Gold durchbricht 4.050 $: Vierter US-Angriff auf den Iran in dieser Woche setzt dem Metall stark zu

Heute ist der Goldpreis stark eingebrochen und hat die Marke von 4.050 US‑Dollar je Feinunze nach unten durchbrochen. Die wieder aufgeflammten geopolitischen Spannungen haben dem ohnehin schon fragilen Goldmarkt einen weiteren Schock versetzt. Der Spotpreis für Gold ist bereits um 1,6 Prozent gefallen, nachdem er in der vergangenen Woche schon um 1,4 Prozent nachgegeben hatte. Silber wurde noch stärker getroffen und brach am Montag um bis zu 3,1 Prozent ein.

Wie bereits erwähnt, war der Auslöser die erneute Eskalation des Konflikts am Wochenende: U.S. forces haben laut U.S. Central Command ihre vierte Angriffswelle innerhalb einer Woche als Reaktion auf einen Angriff auf ein Containerschiff geflogen. Die Lage in der Straße von Hormus bleibt äußerst unübersichtlich. Iran hat erklärt, dass die Wasserstraße bis auf Weiteres geschlossen bleibe; die USA bestreiten diese Darstellung jedoch. Eine derartige Unsicherheit schürt die Nervosität an den Märkten stärker als eindeutig negative Nachrichten, da Investoren beide Szenarien gleichzeitig einpreisen müssen.

Die Logik hinter dem Druck auf Gold bleibt unverändert und ist aus früheren Eskalationsphasen gut bekannt. Für Trader verstärken zunehmende Kampfhandlungen die Sorge, dass die Federal Reserve gezwungen sein könnte, die Zinsen länger hoch zu halten, um die hartnäckige Inflation zu bekämpfen. Die Protokolle der Fed-Sitzung im Juni zeigten bereits, dass mehrere Ausschussmitglieder Argumente für eine Zinserhöhung sahen, auch wenn sie letztlich die Entscheidung unterstützten, die Zinsen unverändert zu lassen. Insgesamt spiegelten die Protokolle wachsende Inflationssorgen innerhalb der Fed-Führung wider, während die Bedenken hinsichtlich des Arbeitsmarktes etwas in den Hintergrund getreten sind. Höhere Finanzierungskosten wirken traditionell belastend auf Edelmetalle, die keine Zinsen abwerfen.

Auch das technische und währungsseitige Umfeld belastet das Metall zusätzlich. Die Renditen der zinssensiblen zweijährigen US-Staatsanleihen sind auf den höchsten Stand seit Februar 2025 gestiegen, und der Dollar-Index hat zugelegt, wodurch in Dollar notierte Metalle für die meisten Käufer teurer werden.

Das Ausmaß der Veränderungen bei Gold seit Beginn des Krieges erinnert deutlich an die Tiefe der laufenden Korrektur. Seit Ende Februar ist das Metall um mehr als ein Fünftel gefallen, und die Gewinnmitnahmen haben einen dreijährigen Bullenzyklus beendet, wodurch Gold kürzlich kurzzeitig erstmals seit November unter 4.000 US-Dollar gedrückt wurde. Der aktuelle Verkaufsdruck rückt diese Gefahr erneut in den Fokus.

Mit Blick auf das derzeitige technische Bild bei Gold müssen die Käufer zunächst den nächsten Widerstand bei 4.062 US-Dollar zurückerobern. Dies würde Raum für einen Anstieg in Richtung 4.124 US-Dollar eröffnen, wobei ein Ausbruch darüber hinaus bereits erheblichen Widerstand finden dürfte. Das entfernteste Ziel liegt im Bereich von 4.186 US-Dollar. Kommt es hingegen zu einem Rückgang, werden die Bären versuchen, die Marke von 4.008 US-Dollar unter Kontrolle zu bringen. Gelingt ihnen das, würde ein Ausbruch aus dieser Spanne die Position der Bullen deutlich schwächen und Gold auf ein Tief von 3.954 US-Dollar drücken, mit dem Potenzial, 3.914 US-Dollar zu erreichen.