Gold (XAU/USD) verzeichnet in der ersten Hälfte der europäischen Sitzung am Mittwoch moderate Verluste und notiert derzeit nahe der unteren Begrenzung seiner Intraday-Spanne bei rund 4.025 USD, etwa 0,85 % tiefer auf Tagessicht. Trotz schwächer als erwarteter US-Daten zum Verbraucherpreisindex (CPI) und Produzentenpreisindex (PPI) stützen die anhaltend hohen Ölpreise weiterhin die Erwartung, dass die Federal Reserve ihre straffere Geldpolitik bis zum Jahresende beibehalten wird. Dies wiederum stützt den US‑Dollar und fördert Kapitalabflüsse aus dem Edelmetall in Richtung der US‑Währung.
Gleichwohl bleiben die Inflationsrisiken im Zusammenhang mit Energiepreisen erhöht, da Öl weiterhin nahe seinen Monatshochs gehandelt wird – vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran sowie Versorgungsstörungen in der Straße von Hormus.
Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit einer stärkeren Beteiligung von Iran unterstützter Kräfte, einschließlich der Huthi im Jemen, was eine potenzielle Bedrohung für die Schifffahrt durch die Meerenge von Bab al‑Mandab darstellt. Infolgedessen bleiben die Ölpreise unterstützt, was die Inflationserwartungen stützt und das Argument für mindestens eine weitere Zinserhöhung der Fed um 25 Basispunkte im Jahr 2026 stärkt. Damit dürfte der Abwärtsdruck auf den US‑Dollar begrenzt bleiben und es spricht dafür, dass sich das bärische Szenario für Gold kurzfristig durchsetzen dürfte.
Aus technischer Sicht steht XAU/USD weiterhin unter Druck, solange der Kurs unter dem 20‑Tage Simple Moving Average (SMA) notiert. Gleichzeitig verharren die Momentum‑Oszillatoren im negativen Bereich, was bestätigt, dass die Verkäufer die Kontrolle über den Markt behalten. Gelingt es dem Preis nicht, sich oberhalb der wichtigen Marke von 4.000 USD zu halten, könnte sich der Rückgang in Richtung des Jahrestiefs nahe 3.940 USD ausweiten. Auf der Oberseite stellt der 20‑Tage‑SMA den ersten Widerstand dar. Ein klarer Ausbruch und eine anschließende Konsolidierung darüber würden den Weg in Richtung der nächsten bedeutenden Widerstände ebnen, die vom 200‑Tage Exponential Moving Average (EMA) und dem 200‑Tage‑SMA markiert werden.