EUR/USD – 7. August: Der Dollar wartet auf positive Arbeitsmarktdaten

Am Donnerstag verzeichnete EUR/USD eine zweite aufeinanderfolgende Erholung vom 76,4 %-Retracement-Niveau bei 1,1551 und drehte anschließend wieder zugunsten des US-Dollar. Damit könnte die Abwärtsbewegung des Euro heute anhalten. Ein erneuter Aufprall vom 61,8 %-Fibonacci-Niveau bei 1,1507 würde den Euro stützen und eine Wiederaufnahme der „bullischen“ Angriffe in Richtung der Marken von 1,1551 und 1,1620 begünstigen. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,1507 würde hingegen die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung 1,1472 und 1,1438 erhöhen.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt „bullisch“. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief durchbrochen, aber die letzte Aufwärtswelle hat ebenfalls das vorherige Hoch überschritten. Die Geopolitik hat Hoffnungen auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus geweckt, während Iran, die Vereinigten Staaten und Oman über die Kontrolle dieser strategisch wichtigen Wasserstraße verhandeln. Damit wirkt die geopolitische Lage derzeit nicht zugunsten des Dollars, während die „hawkishen“ Erwartungen des Marktes in Bezug auf die FOMC-Geldpolitik nachlassen.

Der Nachrichtenhintergrund am Donnerstag zwang die Bullen bereits zum zweiten Mal in den letzten Tagen zum Rückzug. Der interessanteste Bericht zu den Einzelhandelsumsätzen in der Europäischen Union fiel mit einem recht schwachen Wert aus, was zu einem leichten Rückgang des Euro führte. Die Einzelhandelsumsätze gingen im Juni um 0,3 % zurück, obwohl die meisten Händler mit einem Anstieg von 0,1 % gegenüber dem Vormonat gerechnet hatten. Natürlich löst dieser Bericht derzeit keine grundlegenden Probleme. Heute werden die Nonfarm Payrolls und die Arbeitslosenquote für Juli veröffentlicht, und der Markt wird auf deren Grundlage seine Schlüsse ziehen. Der Dollarkurs in den kommenden Wochen bis zur nächsten FOMC-Sitzung wird davon abhängen, welche Schlüsse der Markt heute zieht. Im Verlauf der aktuellen Woche haben Analysten und Händler wiederholt auf die Bedeutung der Lage am US-Arbeitsmarkt hingewiesen, da die meisten davon ausgehen, dass die Fed von einer weiteren Straffung der Geldpolitik absehen wird, sofern der Arbeitsmarkt weiterhin schwache Ergebnisse liefert. Somit bleibt nichts anderes, als auf die Daten zu warten. Zwei Abpraller von 1,1551 deuten darauf hin, dass eine „bärische“ Attacke folgen könnte, doch ohne robuste Arbeitsmarktdaten sollte man nicht mit einer Dollarstärke rechnen.

Im 4-Stunden-Chart hat sich das Währungspaar oberhalb des abwärtsgerichteten Trendkanals gefestigt. Dies deutet nicht nur auf einen "bullischen" Angriff, sondern auf einen voll ausgeprägten "bullischen" Vorstoß und Trend hin. Die Konsolidierung oberhalb des 76,4%-Fibonacci-Levels bei 1,1514 lässt auf eine weitere Aufwärtsbewegung in Richtung des 61,8%-Retracement-Levels bei 1,1578 schließen. Der CCI-Indikator hat eine "bärische" Divergenz ausgebildet, was darauf hindeutet, dass das Paar fallen könnte.

Commitments of Traders (COT) Report:

In der letzten Berichtswoche haben professionelle Händler 15.490 Long-Positionen geschlossen und 15.691 Short-Positionen eröffnet. In den sieben Wochen im Februar und März ist der überwältigende Vorteil der Bullen aufgrund des Kriegs im Iran verpufft, während sich die Situation in den vergangenen achtzehn Wochen angesichts der mutmaßlichen Waffenruhe und der Markthoffnungen auf ein Ende des Kriegs wieder ausgeglichener entwickelt hat. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen liegt derzeit bei 205 Tausend, die Zahl der Short-Positionen bei 277 Tausend. Die Bären übernehmen damit erneut die Führung.

Insgesamt zeigen große Marktteilnehmer langfristig weiterhin ein starkes Interesse am Euro. Natürlich beeinflussen die verschiedensten Ereignisse rund um den Globus, von denen es in den vergangenen Jahren reichlich gab, die Stimmung der Investoren. Der Markt verfolgt derzeit insbesondere die Lage im Nahen Osten genau, wo der Krieg immer wieder endet und dann erneut ausbricht. Zunächst ignorierte der Markt die Waffenruhe und anschließend auch die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen. Geopolitik bestimmt somit nicht mehr allein das Schicksal des Dollars.

Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und die Europäische Union:Deutschland – Veränderung der Handelsbilanz (06:00 UTC).Deutschland – Veränderung der Industrieproduktion (06:00 UTC).Vereinigte Staaten – Veränderung der Nonfarm Payrolls (12:30 UTC).Vereinigte Staaten – Arbeitslosenquote (12:30 UTC).Vereinigte Staaten – Veränderung der durchschnittlichen Stundenlöhne (12:30 UTC).

Am 7. August enthält der Wirtschaftskalender fünf Termine, von denen zwei als „wichtig“ eingestuft werden. Es erübrigt sich wohl zu sagen, welche das sind. Das konjunkturelle Nachrichtenumfeld kann die Marktstimmung am Freitag deutlich beeinflussen, allerdings erst in der zweiten Tageshälfte.

EUR/USD Prognose und Trading-Tipps:

Käufe des Währungspaares sind heute nach einem Abprall von 1,1507 im Stundenchart mit Kursziel 1,1551 möglich. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,1551 würde es erlauben, Long-Positionen mit Ziel 1,1620 zu halten. Short-Trades waren nach einem Abprall von 1,1551 im Stundenchart mit Zielen bei 1,1507 und 1,1472 möglich. Diese Positionen können bis zur Veröffentlichung der US-Daten offen gehalten werden.

Die Fibonacci-Niveaus sind im Stundenchart von 1,1620 bis 1,1325 und im 4-Stunden-Chart von 1,1411 bis 1,1850 eingezeichnet.