Handelsempfehlungen für Bitcoin am 17. August gemäß dem ICT-System

Bitcoin korrigiert weiter und bewegt sich erkennbar langsam auf das einzige „bärische“ FVG im Tageschart zu. In den vergangenen Wochen entfernte sich der Kurs in erster Linie von diesem Muster, und Bitcoin signalisiert, dass er sich auf einen weiteren Rückgang vorbereitet. Dabei sollte man im Hinterkopf behalten, dass eine Korrektur jederzeit enden kann – nicht zwingend innerhalb eines bestimmten Musters. Derzeit gibt es keine Anzeichen dafür, dass der im vergangenen Jahr begonnene Abwärtstrend seinem Ende zugeht. Das fundamentale Umfeld bleibt für den Kryptomarkt ebenfalls negativ: Die Federal Reserve beabsichtigt nicht, den Leitzins im Jahr 2026 zu senken, Kapital fließt weiter in den AI‑Sektor, die Spot-Nachfrage nach Bitcoin bleibt schwach, die geopolitischen Spannungen sind instabil, Miner rüsten ihre Anlagen für AI-Bedürfnisse um, und Strategen setzen den Abbau von Bitcoin-Reserven fort. Wir sehen daher keinen Anlass für einen kräftigen Anstieg des „digitalen Goldes“.

Unterdessen berichten Experten, dass es über 100 Jahre dauern wird, bis die verbleibende eine Million Bitcoins gemined ist. Viele Trader und Analysten bringen die regelmäßigen „Halvings“ mit dem Kursanstieg des „digitalen Goldes“ in Verbindung und sind der Auffassung, dass die alle vier Jahre sinkende Miner-Vergütung ein Wachstumsfaktor sei. Unserer Ansicht nach verhält es sich eher umgekehrt. Die fortlaufende Reduzierung der Mining-Erträge ohne einen entsprechenden Anstieg des Bitcoin-Preises macht das Mining unrentabel. Der „Halving-Faktor“ allein rechtfertigt keineswegs eine verpflichtende Kursverdopplung alle vier Jahre.

Einfach ausgedrückt: Bitcoin ist nicht dazu „verpflichtet“, in jedem Zyklus allein aufgrund des „Halvings“ mindestens im Preis zu verdoppeln. Der Kurs kann nur steigen, wenn die Nachfrage dauerhaft das Angebot übersteigt. „Halvings“ sind jedoch unvermeidlich und kürzen die Einnahmen der Miner alle vier Jahre. Bleibt ein kontinuierliches Wachstum aus, sinkt das Interesse am Mining neuer Bitcoins, was wiederum das Investoreninteresse am „digitalen Gold“ verringert. Daher gehen wir davon aus, dass Bitcoin langfristig eher nicht auf einem Kurs in Richtung 1 Million US‑Dollar ist, sondern sich über Jahre hinweg in Handelsspannen bewegt, die sich von neuen ATHs abgekoppelt haben.

Gesamtbild von BTC/USD im 1D-Chart

Im Tageschart setzt Bitcoin die Ausbildung eines Abwärtstrends fort. Die Trendstruktur ist bärisch, mit der CHOCH-Linie bei 82.800 US‑Dollar, und ein neues LL (Lower Low) wurde ausgebildet. Erst oberhalb dieses Niveaus ließe sich davon sprechen, dass der Abwärtstrend beendet ist. Da es nach wie vor keinerlei Anzeichen für eine Trendwende nach oben gibt, gehen wir davon aus, dass sich der Rückgang nach Abschluss der aktuellen Korrektur fortsetzt. Auf dem Tages-Chart hat sich ein bärisches FVG im Bereich von 68.000–70.700 US‑Dollar gebildet; damit ist dies die einzige POI‑Zone für Verkäufe. Zudem liegt um dieses Muster herum ein Liquiditätspool aus zwei nahezu gleich hohen Hochs. Die Ausführung des FVG kann mit dem Abzug dieser Liquidität zusammenfallen und somit das Verkaufssignal verstärken.

Gesamtbild von BTC/USD im 4H-Chart

Im 4‑Stunden-Chart bildet Bitcoin weiterhin einen aufwärtsgerichteten Korrekturtrend aus. Die CHOCH-Linie, die diesen Aufwärtstrend stützt, wurde bislang nicht gebrochen und verläuft bei 62.500 US‑Dollar. Eine Konsolidierung darunter würde auf den Abschluss der jüngsten Korrekturwelle hindeuten. Die Liquidität oberhalb der Trendlinie wurde bereits abgeholt, daher ist der aktuelle Rückgang vollkommen nachvollziehbar. In der vergangenen Woche haben sich drei bärische FVGs gebildet; auf die ersten beiden hat der Kurs reagiert, und aktuell befindet er sich an der CHOCH-Linie. Auf das letzte FVG gab es praktisch keine Reaktion, sodass Bitcoin zu Beginn der neuen Woche einen leichten Anstieg zeigen könnte.

Handelsempfehlungen für BTC/USD:

Bitcoin setzt die Ausbildung eines voll ausgeprägten Abwärtstrends fort. Wir rechnen weiter mit einem Rückgang in Richtung 57.500 US‑Dollar (dem 61,8‑%‑Fibonacci‑Niveau des dreijährigen Aufwärtstrends), auch wenn dieses Niveau im Grunde bereits erreicht wurde. Wir gehen jedoch nicht davon aus, dass der Abwärtstrend hier endet. Das letzte bärische FVG hat sich im Bereich 68.000–70.700 US‑Dollar im Tageschart gebildet; folglich ist dieser Bereich in den kommenden Wochen eine POI‑Zone für Short-Positionen. Im 4‑Stunden-Chart neigt Bitcoin erneut zur Schwäche, doch dürften die Bewegungen größtenteils unruhig und „schaukelnd“ bleiben. Trader können Handelsideen auf Basis lokaler Muster in Betracht ziehen, wir würden derzeit jedoch nicht mit starken Bewegungen rechnen.

Anmerkungen zu den Illustrationen:

CHOCH – Bruch der Trendstruktur.

Liquidity – Liquidität, Stop-Loss- und Pending-Orders, die Market Maker zum Aufbau ihrer Positionen nutzen.

FVG – Bereich der Preisineffizienz. Der Kurs durchläuft solche Zonen sehr schnell, was auf das vollständige Fehlen einer Marktseite hinweist. In der Folge tendiert der Kurs dazu, zu diesen Bereichen zurückzukehren und darauf zu reagieren, um den Haupttrend fortzusetzen.

IFVG – invertierter Bereich der Preisineffizienz. Nach der Rückkehr in einen solchen Bereich reagiert der Kurs nicht mit einer Umkehr, sondern bricht ihn impulsiv und testet ihn anschließend von der Gegenseite.

OB – Order Block. Eine Kerze, in der der Market Maker eine Position eröffnet hat, um Liquidität zu sammeln und so eine eigene Position in die entgegengesetzte Richtung aufzubauen.