XAU/USD Kursanalyse und Prognose: Gold steigt, da Hoffnungen auf US–Iran-Diplomatie den US‑Dollar belasten

Gold (XAU/USD) konsolidiert weiter knapp unter der Marke von 4.100 US‑Dollar, da Käufer vor der wichtigen FOMC-Sitzung in dieser Woche vorsichtig bleiben.

Im Vorfeld dieses bedeutenden Zentralbanktermins haben neue Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des seit fünf Monaten andauernden Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zu einem deutlichen Rückgang der Ölpreise geführt. Dies trägt dazu bei, Inflationsrisiken zu verringern und die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Federal Reserve zu dämpfen. Dadurch verliert der US‑Dollar als sicherer Hafen an Attraktivität und das Edelmetall erhält etwas Unterstützung, auch wenn Gold bislang noch keinen nachhaltigen Aufwärtsmomentum aufbauen konnte.Spät am Freitag setzten die Vereinigten Staaten ihre Bombardierungskampagne gegen den Iran nach 13 aufeinanderfolgenden Nächten von Angriffen aus. Der US‑Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, erklärte, dass die US‑Streitkräfte zwar weiterhin voll einsatzbereit seien, Präsident Donald Trump den Verhandlungen jedoch „etwas Spielraum“ für Fortschritte geben wolle. Daraufhin sagte ein ranghoher iranischer Regierungsvertreter am Sonntag gegenüber Reuters, Teheran werde seine Angriffe einstellen, wenn die Vereinigten Staaten dasselbe täten. Dies schürte die Erwartungen an ein nachhaltiges Deeskalationsszenario zwischen den beiden Ländern.

Dies führte zu einem teilweisen Abbau der geopolitischen Risikoaufschläge, die zuvor erheblichen Druck auf den US‑Dollar ausgeübt hatten. Zudem sorgte die Entspannung der militärischen Spannungen für einen starken Rückgang der Ölpreise und veranlasste Anleger, ihre Erwartungen an eine unmittelbar bevorstehende Zinserhöhung durch die Federal Reserve zurückzuschrauben. In diesem Umfeld gingen die Renditen von US‑Staatsanleihen moderat zurück – ein weiterer belastender Faktor für den Dollar, nachdem dieser in der vergangenen Woche ein Einmonatshoch erneut getestet hatte.Dennoch zögern Händler, aggressive Short‑Positionen im US‑Dollar aufzubauen, und warten lieber auf weitere Signale zur Geldpolitik der Federal Reserve. Daher richtet sich die Aufmerksamkeit weiterhin auf das Ergebnis der zweitägigen FOMC-Sitzung am Mittwoch.

Unterdessen stellen Marktteilnehmer die Nachhaltigkeit der Reduzierung der Feindseligkeiten weiterhin infrage. Die Stimmung wurde zudem durch einen Rückgang des Verkehrs durch die Meerenge Bab al‑Mandab am 26. Juli belastet, nachdem von Iran unterstützte Huthi‑Milizen im Jemen saudische Ölanlagen an der Küste des Roten Meeres angegriffen hatten.

Dies hat die Sorge vor erheblichen Störungen der globalen Ölversorgung aufgrund eingeschränkter Transitmöglichkeiten durch die Straße von Hormus verstärkt, was wiederum die Ölpreise stützt. Vor diesem Hintergrund wird ein stärkerer Rückgang des US‑Dollars begrenzt und der weitere Anstieg des Goldpreises eingeschränkt, sodass sich aggressive Käufer im Vorfeld des wichtigen Zentralbanktermins zurückhalten.

Aus technischer Sicht bleibt Gold unter Druck, wie die negativen Momentum-Oszillatoren zeigen. Das Metall hat sich jedoch über dem 20‑Tage Simple Moving Average (SMA) behauptet, was den bullischen Ausblick stützt. Der nächste Widerstand liegt bei 4.145 US‑Dollar, wonach Käufer die psychologisch wichtige Marke von 4.200 US‑Dollar anvisieren dürften.

Sollte es Gold jedoch nicht gelingen, das Unterstützungsniveau zu halten, könnten die Notierungen in Richtung der psychologischen Marke von 4.000 US‑Dollar zurückfallen, wodurch das Metall für weitere Verluste anfällig wäre.