Der starke Einbruch des Goldpreises schreckt viele Neueinsteiger ab, doch erfahrene Anleger suchen auf dem Chart bereits nach Einstiegspunkten. Während das Edelmetall die Folgen der Rekordhochs vom Januar verdaut, schreibt der Technologiesektor die Regeln weiter um: Google hat den breiten Zugang zu einem KI-Coding-Agenten eröffnet, und Micron pumpt Milliarden in die US-Chipproduktion, um die Versorgung für Jahre zu sichern. Auch im Kryptobereich gibt es Überraschungen – Solana-Entwickler bringen große Upgrades auf den Weg, obwohl die Marktstimmung rund um den Vermögenswert auf lokale Tiefs gefallen ist.
Gold 26 % im Minus: Ende der Rally oder perfekte Einstiegschance?Ein Rückgang von rund 26 % seit dem Rekordhoch von Gold im Januar 2026 (als der Preis sich nahezu 5.600 US-Dollar je Unze näherte) hat viele verunsichert. Größere Marktteilnehmer sehen dies jedoch nicht als Beginn eines anhaltenden Bärenmarkts, sondern als gesunde Korrektur. Der Senior Portfolio Manager von Ninepoint Partners, Navoika Vakhovich, bezeichnet die aktuelle Schwächephase als eine „vorübergehende Pause“, die den Markt von übermäßigen spekulativen Positionen bereinigt habe.
Gegenwind gab es reichlich. Die Stärke des US-Dollar, die Erwartung einer weiteren Zinserhöhung durch die Fed und geopolitische Verschiebungen (einschließlich Fortschritten bei Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran) haben die Risikoprämie reduziert. In der Folge verloren Gold-ETFs allein im Mai 16 Tonnen, und die Abflüsse setzten sich im Juni fort. Citi Research senkte sogar sein Drei-Monats-Ziel auf 4.000 US-Dollar je Unze, hielt jedoch an seiner Jahresendprognose von 5.000 US-Dollar fest.
Im Kern bleibt Gold stark: Die Zentralbanken kaufen weiterhin rund 20 % der jährlichen weltweiten Produktion, und die Entdollarisierung ist keineswegs vom Tisch. Der World Gold Council schätzt, dass ein neuer Kurstreiber das Metall problemlos wieder auf 4.500 USD steigen lassen könnte. Für Trader ist die aktuelle Korrektur eine klassische Gelegenheit, bei Schwäche einzusteigen.
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Google lässt KI von der Leine: AlphaEvolve für alle geöffnetAm Mittwoch hat Google einen großen Schritt im Cloud-Markt gemacht und den allgemeinen Zugriff auf seinen Code-Optimierungs-AI-Agenten AlphaEvolve eröffnet. Das auf Gemini basierende Tool, entwickelt in Zusammenarbeit mit Google DeepMind, steht nun allen Google Cloud-Kunden zur Verfügung. Seine Hauptaufgabe besteht darin, autonom nach optimalen algorithmischen Lösungen für die komplexesten technischen Probleme zu suchen.
Die Early-Access-Phase hat bereits beeindruckende Ergebnisse geliefert. Der Chemieriese BASF verbesserte seine Planungsmodelle um mehr als 80 %. Das Logistikunternehmen FM Logistic optimierte die Lagerlogistik um 10,4 % und ersparte seinen Mitarbeitenden 15.000 Kilometer Fußweg. Fintech Klarna berichtete von einer Verdopplung des Durchsatzes in seinen ML-Pipelines, und das Oak Ridge National Laboratory setzte AlphaEvolve auf dem Supercomputer Frontier ein. Google selbst nutzt die KI zur Entwicklung der nächsten TPU-Generation und zur Reduzierung von Fehlern in der Quantenmodellierung.
Der Wandel vom reinen „Assistant“ hin zu einem vollständig autonomen Agenten verschärft den Wettbewerb mit Microsoft und Amazon Web Services. Für Trader ist das ein klares Signal: Die Monetarisierung von Alphabets unternehmensbezogener KI gewinnt spürbar an Dynamik. Das schafft ein solides fundamentales Argument für einen langfristigen Einstieg in die Aktien des Tech-Giganten, insbesondere vor dem Hintergrund erfolgreicher B2B-Einsätze.
