EUR/USD – 12. August: Begrenzte Marktneuigkeiten

Am Dienstag setzte EUR/USD seinen allmählichen Rückgang fort, nachdem sich das Paar unterhalb des 76,4%-Fibonacci-Niveaus bei 1,1551 stabilisiert hatte. Hält das Tempo der ersten beiden Handelstage an, könnte sich der Rückgang in Richtung des 61,8%-Retracement-Niveaus bei 1,1507 noch etwa zwei Wochen fortsetzen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass die Marktteilnehmer heute aktiver werden. Eine Konsolidierung oberhalb von 1,1551 würde den Euro begünstigen und für eine Wiederaufnahme der in den letzten Wochen beobachteten Aufwärtsbewegung in Richtung des 100,0%-Retracement-Niveaus bei 1,1620 sprechen.

Die Wellenstruktur im Stundenchart bleibt „bullisch“. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief unterschritten, aber die jüngste Aufwärtswelle hat auch das vorherige Hoch überwunden. Geopolitische Entwicklungen haben die Hoffnung genährt, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird, während Iran, die Vereinigten Staaten und Oman Gespräche über die Kontrolle der strategisch wichtigen Meerenge führen. Damit wirkt die Geopolitik derzeit nicht zugunsten des Dollars, während sich die „hawkishen“ Markterwartungen in Bezug auf die geldpolitischen Entscheidungen des FOMC abschwächen.

Am Dienstag gab es keinen nennenswerten Nachrichtenhintergrund. Die Händler zeigten absolut kein Interesse am wöchentlichen ADP-Bericht oder an den Verkäufen bestehender Häuser, was mich überhaupt nicht überrascht. Heute wird der US-Inflationsbericht veröffentlicht, der das Schicksal des Dollars in dieser Woche bestimmen dürfte. Zur Erinnerung: Der schwache Nonfarm Payrolls-Bericht vom vergangenen Freitag hat die ohnehin schon geringen Chancen auf eine geldpolitische Straffung durch das FOMC im September deutlich reduziert. Der Inflationsbericht könnte diese Chancen weiter verringern oder sogar vollständig zunichtemachen. Sollte die Inflation im Juli jedoch unerwartet anziehen, könnte dies die Bären stärken, da die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bis zum Jahresende dann wieder deutlich steigen würde. Unabhängig von der Lage am Arbeitsmarkt hat Kevin Warsh bereits seine Absicht erklärt, sich mit dem Erbe von Jerome Powell und Joe Biden auseinanderzusetzen, die es zugelassen haben, dass die Inflation fünf Jahre lang erhöht blieb. Ob das Team um Warsh nun in Richtung einer strafferen Politik steuert, ist inzwischen fast eine philosophische Frage. Falls nicht, wird Warsh öffentlich erklären müssen, warum das Komitee eine Zinserhöhung ablehnt, obwohl die Inflation doppelt so hoch ist wie das Zielniveau.

Im 4-Stunden-Chart hat sich das Paar oberhalb des abwärtsgerichteten Trendkanals stabilisiert. Dies deutet nicht nur auf einen „bullischen“ Angriff, sondern auf einen voll ausgeprägten „bullischen“ Vorstoß und Trend hin. Die Erholung von 1,1578 ermöglichte es den Bären, eine allmähliche Gegenoffensive zu starten, doch ein erneuter Rebound von 1,1514 würde die Bullen abermals stärken. In keinem der Indikatoren sind derzeit aufkommende Divergenzen zu beobachten.

Commitments of Traders (COT) Report:

In der letzten Berichtswoche schlossen professionelle Händler 3.128 Long-Positionen und 17.484 Short-Positionen. In den sieben Wochen im Februar und März ist der überwältigende Vorteil der Bullen aufgrund des Kriegs im Iran verpufft, während sich die Lage in den vergangenen neunzehn Wochen angesichts der offensichtlichen Waffenruhe und der Markthoffnungen auf ein Kriegsende ausgeglichener gestaltet hat. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen beläuft sich derzeit auf 202.000, während die Zahl der Short-Positionen bei 260.000 liegt. Die Bären übernehmen damit erneut die Führung.

Insgesamt zeigen große Marktteilnehmer langfristig weiterhin ein beträchtliches Interesse am Euro. Sicherlich beeinflussen die verschiedensten Ereignisse rund um den Globus, von denen es in den letzten Jahren viele gab, die Stimmung der Investoren. Der Markt beobachtet derzeit insbesondere die Lage im Nahen Osten sehr genau, wo der Krieg scheinbar endet, nur um dann wieder aufzuflammen. Zunächst ignorierte der Markt die Waffenruhe, dann die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen. Damit bestimmt die Geopolitik das Schicksal des Dollars nicht mehr allein.

Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und die Europäische Union:

Deutschland – Verbraucherpreisindex (06:00 UTC).Vereinigte Staaten – Verbraucherpreisindex (12:30 UTC).

Am 12. August umfasst der Wirtschaftskalender zwei Ereignisse, von denen eines von besonderer Bedeutung ist. Der fundamentale Hintergrund könnte in der zweiten Tageshälfte am Mittwoch einen starken Einfluss auf die Marktstimmung ausüben.

EUR/USD Prognose und Trading-Tipps:

Long-Positionen können heute in Betracht gezogen werden, wenn sich das Paar auf dem Stundenchart oberhalb von 1,1551 festsetzt, mit einem Ziel bei 1,1620. Short-Positionen waren nach einem Schlusskurs unterhalb von 1,1551 auf dem Stundenchart möglich, mit Zielen bei 1,1507 und 1,1472. Diese Trades können heute offen gehalten werden.

Die Fibonacci-Niveaus werden im Stundenchart von 1,1620 bis 1,1325 und im 4‑Stunden-Chart von 1,1411 bis 1,1850 gezogen.