Das Währungspaar EUR/USD hält sich am Donnerstagmorgen fest über der Marke von 1,1450, konsolidiert damit seine in den vergangenen zwei Tagen verzeichneten Zugewinne und erreicht ein Niveau, das zuletzt am 19. Juni gesehen wurde.
Der US-Dollar tut sich schwer, nennenswerte Käufer anzuziehen, und notiert in der Nähe eines Vierwochentiefs, das am Mittwoch nach der Veröffentlichung der Daten zum US-Erzeugerpreisindex (PPI) erreicht wurde.
Nach Angaben des U.S. Bureau of Labor Statistics (BLS) ist der PPI im Juni unerwartet um 0,3 % gesunken. Dies geschieht vor dem Hintergrund enttäuschender Daten zum Verbraucherpreisindex (CPI), die am Dienstag veröffentlicht wurden und die Händler dazu veranlassen, ihre Erwartungen hinsichtlich einer bevorstehenden Zinserhöhung durch die Federal Reserve zurückzuschrauben. In der Folge bremsen diese Erwartungen die Dollar-Bullen, was wiederum die Aufwertung des Währungspaares EUR/USD begünstigt.
Außerdem hat sich der Konflikt zwischen den USA und Iran seit Beginn dieser Woche zugespitzt: Am Mittwoch haben US-Streitkräfte eine neue Phase von Luftangriffen gegen die iranische Raketen- und Drohneninfrastruktur eingeleitet. Als Reaktion darauf startete Iran Drohnen- und Raketenangriffe auf US-Marineeinrichtungen in der Region. Hinzu kommen die Seeblockade iranischer Häfen durch die US-Marine und die Schließung der Straße von Hormus, die dazu beitragen, die Ölpreise auf einem hohen Niveau zu halten.
Dies verstärkt die Inflationssorgen, die sich aus den steigenden Energiekosten ergeben, und schürt die Erwartungen an eine restriktivere Haltung der Fed. Dadurch wird der Rückgang des US-Dollars begrenzt und das Wachstum des Währungspaares EUR/USD gebremst.
Für bessere Handelschancen ist es heute sinnvoll, die Veröffentlichung der US-Konjunkturdaten abzuwarten, darunter die monatlichen Einzelhandelsumsätze, den Index der Industrieaktivität der Philadelphia Federal Reserve sowie die üblichen wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung. Diese Daten werden zusammen mit Kommentaren wichtiger FOMC-Mitglieder die Nachfrage nach dem US-Dollar stützen und dem EUR/USD-Paar Impulse verleihen. Die oben beschriebene gemischte makroökonomische Lage erfordert jedoch erhöhte Vorsicht, bevor neue Long-Positionen eröffnet und weitere Kursanstiege antizipiert werden.
Aus technischer Sicht hat das Paar auf dem Tages-Chart den 20-Tage-SMA nach oben durchbrochen, der nun als Unterstützung fungiert. Dies ist ein positives Zeichen für die Bullen. Gleichzeitig liefern die Oszillatoren ein uneinheitliches Bild, aber der Relative-Stärke-Index ist leicht in den positiven Bereich vorgedrungen und bestätigt damit einen guten Start für die Bullen. Um die bärische Grundtendenz jedoch deutlich zugunsten der Bullen zu verschieben, müssen diese sich oberhalb des 200-Tage-SMA etablieren.