Heute, am Freitag, erreichte Gold (XAU/USD) ein neues Tageshoch, und die Bullen versuchen weiter, Aufwärtsdynamik zu entwickeln, indem sie den Bereich oberhalb der Marke von 4.300 USD durchbrechen. Gold verzeichnet damit seine beste Wochenentwicklung seit Januar.
US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag vor Reportern, dass der Krieg mit dem Iran bald zu Ende sein werde. Saudi-arabische Regierungsvertreter erklärten jedoch, dass einige irakische Milizen, die mit den Huthi im Jemen zusammenarbeiten, planen, in naher Zukunft einen Angriff auf das Königreich durchzuführen. Dies erhöht das Risiko eines umfassenderen regionalen Konflikts und veranlasst Händler dazu, eine geopolitische Risikoprämie einzupreisen, die voraussichtlich den US‑Dollar als sicheren Hafen stützen und den Aufwärtsspielraum bei den Goldpreisen begrenzen dürfte.
Darüber hinaus gibt es Berichte, dass der Iran ein Rahmenabkommen zur Straße von Hormus überarbeitet, das US‑amerikanischen, israelischen und feindlichen Schiffen die Durchfahrt untersagen würde, bis eine Entschädigung gezahlt wird. Dies verringert faktisch die Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des seit fünf Monaten andauernden militärischen Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Außerdem übernahmen die Huthi die Verantwortung für einen Angriff auf einen saudischen Öltanker im Golf von Aden, was erneut Befürchtungen hinsichtlich Störungen der Energieversorgung auslöste, die Ölpreise stützte und die Inflationssorgen verstärkte.
Den Daten des FedWatch-Tools der CME Group zufolge schätzen Händler die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen bis Ende dieses Jahres anhebt, weiterhin auf über 80 %. Dies schafft zusätzliche Hürden für die Goldbullen und mahnt zur Vorsicht beim Eingehen von Positionen in Erwartung einer Fortsetzung der Erholung von XAU/USD ausgehend von der psychologisch wichtigen Marke von 4.000 USD.
Unterdessen scheinen Händler aggressivere Positionierungen zu meiden und bevorzugen es, die Veröffentlichung des US‑Arbeitsmarktberichts außerhalb der Landwirtschaft (Nonfarm Payrolls, NFP) abzuwarten. Diese wichtigen Daten werden die Markterwartungen hinsichtlich der Fed‑Politik beeinflussen und könnten die Nachfrage nach dem US‑Dollar ankurbeln, was sich wiederum auf den Goldpreis auswirken dürfte. Zudem teilte die People's Bank of China mit, dass ihre offiziellen Goldreserven Ende Juli bei 306,35 Mrd. USD lagen, nach 303,72 Mrd. USD Ende Juni.
Aus technischer Sicht hätten die Bullen bei einer Konsolidierung der Kurse oberhalb des 200‑Tage‑EMA oder oberhalb der runden Marke von 4.300 USD gute Chancen, sich in Richtung der runden Marke von 4.500 USD oder des 200‑Tage‑SMA zu bewegen, wobei der 100‑Tage‑SMA auf dem Weg dorthin als Hürde fungiert. Gelingt es den Kursen hingegen nicht, sich über der runden Marke von 4.300 USD zu halten, dürfte bei 4.220 USD Unterstützung zu finden sein. Gleichzeitig senden die Oszillatoren gemischte Signale, was darauf hindeutet, dass die positive Dynamik noch nicht vollständig bestätigt ist. Zwar befindet sich der Relative‑Strength‑Index im positiven Bereich, was darauf hinweist, dass die Bullen an Stärke gewonnen haben und die Aussichten positiv sind.