XAU/USD – Kursanalyse und Prognose: Gold zeigt positive Dynamik, aber das Aufwärtspotenzial ist begrenzt

Gold (XAU/USD) setzt seinen Anstieg über die 100-Tage-SMA fort. Trader warten gespannt auf die Veröffentlichung des US-Verbraucherpreisindex (CPI), um mehr Klarheit über den künftigen Kurs der Geldpolitik der Federal Reserve zu erhalten – vor dem Hintergrund von Inflationsrisiken, die mit Schwankungen der Ölpreise verbunden sind. Dies könnte wiederum den US-Dollar beeinflussen und dem Edelmetall deutlichen Auftrieb verleihen.

Im Vorfeld der Veröffentlichung dieser wichtigen Daten bleiben die Ölpreise auf einem Eineinhalb-Wochen-Hoch stabil, da die Hoffnungen auf eine rasche Wiedereröffnung der Straße von Hormus gesunken sind.

Ein Berater des Obersten Führers des Iran, Mojtaba Khamenei, erklärte, dass diese wichtige Wasserstraße nicht wieder geöffnet werde, bevor die Vereinigten Staaten nicht auf die Forderungen Teherans eingegangen seien. Unterdessen haben Huthi-Rebellen im Jemen ihre Angriffe auf Schiffe im Roten Meer und in der Bab al-Mandab-Straße verstärkt, insbesondere auf Schiffe mit Bezug zu Saudi-Arabien. Diese Entwicklungen treiben die Ölpreise nach oben und schüren die Sorgen über die Inflation.

Analysten der Commerzbank stellen fest, dass „die Hoffnungen auf ein baldiges neues Abkommen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten und auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus schnell schwinden“, da sich die diplomatische Lage am Wochenende deutlich verhärtet habe. Sie betonen, dass Iran „Bedingungen für die Wiederöffnung der Meerenge gestellt“ habe, darunter „Forderungen nach Entschädigungszahlungen“, worauf US-Präsident Trump mit „neuen Forderungen nach Kompensationszahlungen an Opfer des Konflikts“ reagiert habe. Nach Einschätzung der Commerzbank-Experten verdeutlicht diese Eskalation gegenseitiger Forderungen, wie gering die Wahrscheinlichkeit eines Abkommens zur vollständigen Wiederaufnahme des Transits durch diese Schlüsselwasserstraße geworden ist, was die Risiken an den Energiemärkten erhöht.

Dies kompensiert Anzeichen einer Abschwächung am US-Arbeitsmarkt und untermauert die Argumente für weitere Zinserhöhungen durch die Federal Reserve. Laut dem FedWatch Tool der CME Group gehen Händler davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank die Zinsen bis zum Jahresende mindestens einmal anhebt, bei über 75 % liegt. Die Aussichten bleiben durch hohe Renditen von US-Staatsanleihen gestützt, die zusammen mit der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit den US-Dollar als sicheren Hafen stärken.

Mitten in der Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran wurde Asien durch einen frühzeitigen Start einer ballistischen Rakete Nordkoreas erschüttert.

Dies geschah wenige Tage vor den großen gemeinsamen Militärübungen zwischen Südkorea und den Vereinigten Staaten. Unterdessen verurteilte Taiwan die geplanten Marinemanöver Chinas und eines indonesischen Kriegsschiffs vor der Ostküste der Insel. Dies könnte ebenfalls zu einer weiteren Stärkung des US‑Dollars beitragen und mahnt zur Vorsicht, bevor Positionen eingegangen werden, um die positive Entwicklung von Gold, die in der vergangenen Woche zu beobachten war, fortzusetzen.

Aus technischer Sicht zeigt Gold unterhalb des einfachen 100‑Tage‑Gleitenden Durchschnitts (SMA) Widerstandskraft, bleibt dabei jedoch unterhalb der dichten Widerstandszone, die durch den einfachen 200‑Tage‑Gleitenden Durchschnitt (SMA) gebildet wird und sich um die psychologisch wichtige Marke von 4.500 US‑Dollar befindet. Dies deutet darauf hin, dass die Bullen diese Zone überwinden müssen, um die Kontrolle über die Kursbewegung zurückzugewinnen.

Auf der anderen Seite befindet sich eine wichtige Unterstützung am 200‑Tage‑EMA. Da die Oszillatoren jedoch weiterhin positiv sind und damit den Vorteil der Bullen am Markt bestätigen, bleibt der Pfad des geringsten Widerstands für Gold nach oben gerichtet. Es ist jedoch zu beachten, dass sich der Relative‑Stärke‑Index nahe der überkauften Zone befindet, was darauf hindeutet, dass die Bullen eine Konsolidierung benötigen.