Das Währungspaar EUR/USD ist am Montag zunächst gestiegen und dann wieder gefallen, angetrieben von geopolitischen Entwicklungen. Fakt ist, dass Donald Trump am Wochenende erneut beschlossen hat, Iran zu verschonen und das Land nicht zu verwüsten, was zu einem erneuten Stopp der militärischen Handlungen im Nahen Osten geführt hat. Natürlich konnte der Markt auf einen weiteren Waffenstillstand und das sich öffnende Zeitfenster für Diplomatie nicht unberührt bleiben, zumal Boulevard-Schlagzeilen mit Formulierungen wie „Iran und die USA nehmen Gespräche wieder auf“ oder „Licht am Ende des Tunnels“ gefüllt waren. Aus unserer Sicht ist das Licht am Ende des Tunnels lediglich der Eingang zum nächsten Tunnel. Teheran und Washington haben sich schon viele Male an den Verhandlungstisch gesetzt und es nicht geschafft, sich in irgendeiner der grundlegendsten Fragen zu einigen. Daher werden neue Verhandlungen nichts Neues hervorbringen. Zudem haben die USA und Iran in den vergangenen Monaten nur eine Bereitschaft gezeigt: die Bedingungen jedes Waffenstillstands ständig zu verletzen. Jede neue Vereinbarung kann innerhalb von ein paar Tagen genauso leicht gebrochen werden wie alle vorherigen. Wozu also neue Verhandlungen und eine neue Vereinbarung?
Offenbar versteht der Markt das inzwischen sehr gut und hat seine rosarote Brille endlich abgesetzt. Ein erheblicher Teil der Trader und Investoren stellt sich nun auf eine lang anhaltende Konfrontation im Nahen Osten ein, und wann und wie sie enden wird, bleibt ein Rätsel, gehüllt in Dunkelheit. Wir möchten daran erinnern, dass die Konfrontation zwischen der Ukraine und Russland nun schon seit fünf Jahren andauert, obwohl viele Experten zu Beginn des Konflikts ihr Ende innerhalb weniger Wochen oder schlimmstenfalls Monate prognostiziert hatten. Dieses Phänomen nennt sich unterbewusster Optimismus, bei dem man auf hypothalamischer Ebene eher das Beste als das Schlechteste erwartet. Die Praxis zeigt jedoch, dass in unserer Zeit kein Platz für Optimismus ist.
Wir halten es für durchaus möglich, dass der Konflikt im Nahen Osten Donald Trump (im Sinne seiner Amtszeit an der Spitze der USA) überdauern könnte. Natürlich wird der Dollar während dieser gesamten Zeit nicht durchgehend aufwerten, doch derzeit hält der Markt den Finger am Puls des Konflikts und ist nicht bereit, auf den sicheren und beliebten Dollar zu verzichten. Im Grunde hat sich die Bewegung des EUR/USD-Paares seit einem Monat nicht verändert. Die Volatilität ist gering, der Euro kann kein Wachstum zeigen, der Markt ignoriert alle positiven Faktoren für die Gemeinschaftswährung, und der Kurs verbleibt in einer Seitwärtsrange. Die Ereignisse vom Montag haben überhaupt nichts verändert.
In dieser Woche findet die Sitzung der Federal Reserve statt, doch sie wird voraussichtlich kaum Auswirkungen haben. Die meisten Analysten und Experten werden erneut versuchen, aus den Äußerungen von Kevin Warsh mögliche Hinweise auf eine Straffung der Geldpolitik bis zum Jahresende herauszulesen. Mit einem derart starken Wunsch werden sie diese Hinweise auch finden. Daher spielt es keine Rolle, was Warsh konkret sagt; der Markt kann jedes seiner Worte zugunsten des Dollars interpretieren. Kurzfristig bleiben die Positionen des US-Dollar damit attraktiver. Langfristig hat der Dollar keine Chancen. Es sei denn natürlich, der Konflikt im Nahen Osten beginnt sich – zusammen mit dem Konflikt in der Ukraine – allmählich zu einem Dritten Weltkrieg auszuweiten.
Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD der vergangenen fünf Handelstage beträgt zum 28. Juli 44 Pips und wird als „niedrig“ eingestuft. Für Dienstag erwarten wir eine Bewegung des Paares in einer Spanne zwischen 1,1330 und 1,1418. Der obere Kanal der linearen Regression ist nach unten gerichtet, was auf die Fortsetzung des Abwärtstrends hindeutet. Der CCI-Indikator ist in den überverkauften Bereich eingetreten und hat zwei bullische Divergenzen ausgebildet, was auf ein mögliches Ende des Abwärtstrends hinweist.
Nächste Unterstützungsniveaus:S1 – 1,1353
S2 – 1,1292
S3 – 1,1230
Nächste Widerstandsniveaus:R1 – 1,1414
R2 – 1,1475
R3 – 1,1536
Handelsempfehlungen:Das Paar EUR/USD befindet sich weiterhin in einem Abwärtstrend, der als Korrektur innerhalb des übergeordneten Aufwärtstrends anzusehen ist, der auf dem Tages- oder Wochenchart deutlich erkennbar ist. Das globale fundamentale Umfeld für den Dollar bleibt negativ, doch im Jahr 2026 sorgten zunächst die Geopolitik und anschließend der restriktive Kurs der Fed für starke Unterstützung der US-Währung. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können Short-Positionen mit Kurszielen bei 1,1353 und 1,1330 in Betracht gezogen werden. Oberhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts kommen Long-Positionen mit Zielen bei 1,1475 und 1,1536 infrage. Der Markt befindet sich bereits die vierte Woche in Folge in einer Seitwärtsbewegung.
Erläuterungen zu den Abbildungen:Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Sind beide in dieselbe Richtung gerichtet, bedeutet dies, dass der Trend derzeit stark ist;
Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20,0, geglättet) definiert den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die gehandelt werden sollte;
Murray-Level sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen;
Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilitätsindikatoren den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am nächsten Tag bewegen wird;
Der CCI-Indikator — sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung näher rückt.