Für Dienstag sind mehrere makroökonomische Veröffentlichungen geplant, wobei die interessantesten aus dem Vereinigten Königreich kommen. Dort werden heute die Arbeitslosenquote für Mai, die Veränderung der Zahl der Arbeitslosen sowie die Entwicklung der durchschnittlichen Löhne veröffentlicht. Unserer Ansicht nach sind diese Daten nicht ausschlaggebend, da die Marktbewegungen derzeit stärker von der Geldpolitik und globalen Ereignissen beeinflusst werden. Die Inflation beeinflusst die Geldpolitik, während die Inflation ihrerseits durch den Konflikt im Nahen Osten geprägt wird. Daher rechnen wir nicht mit einer starken Marktreaktion auf die britischen Daten. In der Eurozone werden heute die ZEW-Konjunkturerwartungen veröffentlicht, und in den USA erscheint der wöchentliche ADP-Arbeitsmarktbericht. Auch diese Veröffentlichungen dürften unter den Händlern voraussichtlich keine größeren Emotionen auslösen.
Analyse der fundamentalen Ereignisse:Zu den wichtigen Ereignissen am Dienstag zählt insbesondere die Rede des Präsidenten der Bundesbank, Joachim Nagel. Es ist unwahrscheinlich, dass Nagel im Vorfeld der Sitzung der Europäischen Zentralbank wesentliche Informationen preisgeben wird, und ohnehin trifft die Entscheidung über die Zinsen der Rat für Geldpolitik der ECB, nicht der Chef der deutschen Notenbank. Der Markt ist sich nahezu sicher, dass die ECB die Zinsen unverändert lassen wird, da der jüngste Inflationsbericht eine Verlangsamung gezeigt hat. Es besteht schlichtweg keine Notwendigkeit, die Geldpolitik übereilt zu straffen.
Der geopolitische Hintergrund entwickelt sich erneut in eine unerwünschte Richtung. Ein weiterer Waffenstillstand ist gebrochen worden, und die USA und Iran haben die Kampfhandlungen wieder aufgenommen. Verhandlungen finden derzeit nicht statt. Donald Trump bereitet neue Angriffe auf den Iran vor, während Teheran jederzeit bereit ist zu reagieren, indem es die Bab al-Mandab-Straße blockiert. Gestern kündigten die jemenitischen Huthi eine Blockade Saudi-Arabiens an, offenbar mit dem Ziel, das Rote Meer zu sperren. Die Lage spitzt sich mit der Zeit weiter zu und löst einen neuen Anstieg der Ölpreise aus.
Allgemeine Schlussfolgerungen:Am zweiten Handelstag der Woche könnten sich beide Währungspaare erneut eher träge bewegen, da heute keine bedeutenden Ereignisse anstehen. Der Euro kann aus dem Bereich von 1,1363–1,1377 gehandelt werden, während das Pfund Sterling aus dem Bereich von 1,3456–1,3476 gehandelt werden kann. Der Euro kann derzeit kein deutliches Wachstum zeigen und tendiert zu einem neuen Rückgang; das Pfund befindet sich seit drei Wochen in einem Aufwärtstrend, könnte sich aber heute weiter korrigieren.
Grundregeln des Handelssystems:Die Stärke eines Signals wird anhand der Zeit beurteilt, die zu seiner Bildung (Abpraller oder Ausbruch) benötigt wird. Je weniger Zeit erforderlich ist, desto stärker ist das Signal.Wenn an einem bestimmten Niveau aufgrund von Fehlsignalen zwei oder mehr Trades eröffnet wurden, sollten alle weiteren Signale von diesem Niveau ignoriert werden.In einer Seitwärtsphase kann jedes Währungspaar viele Fehlsignale oder überhaupt keine erzeugen. Technische Niveaus können dabei unberücksichtigt bleiben.Im Stundenchart sollten Handelssignale des MACD-Indikators nur umgesetzt werden, wenn die Volatilität ausreichend hoch ist und ein Trend durch eine Trendlinie oder einen Trendkanal bestätigt wird.Wenn zwei Niveaus zu nah beieinander liegen (5 bis 20 Pips), sollten sie als Unterstützungs- bzw. Widerstandszone betrachtet werden.Nach einer Bewegung von 15 Pips in die richtige Richtung sollte der Stop Loss auf Break-even nachgezogen werden.Was auf den Charts zu sehen ist:Kursniveaus (Zonen) von Unterstützung und Widerstand sind Ziele beim Eröffnen von Long- oder Short-Positionen oder Quellen für Handelssignale.
Rote Linien kennzeichnen Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend anzeigen und die bevorzugte Handelsrichtung signalisieren.
Der MACD-Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein ergänzender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
Wichtige Reden und Berichte (im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung eines Währungspaares erheblich beeinflussen. Deshalb sollte während ihrer Veröffentlichung mit größter Vorsicht gehandelt werden, oder man sollte den Markt verlassen, um abrupte Umkehrbewegungen gegen den vorangegangenen Trend zu vermeiden.
Einsteiger im Forex-Markt sollten bedenken, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Die Entwicklung einer klaren Strategie und ein konsequentes Risikomanagement sind der Schlüssel zu langfristigem Erfolg im Handel.