Börse am 10. Juli: S&P 500 und NASDAQ setzen ihre Gewinne fort

Gestern schlossen die Aktienindizes mit soliden Gewinnen. Der S&P 500 legte um 0,81% zu, und der Nasdaq 100 sprang um 1,30% nach oben. Der Dow Jones Industrial Average stärkte sich um 0,27%.

Die asiatischen Märkte beendeten die Woche mit kräftigen Kursgewinnen, und der Optimismus rund um KI überwog erneut die geopolitischen Sorgen. Der MSCI Asia Pacific Index legte um 1,7% zu und verringerte damit sein Wochenminus auf weniger als 1%. Der Hang Seng in Hongkong stieg um 1,9% und nähert sich damit seiner besten Woche seit über einem Jahr, während der KOSPI in Südkorea, ein Barometer für KI-Investitionen, um 5% zulegte.

Die wieder aufgeflammte Nachfrage nach Technologiewerten ist vor allem durch das „Dip Buying“ nach der Kurskorrektur zu Wochenbeginn zu erklären. Zur Erinnerung: Noch zu Beginn der Woche zeigten sich Anleger selbst von Samsungs Verneunzehnfachung des Gewinns unbeeindruckt – ein Auslöser für den Tech-Abverkauf und neue Überhitzungssorgen rund um die KI-Rally. Die Stimmung hat sich inzwischen gedreht: Viele kamen zu dem Schluss, dass der jüngste Ausverkauf etwas überzogen war und die starken Gewinne im Sektor nicht angemessen widerspiegelte. Anleger scheinen entschieden zu haben, dass Technologiewerte trotz anhaltender Bewertungsbedenken nach wie vor die besten Aussichten auf Umsatz- und Gewinnwachstum im aktuellen Umfeld bieten.

Ein zusätzlicher Impuls kam von Micron. Das Unternehmen kündigte an, seine Investitionsausgaben für neue US-Chipfabriken auf 250 Mrd. USD anzuheben, um der KI-getriebenen Nachfrage gerecht zu werden. Die Micron-Aktie legte im nachbörslichen Handel um 1,1% zu. Das ist ein weiterer Beleg dafür, dass Speicherhersteller ihre Kapazitäten aggressiv ausbauen, im Vertrauen auf eine anhaltend starke Nachfrage.

Am Devisenmarkt stand der Yen im Mittelpunkt. Japans Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte, sie wolle Pensionsfonds dazu ermutigen, ihre Allokationen in inländische Finanzanlagen zu erhöhen, was die Währung nach oben trieb. Der Yen wertete um 0,5% auf rund 161,65 je US-Dollar auf, und langlaufende JGBs legten ebenfalls zu.

Die geopolitische Lage bleibt angespannt, wirkt auf die Märkte aber spürbar weniger bedrohlich als noch zu Wochenbeginn. Die technischen Gespräche zwischen den USA und Iran werden trotz zweier Tage von Zusammenstößen, die die fragile Waffenruhe bedrohten, fortgesetzt. Ein US-Beamter bestätigte am Donnerstag, dass Washington weiterhin entschlossen sei, eine Lösung zu finden.

Öl stabilisierte sich in der Nähe von 76,70 $/bbl, nachdem Händler zu dem Schluss gekommen waren, dass der Konflikt wahrscheinlich keine breiteren Angebotsunterbrechungen auslösen wird. US‑Staatsanleihen legten zu, und die Rendite der 10‑jährigen Anleihe gab um einen Basispunkt auf 4,54 % nach.

Aus technischer Sicht deutet das Tageschart darauf hin, dass die unmittelbare Aufgabe der Käufer darin besteht, den Widerstandsbereich bei 7.544 $ zu überwinden. Ein erfolgreicher Ausbruch würde den Aufwärtstrend bestätigen und den Weg in Richtung 7.574 $ öffnen. Ein Halten oberhalb von 7.600 $ würde die Position der Käufer weiter stärken. Auf der Unterseite müssen die Käufer das Niveau von 7.518 $ verteidigen. Ein Durchbruch darunter dürfte den Index zurück in den Bereich von 7.494 $ drücken und den Weg in Richtung 7.474 $ freimachen.