Am Mittwoch verzeichnete das Währungspaar GBP/JPY bereits den dritten Tag in Folge Kursgewinne und erreichte ein neues Wochenhoch im Bereich von 217,70. Zudem liegen die aktuellen Spotpreise in Reichweite der höchsten Stände seit Januar 2008 und scheinen dank eines positiven fundamentalen Umfelds weiteres Aufwärtspotenzial zu besitzen.
Trotz potenzieller Interventionsrisiken weist der japanische Yen weiterhin vergleichsweise niedrige Renditen auf, was auf den erheblichen Zinsunterschied zwischen Japan und anderen großen Volkswirtschaften, darunter dem Vereinigten Königreich, zurückzuführen ist. Im Juni erhöhte die Bank of Japan ihren kurzfristigen Zinssatz auf 1 %, das höchste Niveau seit 1995, während der Leitzins der Bank of England bei 3,75 % liegt. Dies führt zu einer Differenz von 275 Basispunkten, die Carry Trades mit dem japanischen Yen begünstigt und sich positiv auf GBP/JPY auswirkt.
Gleichzeitig befindet sich die japanische Wirtschaft aufgrund ihrer Abhängigkeit von Energieimporten in einer verwundbaren Lage, insbesondere vor dem Hintergrund von Störungen in der Straße von Hormus, über die mehr als 90 % des Rohöls des Landes bezogen werden. Die Schließung dieser wichtigen Wasserstraße, zusammen mit der anhaltenden Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Iran, belastet den japanischen Yen zusätzlich.
Zur gleichen Zeit erhält das britische Pfund Unterstützung durch die abnehmende politische Instabilität im Vereinigten Königreich, klare Signale der BoE sowie eine moderate Abschwächung des US-Dollars. Dies schafft ein positives Umfeld für das Währungspaar GBP/JPY und spielt den Bullen in die Karten.
Am Dienstag wies BoE-Gouverneur Andrew Bailey in seiner Rede vor dem House Financial Services Committee auf die möglichen Folgen der wieder aufgeflammten Spannungen zwischen den USA und dem Iran hin und betonte, dass die Inflation bislang noch nicht ausreichend gesunken sei. Händler preisten daraufhin zügig mindestens eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bis zum Jahresende ein, wobei die erste Anhebung bereits im September erfolgen könnte. Dies deutet darauf hin, dass der Pfad des geringsten Widerstands für das Währungspaar GBP/JPY nach oben gerichtet ist und etwaige Korrekturen voraussichtlich als günstige Gelegenheit für Bullen angesehen werden, neue Long-Positionen aufzubauen.
Aus technischer Sicht hat das Paar unterhalb der 9-Tage-EMA seine Widerstandsfähigkeit bewiesen und nimmt erneut die runde Marke von 218,00 ins Visier. Sollte es zu einem Rückgang kommen, könnte die nächste Unterstützung von der 14-Tage-EMA und der runden Marke von 216,00 ausgehen. Da sich die Oszillatoren jedoch im positiven Bereich befinden, spricht dies weiterhin für einen Vorteil auf Seiten der Bullen.