Gold (XAU/USD) versucht sich zu erholen und wird weiterhin in der Nähe des fast zweiwöchigen Tiefs gehandelt, das am frühen Dienstag markiert wurde. Dennoch bleibt das Edelmetall in der ersten Hälfte der europäischen Sitzung im Plus und hält sich über der psychologisch wichtigen Marke von 4.000 US‑Dollar, trotz gemischter Marktsignale.
Der US‑Dollar gibt leicht nach, da Marktteilnehmer vor der Veröffentlichung des jüngsten US‑Verbraucherpreisindex (CPI) und dem ersten Auftritt des Vorsitzenden der Federal Reserve, Kevin Warsh, vor dem Kongress vorsichtig bleiben. Dies stützt das Edelmetall etwas. Gleichzeitig verhindern die zunehmenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran sowie wachsende Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der Fed einen deutlich stärkeren Rückgang des US‑Dollars und begrenzen das Aufwärtspotenzial von Gold.
Im weiteren Tagesverlauf wird der US‑CPI-Bericht veröffentlicht. Die Gesamtinflation dürfte sich verlangsamen, vor allem aufgrund des deutlichen Rückgangs der Benzinpreise im Juni. Das Hauptaugenmerk des Marktes wird jedoch auf dem Kern-CPI liegen, der als wichtiger Maßstab für den zugrunde liegenden Inflationsdruck gilt. Darüber hinaus könnte die erste halbjährliche Anhörung von Federal Reserve Chair Kevin Warsh vor dem House Financial Services Committee die Erwartungen hinsichtlich des künftigen Zinskurses beeinflussen. Diese Erwartungen dürften wiederum die kurzfristige Richtung des US‑Dollars bestimmen und könnten einen wichtigen Impuls für Gold liefern.
Unterdessen haben die Schließung der Straße von Hormus und die Eskalation des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran die Ölpreise auf ein neues Monatshoch getrieben, was Inflationssorgen schürt und die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die US‑Zinsen länger auf einem erhöhten Niveau bleiben.
Aus technischer Sicht wird das Edelmetall weiterhin unter dem 200‑Tage‑Simple Moving Average (SMA) gehandelt, was den bärischen Ausblick untermauert. Auch die Momentumindikatoren bleiben im negativen Bereich und bestätigen, dass die Verkäufer die Kontrolle behalten. Eine weitere Erholung dürfte auf Widerstand in der Nähe der psychologisch wichtigen Marke von 4.100 US‑Dollar stoßen.
Auf der Unterseite befindet sich eine unmittelbare Unterstützung bei 4.000 US‑Dollar, gefolgt von 3.960 US‑Dollar. Ein Bruch unter diese Niveaus würde das Jahrestief nahe 3.940 US‑Dollar wieder ins Spiel bringen.