Am Freitag unternimmt Gold (XAU/USD) in der frühen europäischen Sitzung erneut den Versuch, den 20-Tage Simple Moving Average (SMA) nach oben zu durchbrechen und konsolidiert sich in der Nähe eines Zwei-Tages-Hochs.
Der US-Dollar hat sich nach der Veröffentlichung der eher dovish ausgefallenen FOMC-Protokolle nun bereits die dritte Sitzung in Folge abgeschwächt, was den Goldpreis teilweise stützt. Allerdings bestehen weiterhin Erwartungen, dass die Federal Reserve im Jahr 2026 die Zinsen anheben könnte. Zudem begrenzen anhaltende geopolitische Spannungen die Abwärtsbewegung des Dollars und mahnen zur Vorsicht, bevor Positionen in der Erwartung eröffnet werden, dass sich die Erholung vom Wochentief vom Mittwoch fortsetzt.
Inzwischen hat eine erneute Eskalation zwischen den Vereinigten Staaten und Iran den Fokus erneut auf den Ölmarkt und dessen potenzielle Auswirkungen auf Inflation und globale Zinsen gelenkt. Das US Central Command (CENTCOM) meldete Luftangriffe auf 90 iranische Militärziele, darunter Luftverteidigungssysteme, Raketenstellungen und logistische Marineinfrastruktur entlang der iranischen Küste. Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Einrichtungen in Bahrain und Kuwait und warnte vor einer breiteren regionalen Reaktion, sollte die Angriffe anhalten. Die Marktunsicherheit ließ jedoch etwas nach, nachdem Donald Trump erklärte, Iran habe Berichten zufolge die Vereinigten Staaten kontaktiert, um ein Abkommen auszuhandeln, während das Weiße Haus zugleich sein Bekenntnis zu dem entsprechenden Memorandum of Understanding bekräftigte.
Insgesamt sorgt das gemischte fundamentale Umfeld weiterhin für Zurückhaltung unter den Anlegern und deutet darauf hin, dass Gold eine stärkere Kaufnachfrage benötigt, um die Ausbildung eines kurzfristigen Bodens zu bestätigen. Gleichzeitig notiert XAU/USD in der Nähe des nächstgelegenen dreitägigen Widerstands, verzeichnet moderate Wochenverluste und handelt unterhalb des 200-Tage-SMA. Dies stützt trotz sich verbessernder Dynamik weiterhin eine bärische kurzfristige Tendenz.
Aus technischer Sicht bleibt der nächstgelegene Widerstand der 20-Tage-SMA, der aktuell bei etwa 4.136 US-Dollar verläuft, gefolgt vom Niveau bei 4.145 US-Dollar. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Zone würde den Weg in Richtung des Wochenhochs im Bereich von 4.200–4.216 US-Dollar eröffnen.
Gleichzeitig bleiben die Momentum-Oszillatoren im negativen Bereich und bestätigen, dass die Verkäufer weiterhin im Vorteil sind. Die anfängliche Unterstützung wird durch den 9-Tage Exponential Moving Average (EMA) bei 4.050 US-Dollar gestellt, gefolgt von der psychologisch wichtigen Marke von 4.000 US-Dollar. Ein Durchbruch unter diese Unterstützungen würde das Juni-Tief ins Spiel bringen.