Gold (XAU/USD) kämpft damit, sich über der Marke von 3.960 US-Dollar zu halten. Gleichzeitig deutet das insgesamt bärische fundamentale Umfeld darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für das Edelmetall weiterhin nach unten führt.
Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche um mehr als 10 % gestiegen, da die erneuten Kampfhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran das Risiko von Angebotsunterbrechungen erhöht, Inflationssorgen neu entfacht und die Erwartung gestärkt haben, dass die Federal Reserve die Zinsen länger auf einem höheren Niveau halten wird. Dies unterstützt wiederum den US-Dollar und begrenzt das Erholungspotenzial von Gold.
Zusätzliche Spannungen bestehen in der Straße von Hormus, wo die Vereinigten Staaten Handelsschiffe abgefangen haben, die versucht haben sollen, Irans Seeblockade zu durchbrechen. Gleichzeitig drohte das Korps der Islamischen Revolutionsgarden Irans damit, den Konflikt auszuweiten, indem weitere regionale Energieversorgungsrouten ins Visier genommen werden. Reuters berichtete außerdem, dass Iran die Houthi-Bewegung im Jemen aufgefordert habe, bereit zu sein, die Öltansportroute im Roten Meer zu blockieren.
Diese Entwicklungen haben dazu beigetragen, die Ölpreise in der Nähe ihrer Monatshochs zu halten und gleichzeitig die Sorgen über energiegetriebene Inflation zu verstärken.
Das US-Arbeitsministerium meldete, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 11. Juli saisonbereinigt auf 208.000 zurückgegangen sind. Der Wert übertraf die Markterwartungen und bestätigte die Widerstandsfähigkeit des US-Arbeitsmarkts.
Unterdessen stieg der Philadelphia Fed Manufacturing Index im Juli von 10,3 auf 41,4 und erreichte damit den höchsten Stand seit November 2021. Dies signalisiert eine deutliche Beschleunigung der regionalen Industrieaktivität. Weitere Daten zeigten zudem, dass beide Preisindizes weiterhin auf steigende Inflationsdynamik hindeuten.
Lorie Logan, Präsidentin der Federal Reserve Bank of Dallas, erklärte, dass die in dieser Woche veröffentlichten, günstigen Verbraucher- und Produzentenpreisdaten noch nicht ausreichen, um zu dem Schluss zu kommen, dass die US-Haushalte eine spürbare Entlastung erfahren. Sie bekräftigte ihre Unterstützung für eine moderate Anhebung der Zinsen, um den Kampf gegen die ihrer Ansicht nach seit fünf Jahren anhaltende Inflation fortzusetzen.
Der Vizevorsitzende der Federal Reserve, Philip Jefferson, erklärte ebenfalls, dass er bereit wäre, weitere Zinserhöhungen zu unterstützen, falls die Inflation in naher Zukunft nicht zu sinken beginne. Laut dem CME Group FedWatch Tool preisen Händler derzeit nahezu eine Wahrscheinlichkeit von 75 % für eine Zinserhöhung der Federal Reserve um 25 Basispunkte bis Dezember ein.
Insgesamt stützen diese Faktoren weiterhin die US-Dollar-Bullen und deuten darauf hin, dass jede weitere Erholung des Goldpreises voraussichtlich neuen Verkaufsdruck auf sich ziehen wird.
Um heute bessere Handelschancen zu identifizieren, sollten Trader ihren Fokus auf die US-Konjunkturdaten am Freitag richten, darunter Baugenehmigungen, Baubeginne, die Industrieproduktion sowie den vorläufigen University of Michigan Consumer Sentiment Index und die Inflationserwartungen.
Diese Veröffentlichungen dürften zusammen mit eventuellen Äußerungen von Vertretern der Federal Reserve die Kursentwicklung des US-Dollar beeinflussen und den Druck auf Gold aufrechterhalten, das damit riskiert, den zweiten Wochenrückgang in Folge zu verzeichnen.
Aus technischer Sicht bleibt XAU/USD unter Druck. Der erste Widerstand liegt an der psychologisch wichtigen Marke von 4.000 US-Dollar, gefolgt vom 20-Tage Simple Moving Average (SMA). Die erste Unterstützung befindet sich bei 3.960 US-Dollar, darunter folgt das Jahrestief. Die Momentum-Indikatoren verbleiben im negativen Bereich und bestätigen, dass die Verkäufer weiterhin im Vorteil sind. Der Weg des geringsten Widerstands weist nach unten.