Börse am 29. Juli: S&P 500 und NASDAQ schwanken weiter

Gestern schlossen die Aktienindizes uneinheitlich. Der S&P 500 stieg um 0,21 %, während der Nasdaq 100 um 0,22 % nachgab. Der Dow Jones Industrial Average legte um 1,03 % zu.

Heute stürzte der südkoreanische Leitindex zunächst um 6,5% ab, bevor er einen Teil seiner Verluste im Tagesverlauf wieder aufholte (zwischenzeitlich lag das Minus bei bis zu 13%). SK Hynix brach um 10% ein, nachdem ein Anstieg des Quartalsgewinns um 557% gegenüber dem Vorjahr die hohen Markterwartungen nicht erfüllen konnte. Die Aktien des Wettbewerbers Samsung Electronics — der am Donnerstag Zahlen vorlegen wird — fielen um 6,6%.

Der Ausverkauf in Korea zog den MSCI Asia Pacific Index um rund 1% nach unten und gefährdet den schwächsten Schlussstand seit April. Die Nasdaq-100-Futures reduzierten frühere Verluste auf etwa 0,4%, doch der Technologieindex liegt damit bereits den fünften Handelstag in Folge im Minus – seine längste Verlustserie in diesem Jahr. In Europa deuten die Futures auf einen leicht schwächeren Börsenstart hin, mit einem Fokus auf die Zahlen der Banken.

Die Stimmung wurde zusätzlich durch steigende Ölpreise belastet. Brent legte um 3,5% auf über 87 USD je Barrel zu, nachdem der Preis zuvor den größten dreitägigen Rückgang seit April 2020 verzeichnet hatte. Damit flammen Inflationssorgen vor der Zinsentscheidung der Fed am Mittwochabend wieder auf. Der Anstieg folgte auf US-Aussagen, wonach die USA einen „dringlichen Angriff“ des Iran auf US-Streitkräfte abgewehrt und zurückgeschlagen hätten. Die erneute Eskalation im Nahen Osten lenkt die Aufmerksamkeit wieder auf die Straße von Hormus; das Risiko von Angebotsunterbrechungen droht die Inflation anzuheizen, während die Märkte auf die Fed warten – ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor für Anleger, die sich ohnehin bereits aus Technologiewerten zurückziehen. Offensichtlich reagieren die Märkte weiterhin sehr sensibel auf jede Eskalation rund um Hormus.

Der zentrale Auslöser für den Ausverkauf bei Technologiewerten ist die wachsende Skepsis gegenüber den Renditen aus den massiven KI-Investitionen der größten Tech-Konzerne der Welt. Diese Bedenken bestimmen derzeit klar das Kursgeschehen: KI-Leader-Aktien geben selbst dann nach, wenn die Unternehmen die Gewinnerwartungen übertreffen.

All dies schafft ein schwieriges Umfeld im Vorfeld der anstehenden Zahlen der größten US-Technologiekonzerne. Microsoft und Meta legen am Mittwoch ihre Ergebnisse vor; Apple und Amazon folgen am Donnerstag. Über die Unternehmenszahlen hinaus konzentrieren sich die Marktteilnehmer auf die Fed-Entscheidung: Die US-Notenbank dürfte nach ihrem zweitägigen Treffen die Zinsen aller Voraussicht nach unverändert lassen, doch die Märkte halten angesichts der schwindenden Geduld gegenüber der hohen Inflation auch eine überraschende Anhebung für möglich. Die Bank of England tagt am Donnerstag und die Bank of Japan am Freitag und beschließt damit eine arbeitsreiche Woche für die Notenbanken.

Technisch zeigt der tägliche S&P 500-Chart, dass die unmittelbare Aufgabe der Käufer darin besteht, den Widerstandsbereich bei 7.451 USD zu überwinden. Gelingt dies, würde dies weiteres Aufwärtspotenzial bestätigen und den Weg in Richtung 7.474 USD eröffnen. Ein Halten oberhalb von 7.495 USD würde die Position der Käufer zusätzlich stärken. Auf der Unterseite müssen die Käufer das Niveau von 7.427 USD verteidigen. Ein Durchbruch unter diese Marke dürfte den Index wahrscheinlich zurück auf 7.404 USD drücken und den Weg zu 7.381 USD freimachen.