Das Währungspaar USD/JPY hat ein Eineinhalbwochenhoch erreicht, und nun versuchen die Bullen, oberhalb der 9‑Tage‑EMA weiteren Aufwärtsmomentum aufzubauen, unterstützt durch ein günstiges fundamentales Umfeld.
Die anfängliche Aufwertung des Yen, ausgelöst durch die erste gemeinsame US–Japan‑Intervention seit 1998, verlor an Dynamik, da der große Zinsabstand zwischen Japan und anderen wichtigen Volkswirtschaften weiterhin Carry‑Trade‑Aktivitäten begünstigt und den Yen belastet. Zudem sorgen die aggressiven Konjunkturprogramme und Steuersenkungen von Premierministerin Sanae Takaichi für Bedenken hinsichtlich einer Verschlechterung der japanischen Haushaltslage. Diese Faktoren, zusammen mit den wirtschaftlichen Risiken durch anhaltende Störungen der Energieversorgung infolge des Konflikts mit Iran, setzen den Yen weiter unter Druck und wirken als Rückenwind für das Währungspaar USD/JPY.
Unterdessen zeigten die Daten der Reuters Tankan‑Umfrage, dass der Stimmungsindex japanischer Hersteller im August von 13 im Vormonat auf 18 gestiegen ist und damit den höchsten Stand seit März 2026 erreicht hat. Der Indikator für nicht?verarbeitende Unternehmen legte ebenfalls zu und stieg von 25 im Juli auf 28. Händler preisen zunehmend die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung der Bank of Japan ein; Daten von Tokyo Tanshi zeigen eine Chance von 66 % für einen solchen Schritt im September. Dies beeindruckt die Yen‑Bullen jedoch nicht und schwächt die insgesamt bullische Stimmung für USD/JPY nicht ab.
Der US‑Dollar wiederum legt in dieser Woche zu, da erwartet wird, dass steigende Ölpreise den Inflationsdruck wiederbeleben und die Federal Reserve zu einer strafferen Haltung zwingen könnten. Laut dem FedWatch‑Tool der CME Group sehen Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed bis Ende 2026 inzwischen bei über 75 %. Dies stützt höhere Renditen für US‑Staatsanleihen, die zusammen mit geopolitischer Unsicherheit zur Stärke des Dollars und des USD/JPY beitragen.
Dennoch agieren Händler vorsichtig im Vorfeld des wichtigen US‑Verbraucherpreisindex (CPI). Zudem wird der Produzentenpreisindex (PPI) am Donnerstag die Markterwartungen hinsichtlich der künftigen Geldpolitik der Federal Reserve beeinflussen, was sich wiederum auf die Dollarnachfrage auswirkt. Entwicklungen in der Nahost‑Krise könnten den Dollar und USD/JPY ebenfalls deutlich stärken. Insgesamt stützen diese Faktoren jedoch die Aussicht, dass das Paar seine Erholung von der Zone um 155,25–155,20 fortsetzt, dem tiefsten Stand seit Mai, der Anfang dieses Monats markiert wurde.
Aus technischer Sicht versucht das Paar, sich oberhalb der 9‑Tage‑EMA zu behaupten. Damit die Bullen Chancen auf weitere Kursgewinne haben, müssen sie jedoch die 100‑Tage‑SMA überwinden. Derzeit zeigen die Oszillatoren nach unten, und die Bären haben den Vorteil.
Die nachstehende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung des japanischen Yen gegenüber den wichtigsten Währungen in diesem Monat. Der Yen hat seine größte Stärke gegenüber dem Schweizer Franken gezeigt.