Analyse des GBP/USD am 20. Juli: Das Pfund behält die Initiative

Im Stundenchart drehte GBP/USD am Freitag zugunsten des Pfunds nach oben und schloss oberhalb der Widerstandszone bei 1,3454–1,3457. Damit besteht Spielraum für eine Fortsetzung des Anstiegs in Richtung der Widerstandszone bei 1,3526–1,3543. Ein Schlusskurs unterhalb der Zone von 1,3454–1,3457 würde den Dollar begünstigen und auf eine Wiederaufnahme des Rückgangs in Richtung des 76,4%-Korrekturlevels bei 1,3382 hindeuten.

Das Wellenbild bleibt bullisch. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief nicht unterschritten, während die neue Aufwärtswelle das vorherige Hoch übertroffen hat. Damit setzen die Bullen ihren Vormarsch fort. Meiner Ansicht nach ist die bärische Impulsbewegung 2026 abgeschlossen; nur die Geopolitik könnte die Bullen noch daran hindern, weiter Druck zu machen. Selbst dann dürften geopolitische Entwicklungen eher nur zu einer korrektiven Gegenbewegung führen.

Der Nachrichtenfluss am Freitag war eher schwach, dennoch konnte sich das Pfund – anders als der Euro – behaupten und seine starke Entwicklung fortsetzen. Trotz fehlender Signale der Bank of England für eine baldige Straffung der Geldpolitik bleibt das Pfund gefragt, was ich für logisch halte. Es ist unklar, warum der Euro keine vergleichbare Stärke zeigen kann, doch der Markt entscheidet. Der Konflikt im Nahen Osten flammt erneut auf: Die Vereinigten Staaten und Iran greifen sich seit mehr als einer Woche täglich gegenseitig an. Verhandlungen sind diesmal nicht nur unterbrochen, sie sind faktisch zum Erliegen gekommen. Donald Trump erwägt Berichten zufolge ein breiteres Spektrum an Angriffen auf Iran und verlegt neue Truppen in den Nahen Osten. All dies deutet eher auf eine Ausweitung als auf ein baldiges Ende des Konflikts hin. Öl verteuert sich wieder fast täglich, sodass sich die Lage zu vertrauten Mustern zurückentwickelt. Warum steigt der Dollar nicht? Weil der Markt diesen Faktor bereits im Frühjahr weitgehend eingepreist hat. Ich stelle fest, dass der Euro zwar keinen positiven Schwung zeigt, aber auch nicht stark fällt, was darauf hindeutet, dass der Markt keinen langwierigen Krieg zwischen den USA und Iran fürchtet.

Im 4‑Stunden‑Chart prallte GBP/USD vom 23,6 %-Korrekturlevel bei 1,3538 ab, drehte zugunsten des US‑Dollars und schloss unterhalb der Zone 1,3467–1,3482. Damit bleibt Raum für einen stärkeren Rückgang in Richtung des 50,0 %-Fibonacci‑Levels bei 1,3409. Ein Schlusskurs zurück über 1,3467–1,3482 würde den Weg für einen weiteren Anstieg des Pfunds wieder öffnen. Heute sind keine Divergenzen erkennbar.

Commitments of Traders (COT) Report:

Die Positionierung der Non-Commercial-Kategorie ist in der letzten Berichts­woche etwas weniger bärisch geworden, bleibt jedoch bärisch. Die von Spekulanten gehaltenen Long-Kontrakte stiegen um 6.521, während die Short-Kontrakte um 10.129 zurückgingen. Der Abstand zwischen Long- und Short-Positionen liegt nun bei etwa 51.000 gegenüber zuvor 122.000. In den vergangenen Monaten hatten die Bären klar die Oberhand. Angesichts der veränderten Informationslage wirft diese Dominanz nun allerdings Fragen auf.

Ich rechne weiterhin nicht mit einem anhaltenden Bärenmarkt beim Pfund. Kurzfristig werden die Entwicklungen jedoch weniger von Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder Maßnahmen der Zentralbanken abhängen, sondern stärker von Dauer, Ausmaß und Folgen des Kriegs im Nahen Osten. In den vergangenen Wochen hatte sich der Markt auf ein Szenario des Friedens eingerichtet, doch die Gespräche zwischen den USA und Iran sind gescheitert, noch bevor sie richtig begonnen hatten. Es ist ungewiss, ob sie in absehbarer Zeit wieder aufgenommen werden.

Makroökonomischer Kalender für die USA und das Vereinigte Königreich:

Am 20. Juli stehen im Wirtschaftskalender keine relevanten Veröffentlichungen an. Konjunkturmeldungen werden die Marktstimmung am Montag daher nicht beeinflussen.

GBP/USD-Ausblick und Hinweise für Trader:

Verkäufe waren nach einer Abweisung aus der Zone 1,3526–1,3543 im Stundenchart mit Ziel bei 1,3454–1,3457 möglich. Dieses Ziel wurde erreicht. Neue Short-Positionen bieten sich bei einem Schlusskurs unterhalb von 1,3454–1,3457 mit einem Ziel bei 1,3382 an. Long-Positionen sind bei einem Schlusskurs oberhalb von 1,3454–1,3457 mit Ziel in der Zone 1,3526–1,3543 gerechtfertigt.

Die Fibonacci-Gitter wurden im Stundenchart von 1,3457–1,3139 und im 4-Stunden-Chart von 1,3158–1,3655 ausgehend konstruiert.