GBP/USD – Smart-Money-Analyse: Das Pfund behält positive Wachstumsaussichten bei

Das Währungspaar GBP/USD hat in den vergangenen zwei Wochen einen deutlich spürbaren Rückgang verzeichnet, gefolgt von einer kräftigen Rallye in den letzten beiden Handelssitzungen. Dies deutet darauf hin, dass die Bullen eine neue Offensive gestartet haben, auf die anschließend eine normale, technische Korrektur folgte.

Gestern wurde Bearish Imbalance 24 nach oben durchbrochen, ohne dass es zu einer nennenswerten Preisreaktion kam. Infolgedessen kann sie nun als invertierte Imbalance betrachtet werden. Eine Reaktion auf dieses Muster kann nun von oben erfolgen, was eine bullische Antwort impliziert. Ich möchte Händler daran erinnern, dass Positionen erst dann eröffnet werden sollten, wenn der Markt auf ein Muster oder einen interessensrelevanten Bereich reagiert und diese Reaktion auf geringeren Zeitrahmen bestätigt wird – nicht einfach dann, wenn der Kurs das Muster selbst erreicht. Genauso wie an einer „normalen“ Imbalance keine Reaktion erfolgen muss, ist diese auch an einer invertierten Imbalance nicht garantiert. Derzeit bleibt eine solche Reaktion jedoch möglich. Zusätzlich hat sich unterhalb des aktuellen Kurses eine weitere Bullish Imbalance 25 gebildet. Damit verfügen die Bullen über zwei Zonen von Interesse, in denen sich Kaufgelegenheiten ergeben können.

Was den Trend betrifft, so bleibt er meiner Ansicht nach aufwärtsgerichtet, und derzeit liegen keine bärischen Muster vor. Der Euro geriet heute nach schwächer als erwarteten Inflationsdaten aus der Eurozone unter Druck und könnte dabei auch das britische Pfund mit nach unten gezogen haben. Zudem erscheint nach zwei Handelstagen mit starken Kursgewinnen eine technische Korrektur vollkommen natürlich.

In der vergangenen Woche sind die Ölpreise bis auf 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen, und die Folgen einer erneuten Eskalation im Nahen Osten in Kombination mit einer möglichen Blockade der Straße von Hormus könnten die Preise bis auf 120 US-Dollar pro Barrel treiben. Sollte sich das Geschehen weiterhin entsprechend dem pessimistischen Szenario entwickeln – das mittlerweile zunehmend wahrscheinlich erscheint – könnten die Ölpreise weiter steigen und die Hochs aus dem Zeitraum März bis Mai überschreiten. In diesem Fall könnte die Inflation sowohl in den USA als auch im Vereinigten Königreich wieder anziehen. Entwickelt sich die Situation jedoch gemäß dem optimistischeren Szenario, könnten die Ölpreise in den Bereich von 60–70 US-Dollar pro Barrel zurückkehren. Unter diesen Umständen müsste die Federal Reserve ihre Geldpolitik möglicherweise nicht weiter straffen, während die Bank of England das Problem einer hartnäckig hohen Inflation aktuell ohnehin nicht mehr hat. Folglich kann sich der US-Dollar derzeit nicht auf eine dauerhaft „hawkishe“ Federal Reserve stützen, während das britische Pfund von der Bank of England nur dann zusätzliche Unterstützung erhalten dürfte, wenn die Inflation erneut Fahrt aufnimmt.

Die Chartanalyse deutet weiterhin auf zunehmenden Aufwärtsdruck hin. Aktuell verfügen Händler über zwei bullische Imbalances (24 und 25), in deren Bereich Long-Positionen in Betracht gezogen werden können. Bärische Muster sind derzeit nicht vorhanden. Dementsprechend könnte bereits heute oder am Montag ein neues Kaufsignal entstehen, das es den Bullen ermöglichen würde, ihre Aufwärtsbewegung in der kommenden Woche fortzusetzen, da am 25. Juni ein neuer Aufwärtstrend begonnen haben könnte.

Der Wirtschaftskalender war sowohl im Vereinigten Königreich als auch in den Vereinigten Staaten am Freitag leer. Dennoch trat GBP/USD in eine technische Korrektur ein, die aus charttechnischer Sicht vollständig nachvollziehbar war.

Das übergeordnete fundamentale Umfeld ist nach wie vor so beschaffen, dass ich langfristig weiterhin lediglich von einer anhaltenden Schwäche des US-Dollars ausgehe. Selbst der Konflikt zwischen Iran und den Vereinigten Staaten hat diese Einschätzung nicht verändert, ebenso wenig wie die Möglichkeit einer Zinserhöhung der Federal Reserve im Jahr 2026. Die geopolitischen Spannungen haben den Markt vorübergehend an den Status des US-Dollars als sicheren Hafen erinnert, doch die aktivste Phase des Konflikts scheint bereits überwunden. Die Federal Reserve beabsichtigt, die Zinsen im Jahr 2026 anzuheben, was grundsätzlich unterstützend für den Dollar wirkt. Dabei darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass eine straffere Geldpolitik sowohl das Wirtschaftswachstum als auch den Arbeitsmarkt bremsen würde. Zudem wurde Kevin Warsh von Donald Trump mit dem Ziel an die Spitze des FOMC berufen, die Geldpolitik in Richtung Lockerung zu verschieben – etwas, das Jerome Powell aus Trumps Sicht nicht liefern wollte. Daher dürften Aufwertungsphasen des US-Dollars meiner Meinung nach eher vorübergehend und von kurzfristigen Faktoren getrieben sein.

Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich

Vereinigte Staaten:

ISM Manufacturing PMI (14:00 UTC)

Der Wirtschaftskalender für den 3. August enthält lediglich ein Ereignis, das als bedeutsam eingestuft werden kann. Infolgedessen ist zu erwarten, dass der fundamentale Nachrichtenfluss die Marktstimmung vor allem in der zweiten Hälfte der Handelssitzung am Montag beeinflussen wird.

GBP/USD Prognose und Trading-Ideen

Der langfristige Ausblick für das britische Pfund bleibt bullisch. Nachdem die Liquidität unter den beiden letzten lokalen Tiefs abgeholt wurde, starteten die Bullen eine Aufwärtsbewegung, auf die eine Korrektur, ein weiterer bullischer Impuls und anschließend erneut eine Korrektur folgten. In der kommenden Woche werde ich innerhalb einer der beiden bullischen Imbalance-Zonen nach einem neuen Kaufsignal Ausschau halten. Interessante Kaufzonen: 1,3310 – 1,3333 und 1,3393 – 1,3414.

Sollten die Bären eine neue Offensive starten, wären bärische Chartmuster erforderlich, um Short-Positionen zu rechtfertigen. Derzeit liegen solche Muster nicht vor.