Das Währungspaar EUR/USD zeigte am Donnerstag einige interessante Bewegungen. Unmittelbar nach der Veröffentlichung der Ergebnisse der Sitzung der Europäischen Zentralbank (die die Trader übrigens überhaupt nicht überraschten) verlor der Euro etwa 60–70 Pips. Das bedeutet, dass die Reaktion des Marktes auf dieses wichtige Ereignis erneut recht schwach ausfiel. Zudem blieb der Kurs innerhalb des seitwärts gerichteten Kanals von 1,1362–1,1461 (der im Stundenchart deutlich zu erkennen ist) und hielt sich weiterhin darin auf. Somit besteht der Seitwärtstrend fort, und die Marktreaktion in Form von Euro-Verkäufen wirkt erneut völlig unlogisch.
Die letzten Wochen haben nur eines gezeigt und bestätigt – der Markt will den Euro unter keinen Umständen kaufen. Seit mehr als drei Wochen klettert der Euro nur in kleinen Schritten nach oben und konnte in dieser Zeit gerade einmal um 140 Pips zulegen. Lächerlich. Vor anderthalb Monaten war die ECB die erste unter den großen Zentralbanken, die ihre Geldpolitik angesichts der durch den Konflikt im Nahen Osten angeheizten Inflation straffte – die erste und bis zum jetzigen Zeitpunkt die einzige. Während die Federal Reserve beobachtet und abwägt, zieht die ECB die Zügel an – was die Trader jedoch völlig unbeeindruckt lässt.
Gestern kündigte Christine Lagarde an, dass die Zentralbank im Juli eine Pause einlegen werde, um abzuschätzen, wie stark die Inflation nach der Wiederaufnahme des Konflikts im Nahen Osten und dem Anstieg der Ölpreise auf 100 US-Dollar pro Barrel (was wohl kaum die obere Grenze für das „schwarze Gold“ darstellen dürfte) noch steigen könnte. Die ECB teilte außerdem mit, dass sich die volle Wirkung des Energieschocks noch nicht entfaltet habe und dass die Dauer dieses Schocks durchaus lang sein könne. Mit anderen Worten: Die ECB will die Straffung nicht überstürzen, ist aber zu einem weiteren hawkishen Schritt bereit, sobald sich bestätigt, dass die Inflation erneut anzieht.
Damit könnte die ECB im September eine zweite Zinserhöhung vornehmen. Was die Erwartungen und die Realität bezüglich der Julisitzung angeht, so hatten weder Analysten noch Trader irgendwelche hawkishen Maßnahmen der ECB erwartet. Mit anderen Worten: Die Erwartungen haben sich erfüllt, und hawkishe Signale für den September hätten den Euro eher stützen als seinen Fall auslösen sollen. Selbst wenn die ECB auf der nächsten Sitzung die Zinsen nicht anhebt, gab es gestern keine Grundlage für den Rückgang des Euro. Dennoch handeln der Markt und die Market Maker so, wie sie es für richtig halten. Manchmal stimmen ihre Aktionen mit Logik und gesundem Menschenverstand überein, und manchmal eben nicht. In den vergangenen Wochen haben wir immer wieder betont, dass das technische Bild wie eine Vorbereitung auf einen neuen Rückgang aussieht, trotz des anhaltenden globalen Aufwärtstrends. Und genau so kam es dann auch – trotz der vergleichsweise hawkishen Ergebnisse der ECB-Sitzung.
Es ist zudem zu beachten, dass der Rückgang des EUR/USD-Paares jederzeit enden könnte, da es nach wie vor keine globalen Faktoren für einen Anstieg des US-Dollars und einen Fall des Euro gibt. Je tiefer der Euro jetzt fällt, desto stärker dürfte er sich später erholen, und Marktbewegungen sind nicht immer logisch. Das sollte man stets im Hinterkopf behalten.
Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD in den letzten fünf Handelstagen beträgt zum 24. Juli 41 Pips und wird als „niedrig“ eingestuft. Wir erwarten, dass sich das Paar am Freitag in einer Spanne zwischen 1,1333 und 1,1415 bewegt. Der obere Kanal der linearen Regression ist abwärts gerichtet, was auf einen anhaltenden Abwärtstrend hindeutet. Der CCI-Indikator ist in den überverkauften Bereich eingetreten und hat zwei bullische Divergenzen ausgebildet, die auf ein mögliches Ende des Abwärtstrends hinweisen.
Nächste Unterstützungszonen:S1 – 1,1353
S2 – 1,1292
S3 – 1,1230
Nächste Widerstandszonen:R1 – 1,1414
R2 – 1,1475
R3 – 1,1536
Handelsempfehlungen:Das Paar EUR/USD befindet sich weiterhin in einem Abwärtstrend, der vermutlich eine Korrektur im Rahmen des übergeordneten Aufwärtstrends darstellt, wie im Tages- oder Wochentimeframe deutlich zu erkennen ist. Der globale fundamentale Ausblick für den Dollar bleibt negativ, doch im Jahr 2026 haben zunächst die Geopolitik und anschließend die falkenhafte Ausrichtung der Fed der US‑Währung kräftige Unterstützung verliehen. Solange sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt befindet, können Short-Positionen mit Zielen bei 1,1353 und 1,1333 in Betracht gezogen werden. Oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts sind Long-Positionen mit Zielen bei 1,1475 und 1,1536 relevant. Der Markt befindet sich nun bereits die vierte Woche in Folge in einer Seitwärtsphase.
Erläuterungen zu den Abbildungen:Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Zeigen beide in die gleiche Richtung, ist der Trend derzeit stark;
Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte;
Murray‑Level sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen;
Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen den wahrscheinlichen Preiskanal an, innerhalb dessen sich das Paar in den nächsten 24 Stunden auf Grundlage der aktuellen Volatilitätsindikatoren bewegen wird;
Der CCI‑Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder den überkauften Bereich (über +250) bedeutet, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung bevorsteht.