Heute ist der Goldpreis nach einem Test der Marke von 4.100 US-Dollar je Unze gestern um 0,5 % auf 4.083,01 US-Dollar je Unze gefallen. Auch Silber verlor 0,5 % und sank auf 58,69 US-Dollar, während Platin und Palladium ebenfalls nachgaben. Trotz der heutigen Verschnaufpause steuert das Metall auf seinen ersten monatlichen Anstieg seit Februar zu; im Juli legte Gold um fast 2 % zu.
Der Hauptgrund für den Anstieg war die Intervention Japans am Devisenmarkt zur Stützung des Yen im Vorfeld der Zinsentscheidung der Bank of Japan, wodurch der Dollar gegenüber einem Währungskorb um fast 1 % geschwächt wurde. Der Dollar-Index erholte sich am Freitag leicht und legte um 0,2 % zu. Der schwächere Dollar verbilligte in Dollar denominiertes Gold für die meisten Käufer weltweit. US-Finanzminister Scott Bessent kommentierte die Lage des Yen in einem Interview und erklärte, die japanische Währung sei deutlich unterbewertet; zudem bezeichnete er übermäßige Volatilität als ungesundes Phänomen.
Zusätzliche breite Unterstützung für das Metall in dieser Woche kam von der Entscheidung der Federal Reserve, die Zinsen trotz des inflationsbedingten Drucks durch den Krieg im Nahen Osten unverändert zu lassen. Die Abstimmung von 9 zu 3 war jedoch alles andere als einstimmig und verdeutlichte die feste Überzeugung einiger US-Notenbanker, dass letztlich höhere Finanzierungskosten erforderlich sein werden, um das Inflationsziel von 2 % zu erreichen.
Das Ausmaß des Rückgangs des Metalls seit Beginn des Konflikts bleibt ein deutliches Mahnzeichen für die Tiefe der Korrektur. Seit Beginn des Kriegs zwischen den USA und Iran vor mehr als fünf Monaten hat Gold über ein Fünftel seines Werts verloren, da die hohen Energiepreise den Inflationsdruck verstärkt und die Wahrscheinlichkeit erhöht haben, dass die Zinsen länger auf hohem Niveau bleiben – ein Gegenwind für nicht verzinsliche Edelmetalle. Dennoch haben Kaufwellen bei Kursrückgängen in den vergangenen Wochen dazu beigetragen, das Metall über der wichtigen Marke von 4.000 US-Dollar zu halten.
Der geopolitische Hintergrund bleibt angespannt und sorgt weiterhin für zusätzliche Unsicherheit. Die USA und der Iran haben in dieser Woche erneut Angriffe ausgetauscht: Washington griff am Mittwoch Dutzende Ziele im Iran an, als Reaktion auf Attacken auf amerikanische Militärstützpunkte in der Region.
Was das aktuelle technische Bild für Gold angeht, müssen Käufer zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 4.124 US-Dollar überwinden. Dadurch würde sich ein Zielbereich bei 4.186 US-Dollar eröffnen, dessen Ausbruch nach oben jedoch recht schwierig werden dürfte. Das äußerste Kursziel liegt bei etwa 4.249 US-Dollar. Fällt der Goldpreis hingegen, werden die Bären versuchen, unter 4.062 US-Dollar die Kontrolle zu übernehmen. Gelingt ihnen der Durchbruch durch diese Zone, wäre dies ein schwerer Schlag für die Bullen und könnte den Goldpreis bis auf 4.008 US-Dollar und im weiteren Verlauf sogar in Richtung 3.954 US-Dollar drücken.