Im Stundenchart stieg das Währungspaar GBP/USD am Montag zunächst bis zum 50,0%-Fibonacci-Retracement bei 1,3348, bevor es zugunsten des US-Dollars wieder drehte. Anschließend fiel das Paar zurück und pendelte sich unterhalb des 61,8%-Fibonacci-Retracements bei 1,3298 ein. In der Folge könnte sich die Abwärtsbewegung heute bis zum nächsten Fibonacci-Niveau bei 1,3238 (76,4%) fortsetzen. Ein nachhaltiger Anstieg zurück über 1,3298 würde das Pfund begünstigen und den Weg für eine erneute Aufwärtsbewegung in Richtung 1,3348 ebnen.
Die Wellenstruktur hat ins Bärische gedreht. Die zuletzt abgeschlossene Aufwärtswelle hat zwar das vorherige Hoch überschritten, doch die jüngste Abwärtswelle ist unter das vorherige Tief gefallen. Das zeigt, dass die Bären die Kontrolle über den Markt zurückerobert haben. Meiner Ansicht nach ist der bärische Impuls, der einen Großteil des Jahres 2026 geprägt hat, bereits weitgehend ausgelaufen, und allein geopolitische Entwicklungen verhindern derzeit, dass die Bullen ihre Erholung weiter ausdehnen. Aktuell belasten geopolitische Risiken erneut risikosensitive Anlagen.
Der Nachrichtenfluss am Montag bot den bullischen Marktteilnehmern zunächst die Gelegenheit zu einem Gegenangriff, den sie in der asiatischen Sitzung auch erfolgreich nutzten. Im weiteren Tagesverlauf übernahmen jedoch die Verkäufer wieder das Ruder – scheinbar ohne ersichtlichen Grund. Eine Erklärung lässt sich dennoch finden. In dieser Woche steht die geldpolitische Sitzung des FOMC an, und die Marktteilnehmer rechnen womöglich erneut mit einer „hawkishen“ Rhetorik von Kevin Warsh. Meiner Meinung nach erwartet der Markt zu viel sowohl von der Federal Reserve als auch von Kevin Warsh persönlich, da das außergewöhnlich hohe Maß an geopolitischer Unsicherheit es der Fed unmöglich macht, auch nur für einige Monate verlässliche Inflations- oder Konjunkturprognosen zu erstellen – geschweige denn mit Sicherheit weitere geldpolitische Straffungen in Aussicht zu stellen. Erwartungen sind daher das eine, die Realität könnte sich aber als etwas ganz anderes erweisen. Unterdessen ignorieren die Händler weiterhin die aktuellen Konjunkturdaten. Die US-Daten zu den Auftragseingängen langlebiger Güter fielen deutlich schwach aus, doch der Dollar reagierte kaum. Der heutige Wirtschaftskalender dürfte die Marktstimmung voraussichtlich nicht wesentlich beeinflussen, während geopolitische Entwicklungen und die anstehende FOMC-Sitzung den Bären weiter Rückenwind verleihen könnten.
Im 4-Stunden-Chart ist GBP/USD vom 61,8%-Fibonacci-Retracement bei 1,3348 abgeprallt, hat zugunsten des US-Dollars gedreht und seine Abwärtsbewegung in Richtung des 76,4%-Fibonacci-Retracements bei 1,3277 fortgesetzt. Ein bestätigter Bruch unter 1,3277 würde die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung des 100,0%-Fibonacci-Niveaus bei 1,3159 erhöhen. Gleichzeitig beginnt der CCI-Indikator, eine bullische Divergenz auszubilden, die mit einem Rebound vom Unterstützungsniveau bei 1,3277 zusammenfallen könnte.
Commitments of Traders (COT) ReportDie Stimmung unter den Non-Commercial-Tradern ist in der letzten Berichtsperiode weniger bärisch geworden, bleibt insgesamt jedoch negativ. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen stieg um 13.197, während die Short-Positionen um 2.495 zurückgingen. Der aktuelle Saldo liegt bei etwa 64.000 Long-Positionen gegenüber 119.000 Short-Positionen. Auch wenn die Bären weiterhin klar im Vorteil sind, verringert sich der Abstand zwischen Long- und Short-Positionen stetig. Früher war die vorherrschende Baisse-Stimmung unbestritten, doch der sich wandelnde fundamentale Hintergrund beginnt diese Sichtweise in Frage zu stellen.
Ich halte nach wie vor einen anhaltenden Bärenmarkt beim Pfund für eher unwahrscheinlich. Kurzfristig wird sich die Marktrichtung jedoch weniger an Konjunkturdaten, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken orientieren, sondern vielmehr an Dauer, Ausmaß und Folgen des Konflikts im Nahen Osten. In den vergangenen Monaten hatten die Märkte begonnen, ein mögliches Friedensszenario einzupreisen, doch die Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten brachen zusammen, bevor nennenswerte Fortschritte erzielt werden konnten. Zudem gibt es keine Garantie dafür, dass sie in naher Zukunft wiederaufgenommen werden.
Wirtschaftskalender (USA und UK)Vereinigte Staaten
ADP Employment Change — 12:30 UTCConsumer Confidence Index — 14:00 UTCDer Wirtschaftskalender für den 28. Juli enthält nur diese beiden Veröffentlichungen, von denen ich keine als besonders wichtig einstufe. Daher dürfte der Einfluss der Makrodaten auf die Marktstimmung am Dienstag begrenzt oder vernachlässigbar sein.
GBP/USD Prognose und Trading-IdeenShort-Positionen können in Betracht gezogen werden, wenn es auf dem Stundenchart zu einem bestätigten Schlusskurs unter 1,3298 kommt, mit Abwärtszielen bei 1,3238 und 1,3177. Long-Positionen können erwogen werden, falls sich das Währungspaar oberhalb von 1,3298 behauptet, mit Aufwärtszielen bei 1,3348 und 1,3397.
Die Fibonacci-Retracement-Niveaus sind im Stundenchart von 1,3140 bis 1,3557 und im 4-Stunden-Chart von 1,3158 bis 1,3655 eingezeichnet.