Die Wellenstruktur im 4‑Stunden‑Chart für EUR/USD wird zunehmend komplexer. Es gibt weiterhin keine Anzeichen dafür, dass der Aufwärtstrendabschnitt (im unteren Chart dargestellt), der im Januar des vergangenen Jahres begonnen hat, aufgehoben wäre. Allerdings hat die Trendstruktur mittlerweile einen korrektiven Charakter angenommen. Aus langfristiger Sicht dürfte sich Welle C weiter ausbilden, wobei ihr Tief unter dem Tief von Welle A liegen sollte. Aktuell liegt das Tief der Welle C bereits unter dem Tief der Welle A, was bedeutet, dass Welle C jederzeit abgeschlossen sein könnte. Bleibt der Nachrichtenhintergrund für den US‑Dollar jedoch günstig, könnte sich diese Welle noch deutlich ausdehnen.
In der niedrigeren Zeitebene lässt sich eine klassische bärische Fünf‑Wellen‑Struktur erkennen. Wenn diese Interpretation zutrifft, befindet sich Welle 4 derzeit in der Ausbildung, während Welle 3 die Form eines Fünf‑Wellen‑Musters angenommen hat. Sobald diese Struktur abgeschlossen ist, könnte das Instrument in eine neue Aufwärtswellen‑Sequenz übergehen. Nach der aktuellen Wellenzählung steht Welle 5 jedoch noch bevor. Daher könnte der Euro in den Bereich von 1,13 fallen.
Das Währungspaar EUR/USD ist am Montag um 25 Basispunkte gefallen und hat damit erneut eine extrem geringe Kursvolatilität gezeigt. Der Rückgang des Euro in den vergangenen Tagen war moderat, aber auch die Gewinnentwicklung der letzten Wochen fiel relativ verhalten aus. In der Folge bleibt die Marktaktivität insgesamt gedämpft. In dieser Phase können sich Trader in erster Linie auf die Wellenzählung oder andere Formen der technischen Analyse stützen. Wird das Tief der angenommenen Welle b innerhalb von Welle 4 durchbrochen, deutet dies darauf hin, dass Welle 4 abgeschlossen ist. In diesem Fall hätten wir eine Bestätigung dafür, dass das Paar in Welle 5 von C eingetreten ist. Andernfalls könnte sich Welle 4 zu einer ausgedehnteren Fünf‑Wellen‑Struktur entwickeln.
Am Montag gab es praktisch keine wichtigen Konjunktur- oder Wirtschaftsdaten. Im Tagesverlauf wurden nur wenige Schlagzeilen veröffentlicht, von denen sich die meisten auf geopolitische Themen bezogen – ein Faktor, auf den die Marktteilnehmer in letzter Zeit relativ unempfindlich reagieren. Das Problem ist, dass nahezu täglich eine Fülle von Informationen aus dem Nahen Osten eintrifft, von denen ein Großteil lediglich Veränderungen in der Ausprägung des Konflikts zwischen Iran und den Vereinigten Staaten widerspiegelt. Der Markt reagiert nicht mehr auf jeden weiteren Raketenangriff oder jede beschädigte Raffinerie. Stattdessen warten die Händler entweder auf einen Durchbruch in den Verhandlungen oder auf eine weitere Eskalation des Konflikts.
Angesichts des äußerst schwachen Aufwertungstempos des Euro neige ich jedoch weiterhin zu der Ansicht, dass der Markt bereit ist, auf geopolitische Entwicklungen zu handeln. Da der Konflikt zwischen Iran und den Vereinigten Staaten wieder aufgeflammt ist, stellt dies einen positiven Faktor für den US‑Dollar dar. Die Wiederaufnahme des Konflikts könnte im Juli zu einem erneuten Anziehen der Inflation führen, was die Federal Reserve dazu veranlassen könnte, eine weitere Straffung der Geldpolitik zu erwägen, was den Dollar ebenfalls stützen würde. Ich rechne daher nicht mit einer starken Rally des US‑Dollar, aber Welle 5 von C könnte sich dennoch wie erwartet ausbilden. Vor dem Hintergrund der genannten Faktoren schätze ich die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs von EUR/USD in dieser Woche höher ein als die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Aufwärtsbewegung.
Auf Grundlage meiner EUR/USD-Analyse komme ich zu dem Schluss, dass das Währungspaar sich weiterhin in einem übergeordneten Aufwärtstrendsegment befindet (im unteren Chart dargestellt), während es sich kurzfristig noch in einem Abwärtstrendsegment bewegt. Meiner Ansicht nach nähert sich der Markt einer günstigen Gelegenheit, um mit dem Aufbau von Long-Positionen zu beginnen, auch wenn das Paar im Rahmen der Welle 5 von C noch in Richtung 1,13 fallen könnte. Wellenanalyse führt häufig zu unerwarteten Entwicklungen, daher würde ich meinen Fokus bereits jetzt verstärkt auf Kaufgelegenheiten legen.
Im höheren Zeitrahmen ist ein Aufwärtstrendsegment erkennbar, auf das sich die Ausbildung einer korrektiven Wellenstruktur anschließt. Kurzfristig wird die Entwicklung der Welle C mit einem Ziel in der Nähe von 1,1352 erwartet, was dem Fibonacci-Retracement-Level von 38,2 % entspricht. Sobald die A‑B‑C‑Korrekturstruktur abgeschlossen ist, könnte ein neuer langfristiger Aufwärtstrend beginnen.
Wichtige Grundsätze meiner AnalyseWellenstrukturen sollten einfach und leicht zu interpretieren sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und verändern sich häufig während ihrer Ausbildung.Wenn Sie sich über die aktuelle Marktsituation nicht sicher sind, ist es besser, dem Markt fernzubleiben.Es kann nie absolute Gewissheit über die Marktrichtung geben. Verwenden Sie daher immer schützende Stop-Loss-Orders.Wellenanalyse kann mit anderen Formen der technischen Analyse und mit verschiedenen Handelsstrategien kombiniert werden.