Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes notierte das Währungspaar USD/JPY in der Nähe eines 40‑Jahres‑Hochs. Anleger bleiben vorsichtig im Vorfeld der geldpolitischen Entscheidung der Federal Reserve, die am Mittwoch bekannt gegeben wird, sowie der entsprechenden Ankündigung der Bank of Japan am Freitag.
Das Fehlen unmittelbarer Impulse hält den Wechselkurs im Wartemodus, während die Märkte auf mehr Klarheit über die Perspektiven beider Zentralbanken warten. Der US-Dollar zeigt sich vor der Fed-Sitzung ohne klaren Trend, während sich der Dollar Index (DXY), der den Wert des Dollars gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, leicht von seinem Juli-Hoch korrigiert hat.
Laut dem CME FedWatch Tool liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed den Leitzins unverändert in der Spanne von 3,5 % bis 3,75 % belässt, bei rund 62 %, während die Erwartung einer Anhebung bei der Sitzung im September weiterhin hoch bleibt.
Bei der vorherigen Sitzung deutete Fed-Chef Kevin Warsh an, dass die künftigen Prognosen „nicht ganz mit dem aktuellen politischen Umfeld übereinstimmen“, was darauf hindeutet, dass die Entscheidungsträger voraussichtlich keine klaren Signale zum weiteren Kurs der Zinspolitik geben werden. Dennoch sollten Marktteilnehmer sehr genau auf Hinweise achten, wie lange die Inflation in den USA über dem Zielwert der Zentralbank von 2 % bleiben wird.
In Japan richtet sich die Aufmerksamkeit auf die geldpolitische Entscheidung der BoJ, die für Freitag erwartet wird. Die Märkte rechnen damit, dass die Zentralbank ihren Leitzins bei 1 % belässt und damit an einem klaren, entschlossenen Kurs für die künftige Geldpolitik festhält, da sich die Inflation weiterhin im Rahmen einer schrittweisen Normalisierung bewegt.
Damit rückt für Anleger vor allem die auseinanderlaufende Geldpolitik zwischen den USA und Japan in den Mittelpunkt. Bis Fed und BoJ ihre Entscheidungen vorgelegt haben, dürfte der USD/JPY-Wechselkurs voraussichtlich in der aktuellen Spanne bleiben, da Händler vorsichtig agieren und vor diesen wichtigen Terminen größere Positionierungen vermeiden.
Die Strategen von BNP Paribas gehen davon aus, dass sich das Wachstumstempo der japanischen Wirtschaft leicht verlangsamt und prognostizieren für 2026 ein jährliches BIP-Wachstum von 0,8 % nach 1,1 % im Jahr 2025. In einem Umfeld nachlassenden Wachstums weisen sie darauf hin, dass die BoJ bereits mit der Normalisierung ihrer Politik begonnen hat: 2024 leitete sie eine vorsichtige Anpassung ein, indem sie den Leitzins auf 1,0 % anhob (von zuvor negativen Werten) – das höchste Niveau seit 1995. BNP Paribas rechnet damit, dass dieser graduelle Ansatz beibehalten wird, und erwartet alle vier bis fünf Monate eine Anhebung um 25 Basispunkte, bis 2028 ein Endzins von 2,50 % erreicht ist.
Am Devisenmarkt hebt DBS hervor, dass das Währungspaar USD/JPY weiterhin auf hohen Niveaus notiert, beschreibt diese Bewegung jedoch als zunehmend ermüdend und stellt fest, dass das Paar „müde geworden ist von den Diskussionen japanischer Politiker über die Stützung ihrer Währung durch Interventionen und moderatere Zinserhöhungen“.
Aus technischer Sicht findet das Paar Unterstützung an der 9-Tage-EMA und zielt darauf ab, das 40-Jahres-Hoch zu übertreffen. Die Oszillatoren sind positiv, doch der Relative-Stärke-Index nähert sich der überkauften Zone, was auf eine bullische Konsolidierung hindeutet. Der Pfad des geringsten Widerstands zeigt derweil weiterhin nach oben.
Die nachstehende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung des japanischen Yen gegenüber den wichtigsten Währungen am Dienstag. Der japanische Yen hat gegenüber dem australischen Dollar am stärksten aufgewertet.