GBP/USD Überblick. 9. Juli. Öl wieder im Fokus

Das Währungspaar GBP/USD verzeichnete am Mittwoch einen leichten Rückgang vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden geopolitischen Konflikte im Nahen Osten. In der zweiten Tageshälfte kam der Anstieg des US-Dollar jedoch zum Stillstand, was eindeutig das Ausmaß des Glaubens des Marktes an die Ereignisse im Nahen Osten widerspiegelt. Einfach ausgedrückt: Die neuen wechselseitigen Angriffe zwischen Iran und den USA bedeuten nichts wirklich Bedeutsames. Sie signalisieren insbesondere weder, dass die Verhandlungen beendet wären, noch dass beide Seiten in einen offenen Krieg zurückkehren. Ebenso stehen Waffenruhen, Vereinbarungen, Memoranden und Waffenstillstandsabkommen nicht für ein Ende des Konflikts. Folglich ignorierte der Markt dieses Ereignis faktisch.

Leider könnte die neue Eskalation im Nahen Osten diesmal für die Welt ernstere Folgen haben. Donald Trump kündigte am Mittwochmorgen an, dass die Aufhebung der Sanktionen gegen iranisches Öl ein Ende haben werde. In der Folge schossen die Ölpreise sofort um 8–9 % in die Höhe und drohen nun, in eine weitere steile Bewegung zu geraten – diesmal allerdings nach oben.

Worin liegt die Gefahr dieser neuen Eskalation im Nahen Osten? Es ist der Kampf um das Öl. Sollte die Straße von Hormus erneut geschlossen werden, könnte dies die Ölpreise wieder in den Bereich von 100–120 US-Dollar pro Barrel treiben. Kann Iran aufgrund von US-Sanktionen kein Öl mehr verkaufen, könnte auch dies den Barrelpreis in den Bereich von 100–120 US-Dollar katapultieren. Solche Preise für das „schwarze Gold“ hatten in der Vergangenheit zu einem starken Anstieg der Inflation in den USA geführt.

Wie geht es weiter? Die Hoffnungen auf eine allmähliche Verlangsamung der Inflation in der Eurozone, im Vereinigten Königreich und in den USA würden zunichtegemacht. Sollten die Preise erneut die Marke von 100 US-Dollar überschreiten, würde sich die Inflation weltweit weiter beschleunigen. Den Zentralbanken bliebe nichts anderes übrig, als die Leitzinsen anzuheben. Da der Markt ausschließlich auf eine Straffung der Geldpolitik der Federal Reserve reagiert, könnte der Aufwärtstrend des US-Dollar anhalten.

Es gibt ein noch gefährlicheres Szenario. Iran könnte nicht nur die Straße von Hormus schließen, sondern über Jemen auch die Bab al-Mandab-Straße blockieren, während die USA wiederum die Blockade iranischer Häfen wiedereinführen. In diesem Fall könnten die Ölpreise auf 150 US-Dollar pro Barrel steigen, und es ist erschreckend, sich vorzustellen, wie stark die Inflation dann in die Höhe schnellen würde. Es ist entscheidend, dass Teheran und Washington in den kommenden Tagen an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Um ehrlich zu sein, bestätigt jede neue Eskalation im Nahen Osten den Eindruck, dass Frieden dort im Grunde unmöglich ist. Man muss sich nur vor Augen führen, wie lange beide Seiten noch unter dem Deckmantel ergebnisloser Friedensverhandlungen aufeinander schießen werden. Früher oder später wird eine Seite die Diplomatie schlicht aufgeben, und dieser Konflikt kann dann offiziell als neu entfacht gelten. Iran weiß, dass Donald Trump ein Risiko eingeht, die Wahlen im Kongress zu verlieren – und möglicherweise ist dies genau das, worauf er abzielt. Sollte Trump seine alleinige Macht im Land verlieren, würde das bedeuten, dass all seine Entscheidungen mit den Demokraten abgestimmt werden müssten. Und die Demokraten wollen keinen Krieg mit Iran und werden jede neue Initiative blockieren, ein Blutbad zu entfesseln.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares beträgt in den letzten 5 Handelstagen 68 Pips. Für das Pfund/US‑Dollar-Paar gilt dieser Wert als „durchschnittlich“. Daher erwarten wir am Donnerstag, dem 9. Juli, eine Bewegung innerhalb einer Spanne zwischen 1,3296 und 1,3432. Der obere Kanal der linearen Regression ist nach unten gerichtet, was auf einen Abwärtstrend hindeutet. Der CCI‑Indikator ist zweimal in den überverkauften Bereich eingetreten und hat zwei bullische Divergenzen ausgebildet, die auf eine mögliche Beendigung des Abwärtstrends hinweisen.

Nächste Unterstützungszonen: S1 – 1,3306S2 – 1,3245S3 – 1,3184Nächste Widerstandszonen: R1 – 1,3367R2 – 1,3428R3 – 1,3489Handelsempfehlungen:

Das Währungspaar GBP/USD bleibt in einem Abwärtstrend. Die Politik von Trump wird weiterhin Druck auf die US-Wirtschaft ausüben, weshalb wir nicht mit einem langfristigen Wachstum des US‑Dollars rechnen. Das Jahr 2026 entwickelt sich dank der Geopolitik und jüngst der Bereitschaft der Fed, den Leitzins anzuheben, jedoch zu einem sehr positiven Jahr für den Dollar. Auf dem Wochen‑Chart bleibt innerhalb eines vierjährigen Aufwärtstrends jedoch eine Seitwärtsrange zwischen 1,3150 und 1,3780 bestehen. Long‑Positionen mit Kurszielen bei 1,3428 und 1,3489 können in Betracht gezogen werden, wenn sich der Kurs oberhalb des gleitenden Durchschnitts befindet. Notierungen unterhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts ermöglichen Short‑Trades mit einem Ziel bei 1,3245.

Erläuterungen zu den Abbildungen:Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in die gleiche Richtung, deutet dies auf einen starken Trend hin.Die Moving‑Average‑Linie (Einstellungen 20.0, geglättet) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die gehandelt werden sollte.Murray‑Levels zeigen Zielzonen für Bewegungen und Korrekturen an.Volatilitätszonen (rote Linien) markieren den wahrscheinlichen Preiskanal, in dem sich das Paar am nächsten Tag auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren bewegen wird.CCI‑Indikator: Sein Eintritt in die überverkaufte Zone (unter -250) oder in die überkaufte Zone (über +250) signalisiert, dass eine Trendwende in die Gegenrichtung bevorstehen könnte.