eurozone

Rede der EZB-Präsidentin Christine Lagarde (16:00 UTC)

Der Wirtschaftskalender für den 6. Juli umfasst drei geplante Ereignisse, wobei dem ISM Services PMI der größte Einfluss zugeschrieben wird. Folglich dürfte das makroökonomische Umfeld die Marktstimmung vor allem in der zweiten Tageshälfte am Montag prägen.

EUR/USD-Prognose und Trading-Tipps

Long-Positionen wurden gültig, nachdem sich das Währungspaar im Stundenchart oberhalb von 1,1409 stabilisiert hatte, mit einem Kursziel bei 1,1514. Diese Positionen können auch heute weiter gehalten werden. Short-Positionen kommen in Betracht, wenn sich das Paar im Stundenchart unterhalb von 1,1409 festigt, mit einem Ziel bei 1,1290.

Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart von 1,1409–1,1850 und im 4-Stunden-Chart von 1,1411–1,1850 aus gezogen.