GBP/USD – Smart Money Analyse: Das Pfund tritt in eine Konsolidierungsphase ein

Das Währungspaar GBP/USD hat in den vergangenen Wochen kräftige Gewinne verzeichnet, was den Beginn eines neuen Aufwärtstrends markieren könnte. In dieser Phase benötigen jedoch sowohl das Pfund als auch die Bullen zumindest eine kurze Verschnaufpause. Die Rally des Pfunds verlief außergewöhnlich schnell, und Bewegungen dieser Größenordnung setzen sich nur selten ohne Unterbrechung fort. Daher erwarte ich eine korrigierende Gegenbewegung, die mehrere Wochen andauern könnte.

Jüngste Entwicklungen haben das Pfund gestützt. In der vergangenen Woche erhielten die Bullen unerwarteten Rückenwind, nachdem die Inflation in den USA auf 3,5 % zurückgegangen war. Es folgte die Anhörung von Kevin Warsh vor dem Kongress, in der er darauf verzichtete, weitere geldpolitische Straffungen anzudeuten. Dies löste eine weitere Welle der Enttäuschung unter den Dollar-Bullen aus. Infolgedessen gibt es keine Gewissheit mehr, dass die Federal Reserve ihre Geldpolitik selbst im September straffen wird.

Bis dahin wird der Markt ein klareres Bild vom Konflikt im Nahen Osten, von den Öl- und Erdgaspreisen im Herbst vor dem Winter sowie von der Reaktion der Inflation auf das sich verändernde geopolitische und energiepolitische Umfeld haben. Sobald diese Faktoren klarer sind, wird es leichter, die nächsten Schritte des Federal Open Market Committee (FOMC) einzuschätzen. Gleichzeitig wurden die Gespräche über eine Wiederherstellung der Waffenruhe im Nahen Osten wieder aufgenommen, während die Houthi im Jemen eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt haben. Folglich könnte sich die Marktstimmung rasch in die eine oder andere Richtung verschieben.

Zunächst war der Markt davon ausgegangen, dass die Inflation in den USA weiter steigen würde, sofern das FOMC nicht eingreift. Später ließen die Sorgen über weitere Preissteigerungen nach, als der Ölpreis auf etwa 70 US-Dollar pro Barrel fiel. In der vergangenen Woche stieg Öl jedoch wieder auf das Niveau von 85–87 US-Dollar, während die Folgen einer erneuten Eskalation im Nahen Osten und einer Blockade der Straße von Hormus die Preise noch weiter nach oben treiben könnten. Im pessimistischsten Szenario könnte Öl in die Spanne von 100–120 US-Dollar pro Barrel zurückkehren. In diesem Fall würden die Hoffnungen auf eine nachlassende Inflation sowohl in den USA als auch in der Eurozone schwinden. Im optimistischeren Szenario hingegen könnten die Ölpreise wieder auf den Bereich von 60–70 US-Dollar pro Barrel fallen, was den Bedarf an weiteren geldpolitischen Straffungen durch die Federal Reserve verringern würde.

Die technische Analyse zeigt, dass die Bullen weiterhin die Kontrolle haben und ihren Vormarsch fortsetzen könnten. Der Kurs räumte zunächst die Liquidität unterhalb des Tiefs vom 6. April und anschließend unterhalb des Tiefs vom 31. März ab. Diese Liquiditätsabgriffe haben in den vergangenen Wochen eine solide technische Grundlage für die Rally des Pfunds geschaffen. Angesichts der Tatsache, dass dem US-Dollar weiterhin überzeugende langfristige bullische Treiber fehlen und er bereits 2026 beeindruckende Gewinne verbucht hat, halte ich es für unwahrscheinlich, dass die Bären die Kontrolle zurückerlangen.