Das Solana-Paradox: Entwickler schreiben Code, während Investoren Negativität erzeugenIm Solana-Ökosystem zeigt sich eine ironische Situation: Während Entwickler große technische Upgrades veröffentlichen, scheint die Marktstimmung rund um den Token am Tiefpunkt angekommen zu sein. Am Mittwoch präsentierte das Netzwerk eine beeindruckende Liste von Entwickler-Neuerungen, darunter die Releases der Agave- und Firedancer-Clients sowie Updates für das LiteSVM-Testframework.
An der Infrastruktur wird intensiv gearbeitet. Die Funktionen von Agave v4.2 sollen voraussichtlich am 17. August im Mainnet live gehen und die Slot-Zeit von 400 auf 200 Millisekunden halbieren. Der unabhängige Firedancer-Client von Jump Crypto läuft bereits auf 20 % der aktiven Validatoren und hat über 50.000 Blöcke produziert. Ein großes Alpenglow-Upgrade am Horizont soll die Zeit bis zur Transaktionsfinalität auf bemerkenswerte 100 Millisekunden reduzieren.
All dies geschieht, während SOL in der Nähe von 78 US‑Dollar gehandelt wird, etwa 28 % im bisherigen Jahresverlauf im Minus. Laut Santiment hat die negative Stimmung in den sozialen Medien ihren Höchststand seit 2026 erreicht, und die Handelsvolumina sind auf Tiefststände gefallen. Doch On-Chain-Daten zeichnen ein gegenteiliges Bild: Die Tokenisierung realer Vermögenswerte auf Solana hat 20 Milliarden US‑Dollar überschritten, und das Netzwerk verarbeitet 97 % des Handelsvolumens tokenisierter Aktien. Für Kryptotrader ist diese Diskrepanz zwischen starken Fundamentaldaten und schwachem Preis eine klassische Kontertrend-Chance – Käufe auf dem Höhepunkt der sozialen Stimmungspessimistik bringen oft die größten Gewinne, wenn sich die Stimmung dreht.
Micron investiert 3 Milliarden US‑Dollar in US‑Chips und bereitet sich darauf vor, die Führung zu übernehmenMicron hält sich nicht zurück: Das Unternehmen hat Pläne angekündigt, bis zu 3 Milliarden US‑Dollar zu investieren, um die US‑amerikanische Halbleiter-Lieferkette zu stärken. Das Hauptziel ist es, einen ununterbrochenen Materialfluss angesichts der stark steigenden Nachfrage nach AI‑Speichertechnologien sicherzustellen.
Der erste Schritt war eine strategische Finanzierung in Höhe von 500 Millionen US‑Dollar für GlobalWafers zum Bau eines Werks in Texas, in dem fortschrittliche 300‑mm‑Siliziumwafer produziert werden sollen. Die Investition ist mit einem zehnjährigen Liefervertrag verknüpft. Wie Micron‑Senior‑Vizepräsident Ben Tessone betonte, ist dies entscheidend für das langfristige Wachstum des Unternehmens. GlobalWafers ist der einzige Anbieter, der im Rahmen des CHIPS for America‑Programms in der Lage ist, diese Wafer auf US‑amerikanischem Boden herzustellen.
Gleichzeitig beschleunigt Micron seine eigenen Investitionsausgaben und plant, bis 2035 mehr als 250 Milliarden US-Dollar zu investieren, um 40 % seines DRAM in den USA zu produzieren. Das Unternehmen hat in einem Werk im US-Bundesstaat New York bereits früher als geplant mit den Betonarbeiten begonnen und baut derzeit eine Anlage in Singapur im Wert von 24 Milliarden US-Dollar. Für Trader wirkt die Micron-Aktie wie eine äußerst solide Wette auf den Ausbau der KI-Infrastruktur. Indem sich das Unternehmen Rohstoffe für ein ganzes Jahrzehnt im Voraus sichert, schützt es sich vor geopolitischen Schocks – und macht seine Aktie damit sehr attraktiv für die Aufnahme in Portfolios.
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