EUR/USD Analyse – 15. Juli: Der US-Dollar bleibt trotz schwächerer Inflationsdaten unverändert

Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart für EUR/USD entwickelt sich weiter. Es gibt nach wie vor keinen Hinweis darauf, dass der Aufwärtstrendabschnitt (im unteren Chart dargestellt), der im Januar des vergangenen Jahres begonnen hat, aufgehoben wäre. Allerdings hat seine Wellenstruktur inzwischen einen korrektiven Charakter angenommen. Aus langfristiger Sicht wird die Ausbildung der Welle C erwartet, deren Tief unter dem Tief der Welle A liegen sollte. Derzeit hat sich Welle C bereits unter das Tief von Welle A bewegt, was bedeutet, dass sie jederzeit abgeschlossen sein könnte. Sollte das fundamentale Umfeld für den US‑Dollar jedoch günstig bleiben, könnte sich diese Welle noch deutlich weiter ausdehnen.

In der kleineren Zeiteinheit lässt sich eine klassische fünfteilige Abwärtsstruktur erkennen. Trifft diese Interpretation zu, befindet sich der Markt aktuell in der Ausbildung von Welle 4, während Welle 3 sich zu einem fünfteiligen Muster entwickelt hat. Sobald diese Struktur abgeschlossen ist, könnte das Paar eine neue Aufwärtswellen-Sequenz beginnen. Auf Basis der aktuellen Wellenzählung muss allerdings Welle 5 noch entstehen. Daher könnte der Euro in Richtung der Marke von 1,13 fallen.

Das Währungspaar EUR/USD blieb während der gesamten Sitzung am Mittwoch nahezu unverändert. Das Paar bewegt sich bereits seit mehr als zwei Wochen seitwärts, sodass die geringe Volatilität und die häufigen Richtungswechsel nicht ungewöhnlich erscheinen. Der Markt wartet entweder auf neue, relevante Informationen oder legt einfach eine Pause ein. In jedem Fall bleibt die Kursentwicklung verhalten, und selbst die wichtigen Konjunkturveröffentlichungen dieser Woche konnten bislang keine stärkere Marktaktivität auslösen.

Zur Erinnerung: Der gestrige US‑Inflationsbericht für Juni hätte den Dollar problemlos um rund 100 Punkte unter Druck setzen können. Sowohl die Gesamtinflation als auch die Kerninflation fielen schwächer aus als erwartet. In seiner Anhörung vor dem US‑Kongress signalisierte Kevin Warsh keine unmittelbar bevorstehende Zinserhöhung und lieferte auch sonst keine neuen oder bedeutenden Hinweise, was mich persönlich nicht überrascht hat. Von Anfang an hat Warsh eine zurückhaltende Kommunikationsstrategie verfolgt, die darauf abzielt, die künftigen Absichten der Federal Reserve nicht offenzulegen. Insgesamt deuteten die Inflationsdaten darauf hin, dass der Kurs der Fed möglicherweise weniger „hawkish“ ist, als es die Märkte derzeit einpreisen. Gleichzeitig boten Warshs Äußerungen den Käufern des US‑Dollars keine zusätzliche Unterstützung. Damit hatte die US‑Währung gestern allen Grund, sich deutlich abzuschwächen.

Der heutige Producer Price Index (PPI) bestätigte ebenfalls, dass der Preisdruck nachlässt. Die Erzeugerpreise gingen im Juni im Monatsvergleich um 0,3 % zurück, während der Markt mit einem unveränderten Wert gerechnet hatte. Folglich hätte die Nachfrage nach dem US‑Dollar heute erneut nachlassen sollen. Tatsächlich gab der Dollar nach, doch schon vor der PPI‑Veröffentlichung hatte er sich ohne erkennbaren Auslöser gestärkt. Damit haben in den letzten beiden Tagen gleich drei wichtige Entwicklungen auf einen schwächeren Dollar hingedeutet, während sich die US‑Währung zwischen diesen Ereignissen aus nicht nachvollziehbaren Gründen aufwertete. Unter dem Strich hat sich per Saldo nahezu nichts verändert, und die seitwärts gerichtete Handelsspanne bleibt bestehen.

Gesamtfazit

Auf Basis meiner EUR/USD‑Analyse komme ich zu dem Schluss, dass das Paar sich weiterhin in einem langfristigen Aufwärtstrendabschnitt (im unteren Chart dargestellt) befindet, während der kurzfristige Trend abwärtsgerichtet bleibt. Meiner Ansicht nach wird das Umfeld zunehmend günstiger für den Aufbau von Long‑Positionen. Allerdings könnte das Paar im Rahmen der Welle 5 innerhalb von Welle C noch bis in den Bereich von 1,13 fallen. Da sich Wellenstrukturen häufig unerwartet entwickeln, würde ich bereits jetzt beginnen, mich auf zukünftige Kaufgelegenheiten vorzubereiten.

In der höheren Zeitebene folgte auf den vorherigen Aufwärtstrendabschnitt die Ausbildung einer korrektiven Wellenstruktur. Kurzfristig ist mit einer Fortsetzung der Welle C zu rechnen, mit Abwärtszielen um 1,1352, was in etwa dem 38,2 %‑Fibonacci‑Retracement entspricht. Sobald die A‑B‑C‑Korrekturstruktur abgeschlossen ist, könnte ein neuer langfristiger Aufwärtstrend einsetzen.

Grundprinzipien meiner AnalyseWellenstrukturen sollten einfach und leicht interpretierbar sein. Komplexe Formationen sind schwer handelbar und ändern sich im Verlauf häufig.Ist die Marktstruktur unklar, ist es besser, dem Markt fernzubleiben.Es gibt niemals absolute Sicherheit über die Marktrichtung. Verwenden Sie immer Stop‑Loss‑Orders, um das Risiko zu steuern.Wellenanalyse lässt sich effektiv mit anderen Analysemethoden und Handelsstrategien kombinieren.