Das Währungspaar GBP/USD zeigte auch am Dienstag keine interessanten Bewegungen und setzte seinen Rückgang vorsichtshalber weiter fort. Warum das britische Pfund derzeit fällt, ist ein Rätsel. Während die Abwärtsbewegung anfangs wie eine völlig gerechtfertigte technische Korrektur wirkte, fällt das Pfund nun seit anderthalb Wochen nahezu täglich. Warum? Weil die Federal Reserve bis Ende des Jahres die Zinsen anheben könnte? Weil der geopolitische Konflikt im Nahen Osten noch lange nicht gelöst ist? Dann haben wir für Trader noch schlechtere Nachrichten. Mit der derzeitigen Haltung von Donald Trump könnte dieser Konflikt ewig dauern.
Gestern erklärte der amerikanische Präsident erneut, es fänden „sehr gute Verhandlungen“ mit dem Iran statt. Erinnern wir uns daran, dass Analyseagenturen zuvor berechnet hatten, dass Trump den Krieg gegen den Iran bereits 38 Mal für sich entschieden hat. Man fragt sich, wie oft Trump schon behauptet hat, es fänden „sehr gute Verhandlungen“ statt? Vielleicht sind diese Verhandlungen tatsächlich sehr gut, heiter und verlaufen in beinahe häuslicher Atmosphäre – schon allein deshalb, weil die amerikanische Delegation nirgendwohin reist und mit niemandem verhandelt. In Teheran etwa zeigte man sich erneut erstaunt, als man die Worte des Chefs des Weißen Hauses hörte. Nach Angaben des iranischen Außenministeriums finden derzeit keine direkten Gespräche mit Washington statt, und angesichts der zahlreichen (Teheran zufolge) Verstöße der USA gegen die Bedingungen der Waffenruhe hat Iran keinerlei Wunsch, zur Diplomatie zurückzukehren. Das iranische Außenministerium berichtete lediglich von laufenden Gesprächen mit Oman über eine gemeinsame Kontrolle der Straße von Hormus. Laut Trump soll allerdings schon bald ein Abkommen mit dem Iran zustande kommen. Nimmt man sich in Erinnerung, dass Trump versprochen hat, den Krieg zwischen der Ukraine und Russland innerhalb von 24 Stunden nach seiner Amtsübernahme zu beenden, kann man annehmen, dass der Konflikt mit dem Iran noch mindestens ein paar Jahrzehnte andauern wird.
Und übrigens ist daran nichts Lustiges. Noch im Jahr 2022 glaubten nur sehr wenige, dass sich die Konfrontation zwischen Kyjiw und Moskau über fünf Jahre hinziehen würde. Keine der beiden Seiten ist bereit zu Zugeständnissen, also dauert der Krieg an. Die gleiche Situation besteht zwischen Teheran und Washington. Es werden keine Zugeständnisse gemacht, daher kann sich der Konflikt über viele Jahre hinziehen. Im Moment braucht Trump eine Atempause, um die Kongresswahlen ehrenhaft zu bestreiten und zu versuchen, die republikanische Mehrheit in beiden Kammern zu halten. Danach könnten die Kämpfe mit dem Iran mindestens weitere zwei Jahre andauern.
Werfen wir einen Blick auf die Dynamik der Brent-Preise. In den letzten vier Tagen ist Brent um 10 US-Dollar gefallen, was am besten widerspiegelt, was die Märkte derzeit erwarten. Wenn die Ölpreise fallen, bedeutet das, dass sich ein Deeskalationsszenario durchsetzt. Gleichzeitig beobachten wir derzeit ein weiteres Paradox: Öl fällt, der Dollar steigt, und die Fed hat ihre Geldpolitik noch gar nicht zu straffen begonnen.
Damit befinden sich die Märkte derzeit in einem völligen Durcheinander. Jeder Teilnehmer zieht seine eigenen Schlüsse und Prognosen und trifft darauf basierend seine Handelsentscheidungen. In den Kursbewegungen steckt im Moment nicht viel Logik.
Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares beträgt in den letzten 5 Handelstagen 59 Pips. Für das Pfund/US-Dollar-Paar gilt dieser Wert als „durchschnittlich“. Am Mittwoch, dem 29. Juli, erwarten wir Bewegungen in einer Spanne zwischen 1,3245 und 1,3363. Der obere Kanal der linearen Regression ist nach unten gerichtet, was auf einen bärischen Trend hinweist. Der CCI-Indikator hat eine bärische Divergenz ausgebildet und ist in den überkauften Bereich eingetreten, was auf den Beginn einer Abwärtskorrektur hindeutet.
Nächste Unterstützungsniveaus:S1 – 1,3245
S2 – 1,3184
S3 – 1,3123
Nächste Widerstandsniveaus:R1 – 1,3306
R2 – 1,3367
R3 – 1,3428
Handelsempfehlungen:Das Währungspaar GBP/USD hält an einem Aufwärtstrend fest. Die Politik von Trump wird weiterhin Druck auf die US-Wirtschaft ausüben, daher rechnen wir langfristig nicht mit einer Aufwertung der US-Währung. Das Jahr 2026 sieht aufgrund der Geopolitik derzeit sehr positiv für den Dollar aus, aber jedes Märchen hat ein Ende. Auf dem Wochen-Chart hält sich jedoch innerhalb eines vierjährigen Aufwärtstrends eine Seitwärtsbewegung zwischen den Niveaus von 1,3150 und 1,3780, was mittel- bis mittelfristig weiteren Aufwärtsspielraum für die britische Währung eröffnet.
Long-Positionen mit Kurszielen bei 1,3428 und 1,3489 können in Betracht gezogen werden, wenn sich der Kurs oberhalb des gleitenden Durchschnitts befindet. Befindet sich der Kurs unterhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts, können Short-Positionen mit Zielen bei 1,3245 und 1,3184 in Erwägung gezogen werden.
Erläuterungen zu den Abbildungen:Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Sind beide in dieselbe Richtung gerichtet, deutet dies auf einen starken Trend hin;Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20, 0, smoothed) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die gehandelt werden sollte;Murray-Level zeigen die Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen an;Volatilitätsniveaus (rote Linien) markieren den wahrscheinlichen Preiskanal, in dem sich das Paar am folgenden Tag bewegen wird, basierend auf den aktuellen Volatilitätskennzahlen;Der CCI-Indikator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass eine Trendumkehr in die entgegengesetzte Richtung bevorsteht.