USD/JPY. Intervention hat den Trend nicht gebrochen: Der Dollar erholt seine verlorenen Positionen souverän

Das Währungspaar USD/JPY hat sich bereits den dritten Tag in Folge aufwärts entwickelt. Der starke, impulsive Rückgang, der durch die Währungsintervention ausgelöst wurde, erwies sich als bedeutende, jedoch kurzfristige Korrektur und nicht als vollständige Umkehr des langfristigen Trends. Innerhalb weniger Tage fiel das Paar um mehr als 850 Pips, von 163,90 auf 155,25. Am Donnerstag näherte sich das Paar jedoch wieder der oberen Begrenzung des 158er-Bereichs.

Mit anderen Worten: Nach einer kurzen Phase der Yen-Stärkung kehrte der Markt rasch zum Dollar-Kauf zurück, da die fundamentalen Faktoren, die den Anstieg von USD/JPY in den vergangenen Monaten getragen haben, nicht verschwunden sind. Die Intervention hat die kurzfristige Dynamik verändert, aber das zentrale Ungleichgewicht zwischen den geldpolitischen Ausrichtungen der USA und Japans nicht beseitigt.

Die Aufrechterhaltung eines deutlichen Zinsdifferenzials zwischen den beiden Volkswirtschaften ist der Haupttreiber für die Erholung des Währungspaares USD/JPY. Trotz einer allmählichen Abschwächung der Erwartungen hinsichtlich der künftigen Schritte der Fed bleiben die Renditen auf US-Anlagen deutlich höher als jene auf japanische Assets. Der Zinsabstand zwischen Federal Reserve und Bank of Japan liegt bei 2,5 bis 2,75 Prozentpunkten.

Dieser Faktor bildet die Grundlage für die Widerstandsfähigkeit von Carry-Trade-Strategien – einem der wesentlichen Gründe für den strukturellen Druck auf den Yen. Investoren leihen sich Mittel in Niedrigzinswährungen (vor allem im japanischen Yen) und investieren diese in höher rentierende Anlagen in den USA. Solange der Zinsabstand deutlich bleibt und die Marktvolatilität begrenzt ist, bleibt diese Strategie attraktiv.

Tatsächlich hat die Intervention nur vorübergehend die Kosten für das Eingehen neuer Carry-Positionen erhöht, zugleich aber Tradern attraktivere Einstiegsniveaus für Dollar-Käufe verschafft. Nachdem der anfängliche Abwärtsimpuls abgeklungen war, bauten Marktteilnehmer ihre früheren Positionen schrittweise wieder auf, was die Nachfrage nach USD/JPY erneut antrieb. Aus diesem Grund sehen viele Trader derart scharfe Rückgänge nicht als Beginn einer langfristigen Trendwende, sondern als Korrekturbewegungen innerhalb eines laufenden Aufwärtstrends.

Auch die BoJ ist nicht zum Verbündeten des Yen geworden. Am vergangenen Freitag beließ die Zentralbank alle Parameter ihrer Geldpolitik unverändert und bestätigte den zuvor angekündigten Kurs einer graduellen Normalisierung. Die Marktteilnehmer hatten jedoch deutlich entschlossenere Signale von der Notenbank erwartet. BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda schlug einen äußerst vorsichtigen Ton an und betonte, dass weitere Schritte der Zentralbank vollständig von den hereinkommenden makroökonomischen Daten abhängen würden.

Dieser Ansatz erwies sich für die überwiegende Mehrheit der Marktteilnehmer als nicht ausreichend „hawkish“. Trader hatten auf klarere Hinweise zu weiteren Zinserhöhungsrunden und einer möglichen Beschleunigung des Straffungszyklus gehofft. Die BoJ entschied sich jedoch, sich Spielraum zu bewahren (also faktisch eine abwartende Haltung einzunehmen) und erklärte, die weitere Normalisierung werde schrittweise erfolgen. In der Folge gelangte der Markt zu der nachvollziehbaren Einschätzung, dass die Lücke zwischen japanischen und US-Zinsen noch für längere Zeit deutlich bleiben wird.

Bemerkenswert ist, dass auch die am vergangenen Freitag veröffentlichten Inflationsdaten aus Tokio die japanische Währung nicht stützen konnten. Obwohl der TCPI-Index als Frühindikator für die landesweite Inflation gilt und üblicherweise spürbare Volatilität im Währungspaar USD/JPY auslöst, stieg der gesamte Verbraucherpreisindex für Tokio im Juli auf 2,0 % und auf 1,9 %, wenn die Preise für frische Lebensmittel ausgeklammert werden.

Die Reaktion der Trader auf diese Veröffentlichung fiel jedoch verhalten aus, da ein wesentlicher Teil des Inflationsdrucks in Japan (einschließlich in Tokio) von „importierter“ Inflation sowie von steigenden Nahrungsmittel- und Energiekosten ausgeht. Für die BoJ ist es weitaus wichtiger, eine robuste Binnennachfrage zu sehen, die von einem stabilen Lohnwachstum und einer zunehmenden Konsumtätigkeit begleitet wird. Derzeit sind diese Bedingungen nur teilweise erfüllt, weshalb die Zentralbank mit weiteren Straffungsentscheidungen nicht drängt. Dies wird deutlich durch die Ergebnisse der BoJ-Sitzung im Juli belegt, die nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung der Juli-TCPI-Daten bekanntgegeben wurden.

Damit erwies sich die Intervention als kräftiger, aber lediglich kurzfristiger Stützungsfaktor für den Yen. Es ist anzumerken, dass eine derartige „Rebound“-Dynamik für das Währungspaar USD/JPY nichts Neues ist. Bereits nach früheren Währungsinterventionen der japanischen Behörden zeigte der Markt eine ähnliche Reaktion: Der anfängliche Abwärtsimpuls ebbte allmählich ab, woraufhin das Paar eine 180-Grad-Wende vollzog und nahezu alle Verluste wieder wettmachte.

Dieses Mal beobachten wir ein ähnliches Bild, während die langfristigen Treiber weiterhin zugunsten des Dollars wirken. Das anhaltende Zinsdifferenzial, die Attraktivität von Carry-Trade-Operationen und die vorsichtige Haltung der BoJ sprechen dafür, dass die Nachfrage nach USD/JPY robust bleibt. Folglich sind weitere Kursrückgänge weiterhin eher als Gelegenheit zum Eingehen von Long-Positionen zu werten. Das nächstliegende Ziel für die Aufwärtsbewegung liegt bei 158,40 (obere Linie des Bollinger-Bands-Indikators im H4-Zeitrahmen). Das Hauptziel befindet sich bei 159,00 (untere Begrenzung der Kumo-Wolke im Tageschart).