Der Kurs hat zudem zweimal auf Bullish Imbalance 23 reagiert und damit den Tradern Einstiegschancen auf der Long-Seite geboten. Gleichzeitig wurde Bearish Imbalance 21 ungültig. Daher rechne ich damit, dass sich die Aufwärtsbewegung des Pfunds fortsetzt, sobald die aktuell laufende Korrektur, die sich in den vergangenen Tagen entwickelt hat, abgeschlossen ist.

Es ist außerdem erwähnenswert, dass sich am Donnerstag eine neue bullische Imbalance gebildet hat, die jedoch derzeit noch zu klein ist, um in den Chart aufgenommen zu werden. Nichtsdestotrotz gibt es im Bereich 1,3440–1,3460 ein Kursgap, das die Aufmerksamkeit des Marktes auf sich ziehen könnte.

Der Wirtschaftskalender war am Montag leer, abgesehen von einer weiteren Runde geopolitischer Entwicklungen. Der Konflikt im Nahen Osten könnte sich in den kommenden Tagen entweder weiter zuspitzen oder wieder auf den Pfad von Waffenruhverhandlungen zurückkehren. Das Ergebnis wird maßgeblich die Richtung der Ölpreise, der Inflation und der künftigen Geldpolitik der Zentralbanken bestimmen.

Das breitere fundamentale Umfeld lässt mich weiterhin mit einer längerfristigen Schwäche des US-Dollars rechnen. Weder der Konflikt zwischen Iran und den Vereinigten Staaten noch die Möglichkeit von Zinserhöhungen der Federal Reserve im Jahr 2026 haben diese Einschätzung verändert. Die geopolitischen Spannungen haben die Anleger vorübergehend an den Status des Dollars als sicheren Hafen erinnert, doch die intensivste Phase des Konflikts liegt bereits hinter uns.

Die Federal Reserve beabsichtigt, im Jahr 2026 die Zinsen anzuheben, was den Dollar unterstützt. Eine straffere Geldpolitik würde jedoch auch das Wirtschaftswachstum bremsen und den Arbeitsmarkt schwächen. Zudem sollte man sich daran erinnern, dass Kevin Warsh von Donald Trump mit der Erwartung an die Spitze des FOMC berufen wurde, eine lockerere Geldpolitik zu verfolgen – etwas, das Jerome Powell nicht liefern wollte. Daher ist meines Erachtens jede Aufwertung des US-Dollars eher als vorübergehend denn als nachhaltig einzustufen.

Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich

Vereinigtes Königreich

Arbeitslosenquote (06:00 UTC)Average Earnings Index (06:00 UTC)Claimant Count Change (06:00 UTC)

Am 21. Juli stehen im Wirtschaftskalender drei Arbeitsmarktberichte aus dem Vereinigten Königreich, die in der ersten Tageshälfte die Aufmerksamkeit der Trader auf sich ziehen könnten. Infolgedessen ist am Dienstag mit einem spürbaren Einfluss der Makrodaten auf die Marktstimmung zu rechnen.

GBP/USD Prognose und Trading-Ausblick

Der langfristige Ausblick für GBP/USD bleibt bullisch. Nach den Liquiditätsabgriffen unterhalb der beiden letzten Swing-Tiefs haben die Bullen die Kontrolle zurückerobert. Das Pfund könnte seinen Rückgang in Richtung der Invalidation-Marke des Aufwärtstrends bei 1,3007 zwar noch fortsetzen, doch dafür wären neue bärische Signale erforderlich, die derzeit nicht vorliegen.

Das bullische Szenario wird sowohl durch die beiden Liquiditätsabgriffe als auch durch Bullish Imbalance 23 gestützt. Der Kurs hat auf diese Imbalance bereits reagiert, während die nächsten Aufwärtsziele weiterhin die Hochs vom 1. Mai und 27. Januar bei 1,3656 beziehungsweise 1,3867 sind. Nach der starken Rally des Pfunds am Mittwoch hat sich zudem im Bereich 1,3440–1,3460 eine neue bullische Imbalance gebildet.