Die Wellenstruktur im 4‑Stunden-Chart von EUR/USD wird zunehmend komplexer. Auch wenn bislang noch keine Rede davon sein kann, den übergeordneten Aufwärtstrendabschnitt (siehe unteres Bild) infrage zu stellen, hat die Trendstruktur inzwischen einen korrektiven Charakter angenommen. Langfristig ist mit der Ausbildung der Welle C zu rechnen, deren Tief voraussichtlich unter dem Tief der Welle A liegen dürfte. Aktuell liegt das Tief der Welle C bereits unter dem Tief von Welle A, sodass Welle C theoretisch jederzeit enden könnte. Bei einem weiterhin günstigen Nachrichtenumfeld für den Dollar kann sich diese Welle jedoch deutlich in die Länge ziehen.
Im kleineren Zeitfenster lässt sich eine klassische fünfwellig abwärts gerichtete Struktur erkennen. Trifft diese Annahme zu, befinden wir uns derzeit in der Ausbildung von Welle 4, während Welle 3 selbst wiederum eine fünfwellig aufgebaute Struktur gezeigt hat. Nach Abschluss dieses Musters könnte das Instrument in eine aufwärts gerichtete Wellenfolge übergehen. Nach der aktuellen Wellenanalyse steht uns jedoch noch der Abschluss der Welle 5 bevor. Folglich könnte die europäische Währung noch in den Bereich der 13er‑Marke abrutschen.
„Iran fordert die USA zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.“Das Instrument EUR/USD fiel am Dienstag um 15 Basispunkte, und die Schwankungsbreite der Bewegungen war erneut äußerst gering. Wirtschaftliche Veröffentlichungen waren gestern rar, sodass die Teilnehmer am Forex-Markt den Großteil des Tages weiterhin eher abwartend verharrten. Die Ausnahme bildete die Geopolitik. Der Nachrichtenstrom aus dem Nahen Osten und aus dem Weißen Haus reißt nicht ab, besteht jedoch überwiegend aus verbalen Auseinandersetzungen. Die Lage an der Front bleibt unverändert. Iran und die USA greifen nun schon seit zehn Tagen in Folge gegenseitig Positionen an, ohne dass jemand ernsthaft an ein Memorandum, einen Waffenstillstand oder Verhandlungen denkt. Weder Insider noch Medien haben bisher Signale aus Iran erhalten, die auf die Bereitschaft hindeuten würden, Gespräche wiederaufzunehmen. Daher ist, wie ich bereits mehrfach betont habe, Teheran mit der Perspektive eines Krieges zumindest bis November, wenn in den USA die Zwischenwahlen stattfinden, offenbar recht zufrieden. Teheran hofft auf eine vernichtende Niederlage der Partei Trumps, sodass der US‑Präsident nicht mehr eigenmächtig über Angriffe auf Iran entscheiden kann. Seine Entscheidungen würden dann von den Demokraten blockiert. Insofern würde ich sogar sagen, dass es für Teheran derzeit kaum Sinn ergibt, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Unterdessen hat Donald Trump erklärt, die USA seien es, die an neuen Verhandlungen mit Iran nicht interessiert seien. Nach Angaben des amerikanischen Präsidenten habe er bereits Anrufe aus Iran erhalten mit der Bitte um ein Treffen, um über einen Waffenstillstand zu verhandeln. Amerika werde einem Treffen jedoch erst zustimmen, wenn Iran zu substanziellen Gesprächen bereit sei. Es sei angemerkt, dass Trumps Aussagen einmal mehr völlig unbelegt sind. Grundsätzlich kann Trump täglich beliebige Erklärungen abgeben, die einzig von Iran dementiert werden könnten. Iran scheint dieser Rhetorik jedoch überdrüssig zu sein und schweigt daher. Meiner Einschätzung nach wird der Krieg weitergehen, da Iran keine Zugeständnisse machen wird und die Zeit für Teheran spielt. Trump bleiben keine anderen Optionen, als Krieg um des Krieges willen zu führen.
Auf Basis meiner Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem übergeordneten Aufwärtstrendabschnitt befindet (siehe unteres Bild), während es kurzfristig in einem abwärts gerichteten Trendsegment verläuft. Meiner Ansicht nach ist es eine gute Zeit, um erste Versuche mit Long‑Positionen zu unternehmen, auch wenn das Instrument in Welle 5 von C noch bis zur 13er‑Marke nachgeben könnte. Wellenanalyse hält oft Überraschungen bereit, weshalb ich mich bereits jetzt stärker in Richtung Käufe orientieren würde.
Im größeren Bild ist ein Aufwärtstrendabschnitt zu erkennen, auf den eine korrektive Wellenfolge gefolgt ist. In nächster Zeit ist mit der Ausbildung der Welle C zu rechnen, deren Kursziele im Bereich von etwa 1,1352 liegen, was dem 38,2‑%‑Retracement auf der Fibonacci‑Skala entspricht. Nach Abschluss der A‑B‑C‑Struktur könnte eine neue langfristige Aufwärtsbewegung einsetzen.
Zentrale Grundsätze meiner Analyse:Wellenstrukturen sollten einfach und nachvollziehbar sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und führen häufig zu Änderungen.Wenn keine ausreichende Klarheit darüber besteht, was am Markt geschieht, ist es besser, nicht einzusteigen.Es gibt nie und kann nie 100%ige Sicherheit über die Bewegungsrichtung geben. Denken Sie an schützende Stop‑Loss‑Orders.Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.