Am Donnerstag blieb das Währungspaar USD/CAD unterhalb der Marke von 1,4100 in einer defensiven Position, beeinflusst durch eine Kombination verschiedener Faktoren. Allerdings mahnt das Ausbleiben eines anhaltenden Verkaufsdrucks zur Vorsicht, bevor man schlussfolgert, dass die Erholung in dieser Woche vom psychologischen Niveau von 1,4000 bzw. vom Monatstief bereits abgeschlossen ist, was auf tiefere Verluste hindeuten könnte.
Die Ölpreise haben neue Juli-Höchststände erreicht, da sich die Spannungen im Nahen Osten zuspitzen und der Frachtverkehr durch die Straße von Hormus deutlich zurückgegangen ist. Zusätzlich wird die Lage durch das Vorgehen der von Iran unterstützten Huthi in Jemen verschärft, die eine Blockade saudischer Häfen angekündigt haben. Dies schürt Befürchtungen weiterer Einschränkungen des globalen Ölangebots und stützt damit den Ölmarkt.
Dies wiederum stützt den kanadischen Dollar, der eng mit den Rohstoffpreisen verbunden ist, und kann zudem zur Schwächung des US-Dollars beitragen, was sich negativ auf das Währungspaar USD/CAD auswirkt.
Gleichzeitig schüren die hohen Ölpreise weiterhin Inflationssorgen und verstärken die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen durch die US-Notenbank. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group bewerten Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank bis zum Jahresende auf über 90 %. Diese Erwartungen halten die Renditen von US-Staatsanleihen auf Mehrmonatshochs und stützen somit den Dollar.
Darüber hinaus dürften Prognosen, wonach die Bank of Canada die Zinssätze bis Ende 2026 unverändert lässt, dazu beitragen, die Verluste im Währungspaar USD/CAD zu begrenzen.
Zur Unsicherheit trägt außerdem der kürzlich von US-Präsident Donald Trump angekündigte Zoll von 50 % auf kanadische Waren bei, der Händler davon abhalten könnte, aggressive Positionen zugunsten einer Stärkung des kanadischen Dollars einzugehen.
Anstehende geopolitische Ereignisse und Nachrichten von der Handelsfront könnten nun vor dem Hintergrund gemischter Fundamentaldaten kurzfristige Handelschancen im Währungspaar USD/CAD eröffnen.
Die Aufmerksamkeit bleibt jedoch auf die bevorstehende geldpolitische Sitzung der Federal Reserve in der kommenden Woche gerichtet.
Aus technischer Sicht bleibt das Paar unterhalb der runden Marke von 1,4100 defensiv. Die Oszillatoren befinden sich im neutralen Bereich, was darauf hindeutet, dass das Paar noch keine Richtung eingeschlagen hat. Daher sollten sowohl Bären als auch Bullen Vorsicht walten lassen, bis neue fundamentale Impulse auftreten.