GBP/USD verzeichnete in der vergangenen Woche kräftige Zugewinne – vollständig im Einklang mit dem aktuellen fundamentalen Umfeld. Man kann daher sagen, dass die Bullen Ende Juni einen neuen Anstieg gestartet haben, auf den eine typische korrigierende Gegenbewegung folgte und nun der Versuch läuft, den Aufwärtstrend fortzusetzen.
Die Bearish Imbalance 24 wurde ohne nennenswerte Kursreaktion durchbrochen. Daher kann sie nun als invertierte Imbalance betrachtet werden. Der Kurs reagierte bereits am Freitag von oben auf dieses Muster, was darauf hindeutet, dass es bereits validiert wurde und ein bullisches Signal generiert hat.
Was das fundamentale Umfeld betrifft, bleibe ich bei der Einschätzung, dass es das britische Pfund weiterhin stützt. Wie ich bereits zuvor angemerkt habe, liefern geopolitische Entwicklungen dem US‑Dollar keinen anhaltenden Rückenwind mehr, da jede neue Eskalation des Konflikts etwa alle zwei Wochen auftritt und sich nur wenig von der vorherigen unterscheidet. Berichte über Verhandlungen zwischen Teheran und Washington bleiben widersprüchlich. Einige Quellen sprechen von andauernden Gesprächen, andere gehen von einer Pause oder einem vollständigen Abbruch aus. Offiziell bestreitet Teheran, direkte Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten zu führen, setzt die Gespräche jedoch über Vermittler – insbesondere Oman – fort. Es bleibt unklar, ob diese Verhandlungen letztlich zu einem Ende des Konflikts und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus führen werden. Möglich ist, dass Iran und Oman eine Vereinbarung über die Kontrolle der Wasserstraße treffen, doch ist unsicher, wie dies den umfassenderen Konflikt zwischen Iran und den Vereinigten Staaten lösen könnte.
In der vergangenen Woche stiegen die Ölpreise bis auf 100 US‑Dollar je Barrel, während sie in dieser Woche wieder auf etwa 81 US‑Dollar gefallen sind. Sollte sich das Geschehen nach dem pessimistischen Szenario entwickeln, dürften die Ölpreise ihre Rallye fortsetzen und die zwischen März und Mai markierten Hochs übertreffen. In diesem Fall würden sich die Inflationsrisiken sowohl in den Vereinigten Staaten als auch im Vereinigten Königreich wahrscheinlich erneut verstärken. Unter einem optimistischeren Szenario hingegen könnten die Ölpreise in die Spanne von 60–70 US‑Dollar je Barrel zurückkehren. Dann müsste die Federal Reserve ihre Geldpolitik unter Umständen nicht weiter straffen, während die Bank of England bereits nicht mehr durch eine übermäßig hohe Inflation eingeschränkt ist. Derzeit ist es jedoch die Federal Reserve, die sich – obwohl dies aus Sicht des Autors gerechtfertigt wäre – weiterhin schwer damit tut, einen deutlich restriktiveren Kurs einzuschlagen, während die Bank of England von einer wieder anziehenden Inflation ausgeht und offenbar bereit ist, die Geldpolitik weiter zu straffen.
Aus technischer Sicht deuten die Charts auf eine erneute bullische Aufwärtsbewegung hin. Trader verfügen derzeit über zwei bullische Imbalances (24 und 25), die beide als potenzielle Kaufzonen betrachtet werden können. Die Imbalance 24 generierte am Freitag ein Kaufsignal, das Trader zum Eingehen von Long‑Positionen hätten nutzen können. Am Montag kehrte der Kurs erneut in dieses Muster zurück und prallte abermals davon ab, was das bullische Signal zusätzlich bestätigt hat. Aktuell sind auf dem Chart keine bärischen Muster erkennbar. Sollten Verkäufer versuchen, die Kontrolle zurückzugewinnen, fehlen damit die technischen Setups, die das Eingehen von Short‑Positionen rechtfertigen würden.
Die Wirtschaftsdaten vom Mittwoch spielten den Bullen erneut in die Karten. Der US‑ADP Employment Change blieb in etwa bei der Hälfte der Konsensprognose, während der ISM Services PMI nicht ausreichte, um die Marktstimmung so stark zu drehen, dass Käufer abgeschreckt würden. Folgerichtig richtet sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer nun auf die US‑Arbeitslosenquote und den Nonfarm Payrolls (NFP) Bericht am Freitag, von denen man sich mehr Klarheit verspricht. Dennoch reichen die derzeit vorliegenden Informationen aus, um den Druck auf den US‑Dollar aufrechtzuerhalten.
Insgesamt ist das fundamentale Umfeld weiterhin so gelagert, dass ich wenig Anlass sehe, etwas anderes als einen langfristigen Rückgang des US‑Dollars zu erwarten. Selbst der Konflikt zwischen Iran und den Vereinigten Staaten hat diese Perspektive nicht wesentlich verändert. Gleiches gilt für die Möglichkeit zusätzlicher Zinserhöhungen der Federal Reserve im Jahr 2026. Die geopolitischen Spannungen haben Anleger kurzfristig daran erinnert, dass der Dollar traditionell als sicherer Hafen gilt, doch die aktivste Phase des Konflikts scheint bereits vorüber zu sein. Die Federal Reserve dürfte im Jahr 2026 die Zinsen anheben, was den Dollar fundamental zwar stützt. Gleichzeitig würde eine straffere Geldpolitik jedoch das Wirtschaftswachstum bremsen und den Arbeitsmarkt schwächen. Zugleich wurde Kevin Warsh von Donald Trump an die Spitze des FOMC berufen, mit dem Ziel, eine lockerere Geldpolitik zu verfolgen – etwas, das Jerome Powell Berichten zufolge nicht liefern wollte. Daher sollte eine Aufwertung des US‑Dollars meiner Ansicht nach als vorübergehend und nicht als Beginn eines nachhaltigen Trends betrachtet werden.
Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und das Vereinigte KönigreichVereinigte Staaten
ADP Employment Change (12:15 UTC)ISM Services PMI (14:00 UTC)Am 6. August stehen lediglich zwei Termine auf dem Wirtschaftskalender, von denen ich keinen als besonders bedeutend einstufe. Entsprechend dürfte der Einfluss der makroökonomischen Veröffentlichungen vom Donnerstag auf die Marktstimmung begrenzt bleiben.
GBP/USD Prognose und Trading‑AusblickDer langfristige Ausblick für GBP/USD bleibt bullisch. Nachdem die Liquidität unterhalb der zwei jüngsten Swing‑Tiefs abgefischt wurde, nahmen die Bullen ihren Aufwärtstrend wieder auf. Darauf folgte eine korrigierende Gegenbewegung, und die Käufer versuchen nun einen weiteren Aufwärtsschub.
Ich rechne damit, dass das Pfund im Verlauf dieser Woche weiter an Stärke gewinnt, auch wenn vieles von den anstehenden Makrodaten abhängen wird. Marktteilnehmer warten auf die US‑Arbeitslosen- und Beschäftigungszahlen, die voraussichtlich eine zentrale Rolle bei der Bildung der Erwartungen für die FOMC‑Sitzung im September spielen werden. Sollten die Bären die Initiative zurückerobern, wären bärische Chartmuster erforderlich, um Short‑Positionen zu rechtfertigen, doch derzeit liegen solche Muster nicht vor. Die Bullen hingegen haben bereits ein frisches Kaufsignal erhalten.
Die nächsten Aufwärtsziele für GBP/USD sind die Hochs vom 15. Juli und 1. Mai bei 1,3557 bzw. 1,3656.