Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) hat den Official Cash Rate (OCR) um 25 Basispunkte auf 2,50 % angehoben, was den Markterwartungen entspricht. Die Entscheidung wurde im Konsens getroffen.
In ihren Stellungnahmen gab die RBNZ keine klaren Prognosen für die Zukunft ab, sondern zieht es vor, Entscheidungen auf Grundlage der eingehenden wirtschaftlichen Daten zu treffen. Dies entspricht der Einschätzung von Analysten, dass Flexibilität unter den derzeit unsicheren Bedingungen die beste Strategie ist.
Trotz eines Rückgangs der Inflationsrisiken stellte das Komitee fest, dass diese nicht verschwunden sind und sich die wirtschaftlichen Aussichten verbessert haben, sodass weitere Zinserhöhungen „wahrscheinlich erscheinen“, um die Inflation auf das Zielniveau von 2 % zurückzuführen. Der Zeitpunkt zukünftiger Erhöhungen bleibt ungewiss und wird von Daten zur Inflation, zu den Preissetzungsabsichten der Unternehmen und zur wirtschaftlichen Aktivität abhängen.
Analysten rechnen weiterhin mit Zinserhöhungen bei den nächsten beiden Sitzungen, wodurch der Leitzins auf 3 % steigen würde. Sie sind der Ansicht, dass die Wirtschaft keine weiteren Stimuli mehr benötigt und dass die Zinserhöhung im Umfeld einer erwarteten Erholung erfolgt und nicht als Reaktion auf eine schwache Konjunktur.
Wichtige Indikatoren für künftige Entscheidungen werden Inflationsdaten, die Preisgestaltungsvorhaben der Unternehmen und die Lage am Arbeitsmarkt sein.
Die Märkte reagierten auf die Entscheidung mit einem moderaten Anstieg der kurzfristigen Zinsen und des neuseeländischen Dollars, doch dieses Plus war nur von kurzer Dauer. Geopolitische Risiken sind in den Vordergrund gerückt, nachdem sich die Spannungen zwischen den USA und Iran deutlich verschärft haben. Präsident Trump erklärte, dass das Memorandum of Understanding „beendet“ sei, während Iran damit drohte, Vergeltungsschläge in einem Verhältnis von mindestens zwei zu eins zu führen. Brent-Öl hat sich der Marke von 80 US-Dollar pro Barrel genähert, und es besteht kein Zweifel, dass die Ölpreise weiter steigen werden und die Gefahr einer globalen Energiekrise wieder auf die Agenda rückt, falls die USA heute Nacht, wie von Trump angekündigt, einen weiteren Schlag ausführen.
Heute Abend werden die Protokolle der FOMC-Sitzung veröffentlicht, der ersten unter dem Vorsitz von Warsh. Nach der FOMC-Sitzung im vergangenen Monat hat sich der Fokus des Marktes auf eine restriktivere Ausrichtung verlagert, nachdem ein weniger aggressives Signal von Warsh in der vergangenen Woche dahingehend interpretiert wurde, dass sich die Inflationserwartungen abgeschwächt haben und dass KI die Produktivität steigern und zu nicht-inflationärem Wachstum führen könnte.
Die Netto-Short-Position im NZD stieg in der Berichtswoche um 0,5 Mrd. US-Dollar auf -3,62 Mrd. US-Dollar, wobei die spekulative Positionierung klar bärisch blieb, obwohl der Markt zum Zeitpunkt der Datenerhebung fest von einer Zinserhöhung der RBNZ ausging. Der geschätzte Preis liegt unter dem langfristigen Durchschnitt.
Wie zu erwarten war, reagierte der Kiwi auf die Zinserhöhung der RBNZ mit einem Anstieg, konnte jedoch das Juli-Hoch bei 0,5722 nicht durchbrechen. Der wichtigste hemmende Faktor ist die Wiederaufnahme der Angriffe zwischen den USA und dem Iran sowie Trumps Aussage über die Kündigung des Abkommens. Die weitere Entwicklung hängt direkt vom Verlauf der Ereignisse ab: Kommt es zu einer Eskalation und einem anhaltenden Anstieg der Ölpreise, dürfte der Druck auf NZD/USD zunehmen, und wir sollten mit einem erneuten Test des Tiefs bei 0,5621 und einer Bewegung in Richtung 0,5575 rechnen. Die Grundlagen für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends sind offensichtlich schwächer geworden.