Gold (XAU/USD) konnte sich von dem psychologisch wichtigen Niveau von 4.000 US-Dollar, zugleich dem tiefsten Stand seit mehr als einer Woche, etwas erholen, gestützt durch eine leichte Abschwächung des US-Dollar.
In den jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten hat das Islamic Revolutionary Guard Corps (IRGC) Irans am Dienstagabend einen überraschenden Raketenangriff auf US-Truppen in der Region gestartet und mehrere ballistische Raketen abgefeuert. Das US Central Command (CENTCOM) meldete, alle iranischen Raketen seien erfolgreich abgefangen worden und ergänzte, die amerikanischen Streitkräfte blieben wachsam und in erhöhter Alarmbereitschaft. Später teilte CENTCOM mit, dass US- und saudische Streitkräfte als Reaktion auf mehr als 30 Drohnenangriffe der vergangenen drei Tage durch Iran-unterstützte Gruppen mehrere logistische Einrichtungen und Waffenlager von Terroristen im Osten des Irak angegriffen hätten.
Unterdessen bekräftigte Präsident Donald Trump, dass die Vereinigten Staaten bei einem Scheitern der diplomatischen Bemühungen zur raschen Beilegung der Krise wieder zu entschlossenen militärischen Maßnahmen gegen Iran greifen könnten, einschließlich Angriffen auf zentrale iranische Infrastrukturanlagen. Dies stützt weiterhin die geopolitische Risikoprämie und dürfte die Nachfrage nach dem US-Dollar als sicherem Hafen untermauern.
Zusätzliche Unterstützung erhält der Dollar durch die Sorge vor gravierenden Störungen der weltweiten Energieversorgung, die einen deutlichen Anstieg der Ölpreise ausgelöst, Inflationsrisiken neu entfacht und die Erwartungen gestärkt haben, dass die Federal Reserve mindestens eine weitere Zinserhöhung vornehmen könnte.
Aus technischer Sicht befindet sich Gold weiterhin in einer bärischen Konsolidierungsphase. Damit die Bullen ihr Aufwärtspotenzial zurückgewinnen können, müssten sie zunächst den 20-Tage Simple Moving Average (SMA) nach oben durchbrechen. Anschließend wäre eine nachhaltige Etablierung über der psychologisch wichtigen Marke von 4.100 US-Dollar erforderlich, gefolgt von einem Ausbruch über den Widerstandsbereich von 4.150–4.200 US-Dollar sowie einem Anstieg über den 50-Tage-SMA, um den bullischen Ausblick zu untermauern. Da die Momentum-Oszillatoren jedoch im negativen Bereich verbleiben, behalten die Bären weiterhin die Oberhand. Folglich bleibt der Pfad des geringsten Widerstands für Gold nach unten gerichtet.